Diese Rechtspopulisten wollen die perfekten Menschen züchten

Medizinische und technische Fortschritte sollen bei der Züchtung von Übermenschen helfen. (Bild: ddp)

Eine rechte Bewegung möchte das Genmaterial der Menschen optimieren und aus den intelligentesten und stärksten Individuen eine Elite gründen. So erschreckend ist der Science-Fiction-Rassismus!

Ihre Hirngespinste kommen vor allem in Großbritannien und den USA richtig gut: Anhänger der Neoreaktionären Bewegung (NRx) möchten die Optimierung der Menschheit und ihres Genmaterials vorantreiben. Sie pflegen den „Rassismus, der aus der Zukunft kommt“, wie es der britische Vordenker dieser Theorie, Nick Land, in seinem Text „Hyper-racism“ formuliert. Die technologischen Fortschritte möchte die rechte Bewegung so lange beschleunigen, bis die gegebene Ordnung zusammenbricht.

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Die erschreckende Ideologie: Mithilfe von künstlicher Intelligenz, Pränataldiagnostik – also Untersuchungen an Föten und schwangeren Frauen – und nanotechnischen Implantaten sollen so genannte Übermenschen und Cyborgs geschaffen werden. Wie die „Zeit“ berichtet, halten die Neoreaktionären entsprechend dem Konzept der „Human biodiversity“ soziale und ökonomische Unterschiede für verursacht und gerechtfertigt durch ein genetisch bedingtes Intelligenzgefälle unter den Ethnien. Die Vorstellung einer für alle gleichen menschlichen Natur weisen sie demnach zurück.

Die intelligentesten und stärksten Menschen dürfen ins All

Dafür halten sie an völlig schwachsinnigen Zukunftsvisionen fest. So sollen Übermenschen und Cyborgs in naher Zukunft das All erobern, während die schwachen Menschen auf der verwüsteten Erde zurückbleiben müssen. Die neue Krone der Schöpfung muss natürlich kompromisslos fortpflanzungsfähig sein, so beispielsweise laut „Zeit“ die Theorie des Evolutionsbiologen Gregory Cochran, von dem der Brite Nick Land ein großer Fan ist. Damit scheiden Schwule und Lesben also aus, womit sich dann auch dieser – laut Cochran – „Irrweg der Evolution“ endlich selbst beseitige.

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Besonders beliebt sind derartige Ideen übrigens ausgerechnet im hippen Silicon Valley. Ein wichtiger Vertreter der Neoreaktionären ist der in San Francisco lebende Software-Ingenieur Curtis Yarvin, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung”. Er fasst den liberalen Mainstream unter dem Begriff der „Kathedrale” zusammen, die es gelte, zum Einsturz zu bringen.

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