Der Frosch verrät sich bei "The Masked Singer" - und Bülent Ceylan die Jury

Jürgen Winzer
·Lesedauer: 6 Min.

Das Tiersterben bei "The Masked Singer" (ProSieben) geht weiter: In der vierten Show ging es dem Frosch an die Schenkel. Als "crazy Frog" wurde ein Komiker enttarnt, den wirklich alle auf dem Zettel hatten. Auch weil Bülent Ceylan eine goldene Jury-Regel brach.

crazy Frog, Wigald Boninb, Frosch, The Masked Singer  2020
Als "crazy Frog" wurde ein Komiker enttarnt, den wirklich alle auf dem Zettel hatten: Wigald Boning.

Erst die Biene (Veronica Ferres), dann der Hummer (Jochen Schropp) und das Alpaka (Sylvie Meis). Jetzt ging der Frosch baden und schied aus. Die possierlichen Tierchen haben es nicht leicht in der dritten Staffel von "The Masked Singer". Im Halbfinale (kommenden Montag, 20.15 Uhr) stehen nun mit Nilpferd, Katze und den Erdmännchen genauso viele Vertreter der irdischen Fauna "überirdischen" Gestalten gegenüber: Alien, Anubis und Skelett.

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Dass es den Frosch erwischte, war für die Fans bei Facebook und Instagram ebenso wenig eine Überraschung ("Heute ist der Frosch fällig!"), wie dass sich Wigald Boning unter der Maske verbarg. Zwar hatte der durchaus sängerisch begabte Allrounder (vor 25 Jahren hatte er als "Die Doofen" mit der Single "Mief!" einen Nummer-eins-Hit) versucht, seine Stimme zu verstellen. Aber gerade beim letzten Song "Kung Fu Fighting" als "Kung Fu Frog" klang der kieksende Wigald schon arg durch. Deshalb lagen auch nicht nur 59 Prozent der ProSieben-App-Nutzer mit ihrer Boning-Vermutung richtig, sondern auch das komplette Rateteam im Studio. Sonja Zietlow und Bülent Ceylan wurden diesmal von Elton verstärkt.

Von 210 Sendeminuten sind 52 Werbung - und nur 40 Gesang!

Es ist schon erstaunlich, was ProSieben da für eine tolle Show geschnitzt hat - und wie konsequent es das Format verwertet. Von den rund 210 Sendeminuten entfielen diesmal wohlwollend geschätzt 40 Minuten auf die zehn Songs - und 52 Minuten auf sechs Werbeblöcke (Moderator Matthias Opdenhövel lächelnd und nicht einmal schamesrot: "Nach einer ganz kurzen Pause sind wir wieder da!") plus "Extraspot" ("Nach nur einem Spot sind wir zurück"). Bleiben fast zwei Stunden für Kandidatenpräsentation, Indizienfilmchen, haspelnd artikulierte heillose Verwirrung beim Rateteam und fröhliches Rumgewitzel mit Opdenhövel.

Wigald Boning , Masked Singer 2020, Matthias Oppdenhövel
Wigald Boning hätte gerne noch weitergemacht, aber in der vierten Folge war Schluss für den "crazy frog",

Und trotzdem: "Diese Show ist ein Abenteuer", befand nicht nur der frisch enttarnte Frosch begeistert. Obwohl er ein bisschen enttäuscht war: "Ich hatte mir noch so viel vorgenommen", verriet Boning: "Ich wollte als Erster in diesem Jahr auf einer Bühne 'White Christmas' singen." Dazu wird es nicht mehr kommen. Vielleicht wird ein bisschen die Stimmung fehlen. Die anderen singen zwar (zumeist!) besser, aber ob es einer schafft, dem ganzen Rateteam die Lachtränen in die Augen zu treiben? Bülent Ceylan jedenfalls war traurig: "Es ist ein Jammer um den Frosch. Ich hab mich jedes Mal weggeschmissen vor lachen."

Bülent Ceylan wird zum doppelten Verräter!

Apropos Bülent. Der ehemalige "Engel" (1. Staffel) mutierte zum doppelten Verräter. Erst verriet der Frosch, dass er letzte Woche von Ceylan eine SMS ("Das bist doch du, oder?") erhalten habe - was Sonja fuchsig machte: "Wir haben doch gesagt, wir schicken keine SMS!". Und dann brach der hardrockliebende Comedian auch noch ein ehernes Gesetz unter den Anbetern der Pommesgabel: Er headbangte zu einem Bon-Jovi-Song! "Das sehen die harten Jungs sicher als Verrat", wusste Ceylan, "aber für den Anubis mach ich das."

Denn der Anubis (bei den Fans liefern sich Klaas Heufer-Umlauf und Elyas M'Barek als Hauptverdächtige ein Kopf-an-Kopf-Rennen) war mit seiner rotzigen Version von "It's My Life" wirklich top. Der altägyptische Gott der Totenriten war es auch, der den Frosch auf die Verliererstraße schubste. Gegen das aggressive Gerocke des Anubis und das witzige "I Want To Break Free" (Queen) vom putzigen Erdmännchenpärchen (über 70 Prozent der Fans vermuten Daniela Katzenberger und Lucas Cordalis unter den Masken) quakte der Frosch mit seinem Modern-Talking-Medley auf verlorenem Posten. Er hüpfte ins Stechen.

Sonja Zietlow: "Ich bin raus, ich habe keine Ahnung!"

Dort traf er auf die Katze und das Nilpferd. Die Katze, wie Zietlow meint, "eine absolute Grande Dame des Showgeschäfts", zog mit "I Am What I Am" (Gloria Gaynor) gegen das Alien mit "Wrecking Ball" (Miley Cyrus) den Kürzeren. Während 63 Prozent unter dem "Trötenöhrchen" Luke Mockridge vermuten, meinen die Hälfte aller App-User, dass die Mieze Vicky Leandros ist. Auch Bülent Ceylan ist dieser Meinung. Auch, weil ihm seine Mutter Hilde eine entsprechende Sprachnachricht ("Des is die... na... die do, die Leandros. Die Ficky!") schickte, die der Comedian in der Sendung vorspielte. "Und ich glaub' meiner Mama!"

The Masked Singer 2020, Katze
Ist die Sängerin im Katzenkostüm wirklich "eine absolute Grande Dame des Showgeschäfts"?

Das Nilpferd hatte trotz Top-Performance mit "Empire Starte of Mind" (Jay-Z) im letzten Vorrundenduell gegen das Skelett keine Chance. Das Gerippe durfte bereits zum vierten Mal als letzter Künstler performen (Warum eigentlich? Ist das ein Indiz?). Wie gewohnt lieferte es mit "I Have Nothing" (Whitney Houston) pure Perfektion. Diese trauen die App-Voter zu 75 Prozent Sarah Lombardi zu. Aber auch zu Mandy Capristo (Ex-Monrose) oder der DSDS-Siegerin 2018, Marie Wegener, passen Stimmgewalt, Klangfarbe und/oder Indizien.

Überhaupt, die Indizien: "Die verwirren total", erkannte Ceylan. Und auch Sonja Zietlow gestand zwischendurch "Ich bin total raus, ich hab keine Ahnung." Das Chaos in der Verdächtigung, das auch die Fans draußen bei App, Facebook und Instagram die Haare laufen lässt - das ist der Sinn der Indizien! Bülent Ceylan hat schon Recht: "Lob an die Redaktion - das ist eine Megaleistung."

Sonja Zietlow fordert Elton zum "Schlag den Star"-Duell!

Eine Megaleistung wird es auch im Halbfinale geben. Das erreichten im Nachsitzen das Nilpferd ("New York, New York") und die Katze (Elton: "Vielleicht ist's auch Uschi Glas." Opdenhövel: "Ach, Muschi Glas?"). Während die Mieze Bülent Ceylan mit "Diamonds" (Rihanna) so sehr rührte ("Ich bin fertig!"), dass er sogar via Kopfhörer von der Regie gefragt wurde, ob alles in Ordnung sei, brachte das Nilpferd mit "New York, New York" Broadway-Flair ins menschenleere Studio. Übrigens wird Nelson Müller mit knapp 50 Prozent der App-Stimmen als aussichtsreichster Verdächtiger für das "Happy Hippo" gehandelt.

Wir werden sehen. Und uns darauf und darüber freuen. Und vielleicht über etwas ganz anderes Sensationelles: Als Opdi mit Elton ein bisschen Werbung für "Schlag den Star - Cathy Hummely vs. Stefanie Hertel" machen wollte, grätschte Sonja Zietlow dazwischen: "Ich werde ja auch dauernd für 'Schlag den Star' angefragt", erklärte sie und machte Nägel mit Köpfen: "Elton, ich fordere dich hiermit heraus!" Sonja gegen Elton. Da könnten auch ein paar Masken fallen. Auch ohne Sänger.

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