Diakonie schickt 100-Euro-Spende an AfD-Politiker zurück

Die AfD ist für ihre Islamkritik bekannt – jetzt steht die Kirche im Fokus ihrer Kritik. (Bild: Getty Images)

Anfang Dezember hatte der Bundestagsabgeordnete Anton Friesen das Diakoniewerk „Sonneberger Tafel“ besucht und 100 Euro gespendet. Nun erhielt der AfD-Politiker sein Geld per Brief wieder zurück.

Weihnachten ist traditionell eine Zeit des Gebens und der Barmherzigkeit. Deswegen geben viele Deutsche in der Adventszeit nicht nur Geld für Geschenke aus, sondern spenden auch an wohltätige Organisationen.

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Auf seiner Facebook-Seite machte der AfD-Politiker Anton Friesen, der sich selbst als konservativer Christ bezeichnet, nun seine Spende an die „Sonneberger Tafel“ publik. Friesens Post hat aber einen besonderen Grund: Der 32-Jährige bekam seine Spende nämlich wieder zurück, weil er der AfD angehört.

In einem Schreiben des Diakoniewerks heißt es: „Sie hatten uns freundlicherweise eine Spende in Höhe von 100 Euro zukommen lassen. Diese Spende senden wir Ihnen nun wieder dankend zurück. Das Menschenbild von Diakonie und Kirche ist mit dem der AfD nicht vereinbar und wir möchten uns klar davon abgrenzen. Wir wünschen Ihnen dennoch alles Gute für die Zukunft.“

Doch statt diese Antwort hinzunehmen, schießt der AfD-Politiker nun öffentlich zurück. Denn die eigentlichen Christen sind seiner Meinung nach in der AfD zu finden, nicht aber in kirchlichen Einrichtungen: „Liebe Diakonie, liebe Sonneberger Tafel, Sie haben völlig Recht: die Positionen der AfD sind mit denen der Evangelischen Kirche unvereinbar. Die AfD nämlich hält an christlichen Werten fest, während Sie das Christentum verraten und verkauft haben.“

Für seine Kritik am Vorgehen der Diakonie bekommt Friesen nun auch Unterstützung aus der eigenen Partei. Frank Pasemann, seines Zeichens ebenfalls Bundestagsabgeordneter für die AfD, verlinkte auf Twitter zu dem Schreiben an Friesen. Dazu zitiert er mahnend aus den Sprüchen Salomos: „Wer zugrunde gehen soll, der wird zuvor stolz; und Hochmut kommt vor dem Fall.“

Unabhängig von diesem Vorfall kritisierte auch die Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alice Weidel, die Kirchen in einem aktuellen Interview mit dem „Focus“ scharf: „Wir wissen mittlerweile, dass die Amtskirchen, egal, ob evangelisch oder katholisch, durch und durch politisiert sind. Die Trennung von Staat und Kirche wird nicht mehr eingehalten. Damit spielen weite Teile der Kirchen bis auf wenige Ausnahmen genau die gleiche unrühmliche Rolle, die sie auch im Dritten Reich gespielt haben.“ Die AfD sei die einzige christliche Partei, die es ihrer Meinung nach noch gebe.

Weidel reagierte damit unter anderem auf Aussagen des evangelischen Bischofs Markus Dröge, der vor einigen Monaten gesagt hatte, dass jene Menschen ein Glaubwürdigkeitsproblem hätten, die von sich behaupten würden, zugleich Christ und AfD-Mitglied zu sein.

Die Meinung der User ist geteilt. Manche kritisieren ebenfalls, dass gerade eine kirchliche Organisation mit vermeintlichen Werten argumentiere. Andere begrüßen die Ablehnung der Spende. Einer schreibt unter den Tweet von Frank Pasemann: „Respekt, diese Kirche ist beispielhaft und nicht käuflich.“

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