Corona-Impfstoff aus Gorillakot? Die "heute-show" gibt irre Investitionstipps

Carmen Schnitzer
·Lesedauer: 4 Min.

Gib dem Affen Zucker! Von Gorillafäkalien in der Corona-Impfstoff-Forschung über Trumpsche Tanzeinlagen bis hin zur Gedankenkontrolle via 5G spann sich der Themenbogen der aktuellen "heute-show" im ZDF. Kleine Seitenhiebe auf Michael Wendler gab's obendrauf. Es lebe der Söderalismus! Oder so.

Fäkalhumor geht auch satirisch: Die "heute-show" im ZDF widmete sich diesmal viel den Ausscheidungen, speziell "Gorillakacke", mit der man "stinkreich" werden könne, immerhin handele es sich hierbei um "die affengeilste Investition seit Eigentumswohnungen in Bautzen". Tatsächlich nutzt die italienische Firma ReiThera derzeit Gorilla-Stuhlproben, um einen Corona-Impfstoff zu entwickeln. "Man könnte dem Gorilla wahrscheinlich auch Blut abnehmen, aber - wer traut sich das?", gab Anchorman Oliver Welke zu bedenken. Vielleicht sollte da mal Markus Söder ran, unser dauermahnender "Graf Drohcula", von dem Welke sich wünschte, er möge "mal nur einen Tag lang keine Pressekonferenz" geben und der wohl statt für Föderalismus mehr für "Söderalismus" sei.

Klopapier-Miliz für Trump

Doch zurück zum Affenkot. Es wäre eine zu schöne Ironie des Schicksals, wenn in dieser Krise, in der Toilettenpapierrollen zum begehrten Statussymbol wurden, das Heil ausgerechnet in der Sch...e zu finden wäre, nicht wahr? Apropos: Eine Klopapierrolle bekam einen Kurzauftritt, als Oliver Welke zu Serdar Somuncu schaltete, der für die Show "die einzige deutsche Trump-Miliz im Arnsberger Forst im Sauerland" leitete und sich im Tarnanzug neben einem ebenso gekleideten Typen mit Campingkocher aufgebaut hatte.

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Ob er da schon seine komplette Truppe versammelt hätte, wollte Welke wissen? "Haha, sehr witzig, natürlich nicht!" Auftritt Kerl mit Bauch, Bierdose und Toilettenpapier. "So, jetzt sind wir vollzählig! Manfred, ernsthaft: Wenn du Wache hast, kannst du nicht 'ne halbe Stunde kacken gehen!", wurde der von Somuncu angeherrscht. Kann er offenbar doch, der Manfred. Und Somuncu fasste in seiner Rolle als "Milizführer" in wenigen Sätzen diverse Verschwörungstheorien zusammen, vom Deep State über Bill Gates und der "Clinton-Obama-Kinderschänderbande mit Lady Gaga", ein irrwitziger Assoziationsreigen, der gleichzeitig witzig und traurig war, denn sehr viel weniger wild sind die Theorien einiger "Querdenker" derzeit ja wirklich nicht.

Impfen für die Gedankenkontrolle

Die bekamen auch sonst ihr Fett weg, als es etwa - und damit zurück zur Gorillakacke - ums Thema Impfen ging. Da sich derzeit nur noch 55 Prozent der Deutschen gegen Covid-19 impfen lassen würden, hatte Welke seinen Kollegen Christian Ehring dazu "verdonnert, sich eine Woche lang im Internet noch mal alle Argumente der Impfgegner anzuhören. Die arme Sau!" Zu den Thesen, mit denen Ehring sich auseinandergesetzt hatte, gehörte etwa: "Die Wirkung von Impfungen wurde nie in seriösen Studien nachgewiesen." Knapper Kommentar: "Doch." Argument Nr. 2: "Impfstoffe enthalten giftiges Aluminium." Das wiederum sei richtig, allerdings "in so winzigen Mengen, dass man sogar über die Nahrung deutlich mehr zu sich nimmt." Seine Theorie sei: "Die Impfgegner sind sauer, weil die das ganze Aluminium für ihre Hüte brauchen."

Jedoch: "In dem Meer von Irrsinn", den er sich Welke zuliebe angetan habe, habe ein Mann ihn doch zum Nachdenken gebracht: der bekannte Anti-Vaxxer Piers Corbyn, der behauptete, mit der Impfung würde ein Mikrochip in den Körper injiziert, über den Menschen dann via 5G überwacht würden. Is' klar. Ehring redete sich in Rage: "Spüren Sie nicht auch immer dieses Jucken? Immer, wenn Sie 'ne SMS kriegen? (...) Das ist 5G! 5G-Wellen produzieren das Corona-Virus und tragen zu seiner Verbreitung bei.

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Und am Ende geht es natürlich um Gedankenkontrolle." Mit einem Wink zitierte Welke einen Herrn im weißen Anzug herbei, der Ehring von der Bühne holte: "Und wieder einen verloren: Christian Wendler!" Eine Anspielung auf den jüngst ins Lager der Verschwörungstheoretiker abgetauchten Schlagerstar Michael Wendler.

Great sugar, great stuff

Kann bei all dem Mist noch jemand helfen? Klar: US-Präsident Donald Trump, durch dessen Adern bekanntlich "great stuff" fließt, nämlich deutsches Blut, und der kürzlich ausgerechnet die Schwulen-Hymne "YMCA" zum Wahlkampflied erkoren hat. Puh. Die Trumpsche Tanzvariante eignete sich Serdar Somuncus "Miliz" als Drillprogramm zu Abhärtung an. "Young man, there's no need to feel down ..." Gießen wir Zuckerguss über die Kacke und gucken wir nach vorn. Hilft ja alles nix.