"Game of Thrones"-Schattenwolf gab es wirklich: Deshalb ist er ausgestorben

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Er zierte das Wappen des Hauses Stark von Winterfell, sorgte als Welpe für Entzückung und als ausgewachsener Beschützer für Angst und Schrecken: Der Schattenwolf spielte in der Fantasy-Serie "Game of Thrones" eine große Rolle. Doch anders als die Drachen von Daenerys Targaryen hat es das imposante Tier tatsächlich gegeben. Nun haben Forscher herausgefunden, weshalb der echte Schattenwolf das Ende der Eiszeit nicht überleben konnte.

Aus den niedlichen Schattenwolf-Welpen werden schnell imposante Beschützer der Stark-Kinder. (Bild: HBO)
Aus den niedlichen Schattenwolf-Welpen werden schnell imposante Beschützer der Stark-Kinder. (Bild: HBO)

Selbst für eingefleischte GoT-Fans mag es eine Überraschung sein, dass der Schattenwolf einst wirklich existierte. Doch das Schicksal der echten Schattenwölfe – Canis dirus oder auch "schreckliche Wölfe" – war den Forschern bislang ein Rätsel. Nun konnte ein internationales Team aus Wissenschaftlern – darunter auch Forscher der LMU in München – das Erbgut des vor 13.000 Jahren ausgestorbenen Tieres untersuchen. Mit einigen spannenden Erkenntnissen brachte dies auch die Antwort auf die Frage, warum der Canis dirus nicht überleben konnte.

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Die Analyse der fossilen DNA des Schattenwolfs ergab, dass das Tier anders als erwartet nur eine entfernte Verwandtschaft zu den heute lebenden Wölfen und Kojoten aufweist. Das bedeutet, dass es ihm offenbar nicht möglich war, sich mit ihnen zu kreuzen und sich somit fortzupflanzen. Wie es in der im Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlichten Studie heißt, war der Canis dirus das letzte Mitglied einer ausgestorbenen Abstammungslinie, die sich schon vor rund sechs Millionen Jahren von der Gruppe der Hunde und Wölfe abgespalten hat.

Ihr Verbreitungsgebiet in Nordamerika habe sich zwar mindestens 10.000 Jahre lang überschnitten, trotzdem hätten sich keine Hinweise auf Kreuzungen gefunden. "Unsere genetischen Ergebnisse zeigen stattdessen, dass Canis dirus und heute lebende Wölfe sehr entfernte Cousins sind", sagt Co-Autor Kieren Mitchell von der Universität von Adelaide. Die Durham Universität verglich die Verwandtschaft mit der von Menschen und Schimpansen.

Diese "reproduktive Isolation" führte den Forschern zufolge höchstwahrscheinlich dazu, dass der Schattenwolf am Ende der Eiszeit genetisch schlecht für die neuen Umweltbedingungen gerüstet war – und schließlich ausstarb.

Der Schattenwolf war größer als der normale Wolf, aber nicht ganz so imposant wie in GoT. (Bild: HBO)
Der Schattenwolf war größer als der normale Wolf, aber nicht ganz so imposant wie in GoT. (Bild: HBO)

In "Game of Thrones" ein bisschen übertrieben dargestellt

Dass Canis dirus imposante Tiere waren, steht außer Frage. Dennoch reichte ihre tatsächliche Größe nicht an die Darstellung in "Game of Thrones" heran: So lag das Gewicht des Schattenwolfes bei rund 65 Kilogramm. Sein Gebiss war aber deutlich ausgeprägter und wuchtiger als das eines normalen Wolfes – und damit speziell an die Jagd auf große Beutetiere wie Bisons angepasst.

In "Game of Thrones" sind es die Schattenwölfe, die vermeintlich besiegelte Schicksale oft noch wenden können und ihren Besitzern bis in den Tod loyal zur Seite stehen. Wer sie noch einmal in Aktion sehen möchte: Alle Staffeln von GoT stehen bei Sky zum Stream bereit.

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