Medizinisches Wunder: Mann kann nach 55 Jahren wieder sehen

Amerikanische Ophthalmologen konnten bei einem Patienten einen 55 Jahre zurückliegenden Netzhaut-Schaden reparieren. Der Mann hatte sich im Alter von acht Jahren mit einem Stein am Auge verletzt, die Folge war eine Netzhautablösung. Nach einigen komplizierten Eingriffen kann der heute 63-Jährige wieder sehen. Das Ergebnis beweist, dass die Netzhaut nach der Ablösung vom Auge überraschend lange lebensfähig bleiben kann.

Medizinisches Wunder: Mann kann nach 55 Jahren wieder sehen (Bild: thinkstock)
Medizinisches Wunder: Mann kann nach 55 Jahren wieder sehen (Bild: thinkstock)

Seit seinem achten Lebensjahr litt ein Amerikaner unter einer traumatischen Netzhautablösung. Da eine Laserbehandlung am Auge zur Zeit des Unfalls noch nicht möglich war und keine operative Korrektur vorgenommen wurde, konnte der Mann auf dem verletzten Auge seit dem Vorfall nur noch helles Licht wahrnehmen. Später jedoch verschwand auch die Lichtwahrnehmung. 55 Jahre nach dem folgenschweren Unfall suchte der Mann die New Yorker Augenklinik „New York Eye and Ear Infirmary“ auf, wo er über Schmerzen am rechten Auge klagte.

Die behandelnden Ärzte stellten fest, dass die vordere Augenkammer mit Blut gefüllt war. Die Diagnose lautete: sekundäres Glaukom (auch bekannt als Grüner Star) und Glaskörperblutung sowie starke Schädigungen der Hornhaut, wie das „Ärzteblatt“ auf seinem Internetportal vermeldet. Doch die Ophthalmologen sahen eine Behandlungschance. Zunächst senkten sie den Druck in der vorderen Augenkammer durch einen operativen Eingriff. Dieser konnte anschließend durch eine dreiwöchige medikamentöse Behandlung weiter reduziert werden. Nach dieser Therapie kehrte die Lichtwahrnehmung auf dem rechten Auge bereits zurück. Als die Ärzte dann feststellten, dass die vor 55 Jahren abgelöste Netzhaut keine dramatischen Veränderungen aufwies, erfolgte ein weiterer chirurgischer Eingriff: Mit Hilfe von Laserlicht und Silikonöl wurde die Netzhaut wieder in die richtige Position gebracht.

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Ein Jahr später wurde der 63-Jährige erneut an der Netzhaut operiert. Diese Operation brachte ihm sein Augenlicht wieder: Heute kann er Finger im Abstand von fünf Metern zählen. Wie einer der behandelnden Ärzte, Dr. Olusola Olawoye, in der Fachzeitschrift „Journal of Medical Case Reports“ berichtete, gab es nach einem derart langen Zeitraum zuvor keine erfolgreiche Operation dieser Art. „Das ist nicht nur ein großartiges Ergebnis für unseren Patienten, sondern hat auch Auswirkungen auf die Wiederherstellung der Sehkraft bei anderen Patienten, vor allem, was die Stammzellforschung bezüglich der Netzhaut-Progenitorzellen betrifft – diese können möglicherweise in die erkrankte Netzhaut eingepflanzt werden, um die Sehkraft wiederherzustellen“, zitierte das Nachrichtenportal „bbc.co.uk“ den Mediziner. Den überraschenden Erfolg des Eingriffs führen Ophthalmologen auf den geringen Grad der Netzhautablösung zurück.

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