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20 Jahre Facebook: 10 erstaunliche Fakten zum weltgrößten Social Network

Tatsächlich bereits 20 vor Jahren ging Facebook live. Seitdem hat der Social Media-Dienst eine beispiellose Reise von einer Studenten-Idee zum mit Abstand mächtigsten Social Network der Welt durchlaufen.

Metas Herzstück Facebook: Das weltgrößte Social Network ist 20 Jahre alt (Foto: REUTERS/Dado Ruvic/Illustration)
Metas Herzstück Facebook: Das weltgrößte Social Network ist 20 Jahre alt. (Foto: REUTERS/Dado Ruvic/Illustration)

Doch hinter dem blauen Logo und den unzähligen Timelines verbergen sich viele Aspekte, die selbst für eingefleischte Facebook-Fans überraschend sein dürften – vor allem aus der Gründungsphase. Zehn Fakten aus dem Zuckerberg-Universum.

Die bescheidene Geburtsstunde in einem College-Zimmer

Am 4. Februar 2004 wurde Facebook von dem Studenten Mark Zuckerberg in seinem Harvard-College-Wohnheim gestartet. Zuckerberg begann bereits in jungen Jahren mit dem Programmieren und entwickelte ein Messaging-Programm namens "ZuckNet" für seine Familie, noch bevor er auf die High School ging.

Dieser frühe Einstieg in die Technologie (insbesondere ins Programmieren) legte den Grundstein für seine spätere Karriere und den Erfolg von Facebook. Was als einfaches Verzeichnis für seine Mitstudenten begann, wuchs innerhalb weniger Wochen zu einem Netzwerk, das nicht nur Harvard, sondern bald darauf Universitäten in ganz Amerika umfasste.

Eine Aufnahme von den Facebook-Gründern Mark Zuckerberg (L) und Chris Hughes (R) aus dem Jahr  2004.(Bild: Rick Friedman/Corbis via Getty Images)
Eine Aufnahme von den Facebook-Gründern Mark Zuckerberg (L) und Chris Hughes (R) aus dem Jahr 2004.(Bild: Rick Friedman/Corbis via Getty Images)

Der Ursprung des Namens: Von "TheFacebook.com" zu "Facebook"

"Facebook" lehnt sich an die "Face Books" an, die an amerikanischen Hochschulen gängig sind. Die gedruckten Verzeichnisse sollen gerade neuen Studenten helfen, ihre Kommilitonen mit Namen und Gesichtern zu verknüpfen. Die Verzeichnisse enthielten Fotos von Studenten, Angaben zu ihren Studienfächern und manchmal auch andere soziale Informationen.

Zuckerberg adaptierte dieses Konzept für das digitale Zeitalter. Ursprünglich ging Facebook als "TheFacebook.com" live. Die Verwendung des bestimmten Artikels "The" im ursprünglichen Namen "The Facebook" verlieh der Plattform einen gewissen Formalitätsgrad und wies auf die spezifische Funktion hin, ein digitales Verzeichnis oder "Buch der Gesichter" zu sein.

Es war eine direkte Übertragung des Konzepts der physischen "Face Books" in den digitalen Raum, die die Intention hinter der Plattform verdeutlichte: eine einfache und zugängliche Weise zu schaffen, um Menschen innerhalb einer Gemeinschaft zu identifizieren und miteinander zu verbinden. Ein Jahr später entschied sich Zuckerberg angesichts der schnell wachsenden Verbreitung des Social Networks, den bestimmten Artikel "The" fallen zu lassen und einfach als "Facebook" bekannt zu werden.

Der Streit mit den Winklevoss-Zwillingen um die Idee hinter Facebook

Indes: Ganz über Nacht fiel dem damals 19-jährigen Harvard-Studenten die Idee zu Facebook offenbar nicht ein. Vielmehr sei Zuckerberg mit der Entwicklung von zwei Mitstudenten beauftragt worden – Cameron und Tyler Winklevoss. Die Zwillingsbrüder behaupteten, Zuckerberg habe ihre Idee für ein soziales Netzwerk, das ursprünglich "HarvardConnection" (später umbenannt in "ConnectU") heißen sollte, gestohlen, indem er die Idee weiterentwickelte und sein eigenes Netzwerk kreierte – Facebook.

Der Streit wurde durch den Hollywood-Blockbuster "The Social Network" von David Fincher 2010 populär, der die dramatischen Anfänge von Facebook und den Rechtsstreit mit den Winklevoss-Brüdern detailliert darstellt. Im Jahr 2008 erzielten die Winklevoss-Zwillinge eine gerichtliche Einigung mit Facebook, die ihnen eine Abfindung in Höhe von 65 Millionen US-Dollar gewährte – ein Betrag, der sowohl in bar als auch in Facebook-Aktien ausgezahlt wurde.

Vorläufer Facemash: "Hot or Not" fürs Digitalzeitalter

Demgegenüber stehen Zuckerberg eigene Ideen, mit der Teenager in seinen ersten Semestern in Harvard experimentierte. Eines der ursprünglichen Konzepte, wie ein soziales Netzwerk aussehen könnte, bestand darin, ein Element von "Hot or Not" auf die Universität zu übertragen. "Hot or Not" war eine beliebte Website, auf der Benutzer Fotos von sich selbst hochladen konnten, die dann von anderen Benutzern auf einer Skala von "heiß" oder "nicht heiß" bewertet wurden.

Zuckerberg griff diesen Gedanken auf und kreierte eine Funktion namens "Facemash" kurz vor dem Start vor Launch Facebook, die im Oktober 2003 gelauncht wurde und als Art Vorläufer von Facebook bezeichnet werden kann. Die Website präsentierte zwei nebeneinander platzierte Fotos von Harvard-Studenten und forderte die Nutzer auf zu wählen, wer "heißer" war. Die Fotos wurden ohne Erlaubnis aus den Online-Verzeichnissen der Universität entnommen, was zu Kontroversen und Datenschutzbedenken führte.

"Facemash" zog innerhalb kurzer Zeit eine große Anzahl von Nutzern an, wurde jedoch aufgrund von Verletzungen der Privatsphäre und ethischen Bedenken nach einer Vorladung an der Universität von Havard schnell wieder geschlossen. "Mir war klar, dass einige Teile noch etwas lückenhaft waren und ich wollte etwas mehr Zeit, um darüber nachzudenken, ob dies wirklich angemessen war, um es der Harvard-Community zu veröffentlichen", schrieb Zuckerberg seinerzeit an die Studentenzeitung The Crimson – das historische Dokument liegt bis heute vor.

Obwohl "Facemash" und die Idee, "Hot or Not" auf die Universität zu übertragen, nur eine kurze Episode in der Vorgeschichte von Facebook war, gab sie Zuckerberg wichtige Einblicke in das Potenzial des Internets, um Menschen zu verbinden und Interaktionen zu fördern – und spielte damit eine Schlüsselrolle in der Entwicklung des weltgrößten Social Networks.

Die Piratenflagge und Piratensprache als Symbol der Rebellion

In den Anfangstagen hisste das Facebook-Team eine Piratenflagge über seinem ersten Büro in Palo Alto, ein Sinnbild für den rebellischen und unkonventionellen Geist des jungen Unternehmens. Mark Zuckerberg ließ sich unterdessen den legendären Spruch "I'm CEO, Bitch" auf seine Visitenkarte drucken.

Eine Zeit lang bot Facebook zudem eine "Piratensprache" als optionales Feature an, das die gesamte Benutzeroberfläche in eine humorvolle Seeräuber-Sprache umwandelte und so einen spielerischen Umgang mit der Plattform ermöglichte. Und mehr noch: In den Tiefen von Facebooks Quellcode verbarg sich einst ein Kommentar, der Einhörner erwähnte – ein Beweis für den kreativen und oft humorvollen Geist, der hinter den Kulissen herrschte.

Von "Awesome" zu "Gefällt mir"

Bevor der mittlerweile ikonische "Gefällt mir"-Button 2010 eingeführt wurde, der eine entscheidende Bedeutung bei der Verbreitung von Facebook spielen sollte, experimentiere Zuckerberg intern mit der Idee einer "Awesome"-Taste. Letztendlich entschied man sich für den einfacheren und universelleren "Gefällt mir"-Button, der seitdem eines der unverwechselbarsten Elemente der Plattform ist.

Auch ein "Ich hasse es"-Button (Daumen runter) wurde von Zuckerberg erwogen. Die Idee wurde jedoch verworfen, um eine positive Atmosphäre auf der Plattform zu fördern.

Daumen hoch: Facebooks inzwischen ikonischer Like-Button (Foto: REUTERS/Dado Ruvic/Illustration)
Daumen hoch: Facebooks inzwischen ikonischer Like-Button. (Foto: REUTERS/Dado Ruvic/Illustration)

Facebook-Motto "Move fast and break things"

Mark Zuckerberg ist bekannt für sein "Hacker-Ethos", das sich in dem frühen Facebook-Motto "Move fast and break things" (deutsch: "Schnell vorankommen und Dinge kaputt machen") widerspiegelt.

Das Motto aus den Anfangstagen Facebooks steht für die im Silicon Valley weit verbreitete Start-up-Kultur, nach der Innovation und Geschwindigkeit groß geschrieben werden. "Move fast" betont den Ansatz, dass es wichtig ist, schnell voranzukommen und neue Ideen und Produkte schnell auf den Markt zu bringen. Dies soll sicherstellen, dass ein Unternehmen im Wettbewerbsumfeld wettbewerbsfähig bleibt.

Move fast and break thingsDas Facebook-Motto

Einher geht das Motto mit Risikobereitschaft: Der Ausdruck "break things" bedeutet, dass Fehler im Prozess bewusst in Kauf genommen werden, um Dinge auszuprobieren, selbst wenn sie scheitern könnten. Dieser Ansatz ermutigt zur Experimentierfreudigkeit und zur Akzeptanz von Fehlern als Teil des Lernprozesses.

Obwohl dieses Motto zwischenzeitlich (2014) zu "Move fast with stable infra" modifiziert wurde, um die Bedeutung von Zuverlässigkeit und Sicherheit hervorzuheben, spiegelt es immer noch die ursprüngliche Mentalität wider, schnell zu handeln und Innovationen voranzutreiben.

Datenschutz und Kontroversen

Gleichzeitig hat Facebooks Unternehmensmotto "Move fast and break things" jedoch auch Kritik auf sich gezogen, da das Wachstum um jeden Preis in der Vergangenheit zu zahlreichen Problemen wie Datenschutzverletzungen und Fehlinformationen geführt hat.

Datenschutzbedenken etwa sind ein ständiger Begleiter Facebooks. Skandale wie um Cambridge Analytica (2018) haben das Vertrauen der Nutzer erschüttert und zu Forderungen nach strengerer Regulierung und transparenteren Datenschutzpraktiken geführt.

Cambridge Analytica war ein britisches Datenanalyseunternehmen, das sich auf die Sammlung und Analyse von Nutzerdaten aus sozialen Medien spezialisiert hatte. Im Skandal ging es darum, dass Cambridge Analytica unerlaubt Daten von Millionen von Facebook-Nutzern gesammelt und diese Daten für politische Zwecke missbrauchte, insbesondere im Zusammenhang mit der US-Präsidentschaftswahl 2016. Die Daten wurden verwendet, um gezielte politische Werbung zu schalten und die Wählerbeeinflussung zu optimieren.

Letztlich führten die Kontroversen auch Ende 2021 zur Umbenennung von Facebook Inc. zu Meta Platforms Inc., um die Weiterentwicklung des gesamten Social-Media-Konzerns zu dokumentieren.

Mit Facebook zu Meta: Mit aggressiven Zukäufen zum Social Media-Giganten

Über Dekaden ist es Mark Zuckerberg gelungen, Facebook auf Wachstumskurs zu halten. Eines der herausragendsten Merkmale von Zuckerberg und Facebook besteht in der Fähigkeit zur schnellen Anpassung inmitten sich ständig verändernder Technologielandschaften und Nutzerbedürfnisse.

Immer wieder optimierte Zuckerberg das Erscheinungsbild von Facebook und führte neue Features wie die Facebook Timeline, den Like-Button oder das Stories-Format Facebook ein, um sicherzustellen, dass neuere Social Media-Angebote wie Snapchat oder TikTok nicht weiter an Popularität gewannen.

Facebooks Wachstumsstrategie umfasst dabei ebenso die Akquisition aufstrebender Unternehmen In der Social Media-Landschaft wie Instagram (2010) und WhatsApp (2014). Diese strategischen Übernahmen haben das Portfolio von Facebook diversifiziert und die Dominanz als alles beherrschender Konzern im Social-Media-Segment weiter ausgebaut.

Billionen-Dollar-Konzern Meta: Mit 14 Milliarden Gewinn im Weihnachtsquartal zum höchsten Unternehmenswert aller Zeiten

Innerhalb von 20 Jahren hat sich Facebook vom Studentenprojekt zum zeitweise fünftwertvollsten Konzern der Welt entwickelt. Es dauerte zehn Monate, bis Facebook die erste Million Nutzer vermeldete (November 2004) – per Ende Dezember 2023 loggten sich bereits über 3 Milliarden Menschen mindestens einmal im Monat in das mit Abstand weltgrößte Social Network ein.

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Infografik: Welches soziale Netzwerk verdient am meisten mit Werbung? | Statista
Infografik: Welches soziale Netzwerk verdient am meisten mit Werbung? | Statista

Facebooks Siegeszug hat sich entsprechend in Dollar und Cent niedergeschlagen. Den Löwenanteil seiner Umsätze erzielt Facebook mit dem Ausspielen von Werbung innerhalb von Facebook und später auch Instagram und WhatsApp.

Ende vergangener Woche präsentierte Facebooks Mutterkonzern seine mit Abstand beste Geschäftsbilanz: Im Schlussquartal 2023 konnte Meta 40,1 Milliarden Dollar umsetzen (+ 25 Prozent) und dabei enorme 14 Milliarden Dollar Nettogewinn (+ 200 Prozent) verbuchen – weitaus mehr, als Analysten erwartet hatten. Pünktlich zum 20. Geburtstag ist Mark Zuckerberg ein hollywoodreifes Jubiläum gelungen: Die Meta-Aktie schoss am Freitag um mehr als 20 Prozent nach oben und bescherte dem Social Media-Pionier an der Wall Street mit 1,2 Billionen Dollar den höchsten Börsenwert in der Unternehmensgeschichte.

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