Die wichtigsten Reisetipps für Risikoländer

Sommerzeit ist Urlaubszeit. Doch jedes Land hat seine eigenen Besonderheiten in Sachen Sicherheit, Straßenverkehr und gesundheitlicher Versorgung. Damit die Reise nicht zum Horrortrip wird, sollte man insbesondere in Risikoländern einiges beachten.

Sicherheit auf Reisen fängt schon bei der Planung an. (Symbolbild: Getty Images)

Sicher reisen fängt schon bei der Planung an. Erste Anlaufstelle ist daher das Auswärtige Amt, das auf seiner Webseite eine laufend aktualisierte Risiko-Liste führt, welche Länder der Welt für Touristen gefährlich werden könnten. In die Bewertung fließen nicht nur die politische Lage und Stabilität, sondern auch Gesundheitsversorgung, Straßenverkehr und Kriminalität mit ein. Auch die Gefahr terroristischer Anschläge ist ein wichtiger Punkt.

Vor diesen Ländern warnt das Auswärtige Amt

Das Auswärtige Amt schätzt das Gefahrenrisiko in unterschiedlichen Stufen ein. Die “Sicherheitsrisiken“ ermahnen lediglich zur besonderen Vorsicht, während eine “Reisewarnung“ eindringlich von Reisen in das betroffene Land abrät. Die “Teilreisewarnungen“ gelten für einen bestimmten Teil des jeweiligen Ortes.

Am gefährlichsten sind demnach die (Bürger-)Kriegsländer, die Grenzgebiete zwischen Ägypten und Israel, Teile der Ukraine, Orte rund um den Gazastreifen sowie viele Länder Afrikas. Doch auch die nuklearverseuchten Gebiete um Fukushima in Japan sowie die erhöhte Entführungsgefahr auf den Philippinen, insbesondere auf der Insel Mindanao, sind auf der Liste aufgeführt.

In Afrika variiert die Gefahrenlage je nach Land. Somalia steht mit der hohen Zahl an Entführungen, Bombenanschlägen und militärischen Kämpfen an der Spitze. In Libyen und Algerien ist die Kriminalitätsrate besonders hoch. Vor allem in den Städten kommt es immer wieder zu Auto-Diebstählen, Einbrüchen und Raubüberfällen auf Touristen. In Kenia, Guinea und im Tschad wüten Konflikte zwischen Milizen. Öffentliche Plätze, wie Märkte, Hotels und bei Urlaubern beliebte Cafés, können auch zum Ziel von Anschlägen werden.

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Reisewarnungen bestehen aktuell für folgende Länder: Syrien, Afghanistan, Irak, Somalia, Jemen, Südsudan und Libyen. Teilreisewarnungen gibt das Auswärtige Amt für Algerien, Niger, Ukraine, die palästinensischen Gebiete, Ägypten, Tschad, Burkina Faso, Mauretanien, Nigeria, Japan, Philippinen, Pakistan, Kamerun, Mali, Eritrea, Libanon und die zentralafrikanische Republik heraus. In letzten Aktualisierungen wird auch von nicht erforderlichen Reisen auf die Karibikinsel Haiti und nach Dschibuti am Horn von Afrika abgeraten.

Sicher unterwegs: Das sollten Sie auf Reisen beachten

Das Auswärtige Amt empfiehlt, sich bei allen Reisen vorsorglich in die sogenannte “Elefand“-Liste (Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland) eintragen zu lassen. Dadurch kann im akuten Bedarfsfall schneller Hilfe geleistet werden.

Tipp 1: Informieren

Informieren Sie sich vor der Reise über die Gegebenheiten des jeweiligen Landes. Sprich: Wie ist die Infrastruktur, wie sieht es mit der Gesundheitsversorgung aus, welche Viertel sollte man als Tourist meiden, gibt es gefährliche Tiere und so weiter. Reisen Sie in ein Risikoland, sollten Sie auch stets einen Blick auf die aktuellen Landesnachrichten haben.

Fertigen Sie eine Liste mit wichtigen Adressen vor Ort an, auf der sich der nächste Arzt, das nächste Krankenhaus und die nächste Touristeninformation befinden.

Wichtige Adressen, wie die Touristen Information des jeweiligen Landes, sollte man stets parat haben. (Symbolbild: Getty Images)

Tipp 2: In der Gruppe reisen und Alleingänge vermeiden

Besonders in Risikoländern sollten Sie Wüstentouren oder ähnliche Fahrten über Land immer in Begleitung landeskundlicher Führer unternehmen. Auch in unübersichtlichen Großstädten ist es ratsam, sich für die Besichtigung einer Reisegruppe anzuschließen, damit man erst gar nicht in die gefährlichen Viertel kommt.

Allgemein sind Sie bei professionell organisierten Reisen immer auf der sichereren Seite.

Tipp 3: Kulturen respektieren

Egal, wo man hinfährt: Respekt gegenüber der Landeskultur und den Einheimischen ist immer angebracht. Wenn Sie also zum Beispiel in ein muslimisches Land reisen, sollten Sie sich nicht allzu freizügig in der Öffentlichkeit präsentieren. In heißen Ländern ist lange, leichte Kleidung tatsächlich auch die bessere Wahl, da diese vor der Sonne schützt und die Luft besser zirkulieren lässt.

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In Asien gelten etwa auch andere Regeln im öffentlichen Leben als bei uns. Bestimmte Dinge, etwa die Gehwege mit Kaugummi oder Spucke verschmutzen, sind verpönt und werden unter Umständen sogar mit Strafen belegt. Generell ist es ratsam, sich nicht allzu sehr wie ein Tourist zu “verkleiden“, um auch den zahlreichen Straßen-Betrügern mit ihren Touristenfallen kein leichtes Ziel zu bieten.

Tipp 4: Für alle Fälle gerüstet sein

Wenn der Fall der Fälle eintritt, brauchen Sie die richtigen Ansprechpartner. Als da wären: Die Adresse der deutschen Botschaft und natürlich die Nummern von Freunden oder Verwandten in der Heimat, die Sie im Notfall erreichen können. Kopien von wichtigen Dokumenten wie Reisepass, Personalausweis, Führerschein und EC- sowie Kreditkarten lassen Sie im Diebstahlfall nicht ganz blank dastehen.

Überprüfen Sie vor Reiseantritt Ihren Impfpass und frischen Sie gegebenenfalls Behandlungen auf. Denken Sie an eine vollständige Reiseapotheke und eventuell zusätzliche Antibiotika, die Sie für den Akutfall von Ihrem Hausarzt bekommen können.

Tipp 5: Gesunder Menschenverstand

Wenn Sie im Auto unterwegs sind, halten Sie Fenster und Türen nach Möglichkeit geschlossen. Nächtliche Fahrten und Spaziergänge im Idealfall ganz vermeiden. Vorsicht auch bei großen Menschenansammlungen, Demonstrationen, Protesten und ähnlichen Veranstaltungen.

Ein Risiko lässt sich nicht immer vermeiden, aber Sie können es zumindest so gering wie möglich halten. Indem Sie aufmerksam Ihre Umgebung beobachten, auf Ihr Bauchgefühl hören und die eigenen Fähigkeiten auf dem Land wie im Wasser, nicht überschätzen.