Mirácoli: Hersteller Mars gibt Mogelpackung zu

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Die Verbraucherzentrale Hamburg machte dem Mirácoli-Hersteller Mars nach der Wahl zur Mogelpackung des Jahres einen Vorschlag. Das Unternehmen lehnte ab, gab aber zu, eine versteckte Preiserhöhung durchgesetzt zu haben.

Heimlich den Käse wegschummeln? Das geht gar nicht, fanden viele Verbraucher und wählten Mirácoli in einer Online-Abstimmung zur Mogelpackung des Jahres 2019. Der Hersteller hatte den Käse aus den Verpackungen verschwinden lassen und zudem auch noch an der Tomatensoße und der Würzmischung gespart – am Preis hat sich jedoch nichts geändert.

(Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Begründet hatte Mars den Käseschwund damit, dass viele Verbraucher den Käse gar nicht wollen und so würde man Lebensmittelverschwendung vorbeugen. Viele Verbraucher sahen das aber anders und machten ihrem Ärger unter anderem auf Facebook Luft: „Wie kein Käse? Ohne den schmeckt es nicht! Dann ist es kein Original Miracoli mehr!“, „Danke für die Info. Ohne Käse kaufe ich das nicht mehr“ und „das bei dem saftigen Preis. Ich würde sagen, das Thema ist gegessen.“

Vorschlag abgelehnt

Nach der Wahl zur Mogelpackung des Jahres machte die Verbraucherzentrale dem Hersteller einen Vorschlag: „Wir haben dem Lebensmittelkonzern Mars vorgeschlagen, zukünftig zwei Varianten von Mirácoli (,Mogelpackung des Jahres‘) anzubieten: eine mit und eine ohne Käse. Das würde dann alle zufriedenstellen. Mars hat das abgelehnt: zu teuer!“

In der Antwort des Lebensmittelkonzerns an die Verbraucherzentrale Hamburg war keine Rede mehr von Lebensmittelverschwendung. Vielmehr gab Mars in dem neuen Schreiben die Mogelpackung zu. „… dass wir durch die Herausnahme des Käses eine Preisanpassung durch gestiegene Kosten, u.a. bei Energie und Rohstoffen, verhindern konnten“, heißt es da.

„Das bisherige, oft vorgebrachte Argument, mit dem Herausnehmen des Käses etwas „gegen Lebensmittelverschwendung“ tun zu wollen, entpuppt sich damit als billige Ausrede. Eine peinliche Nummer, finden wir!“, schreibt die Verbraucherzentrale Hamburg auf Facebook.

Situation im Handel muss sich bessern

Schon lange kämpfen die Hamburger gegen Preis-Tricksereien der Hersteller. Allein im vergangenen Jahr sind mehr als 2.500 Beschwerden zu Mogelpackungen bei der Verbraucherzentrale eingegangen.

Laut Presseberichten will sich Bundesverbraucherschutzministerin Christine  Lambrecht dafür einsetzen, dass bei versteckten Preiserhöhungen für mehr Klarheit gesorgt wird.  „Wir nehmen die Ministerin beim Wort und fordern eine Transparenzplattform, auf der Hersteller Füllmengenänderungen samt unverbindlichem Verkaufspreis (UVP) veröffentlichen müssen. Ergänzt um die Preise des Handels, könnten Verbraucher dann nicht mehr so leicht über den Tisch gezogen werden“, so die Verbraucherzentrale Hamburg.

Helfen Sie mit!

Wenn Ihnen auch Mogelpackungen auffallen, freut sich die Verbraucherzentrale Hamburg über eine kurze Meldung per E-Mail an ernaehrung@vzhh.de oder über das Kontaktformular auf ihrer Internetseite.

Weitere Informationen zu aktuellen Mogelpackungen finden Sie auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg und auf der Facebook-Seite der Verbraucherschützer.


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