Morddrohungen gegen ZDF-Reporterin: Ein "Nazis raus"-Tweet und seine Folgen

Nicole Diekmann ist ZDF-Journalistin mit mehr als 77.000 Followern. (Bild: Screenshot/ZDF)

Eine Journalistin des ZDF hat am Neujahrstag zwei Worte gepostet: “Nazis raus.” Damit löste sie eine Welle von Hasstiraden und Gewaltandrohungen aus – der nun eine Unmenge an Solidaritätsbekundungen folgt.

“Nazis raus.” Mit diesen beiden Worten hat ZDF-Reporterin Nicole Diekmann das neue Jahr auf Twitter eingeläutet. Die Entgegnung auf die rechtsradikale Parole “Ausländer raus” wird in dieser Form seit mehr als 30 Jahren öffentlich genutzt. Die Reaktionen auf den Tweet der Reporterin mit mehr als 77.000 Followern hätten kaum extremer ausfallen können.


Tweet wird zum Auslöser für Shitstorm

Wenige Minuten nach der Veröffentlichung ihres Tweets wurde sie in dem sozialen Netzwerk gefragt, wer denn für sie ein Nazi sei. Darauf ihre ironische Antwort: “Jede/r, der/die nicht die Grünen wählt.”


Über Nicole Diekmann brachen regelrechte Hasstiraden herein, sie erhielt massenweise Mord- und Vergewaltigungswünsche. Doch die Berliner Journalistin löschte ihre Tweets nicht, im Gegenteil. Der Sender, bei dem sie arbeitet, gab ihr Rückendeckung. “Die Äußerungen von Frau Diekmann sind aus unserer Sicht durch die Meinungsfreiheit geschützt und rechtfertigen in keiner Weise die Drohungen, denen unsere Mitarbeiterin ausgesetzt ist”, betonte der ZDF-Sprecher laut “Welt”.


Auf Hass folgte Solidarität für Nicole Diekmann

Dem Shitstorm folgte schließlich auch eine Welle der Solidarität. Zahlreiche Twitter-Nutzer, Medien und auch prominente User springen der Journalistin bei und setzen ebenfalls Tweets mit den Worten “Nazis raus” ab, darunter ihre ZDF-Kollegin Dunja Hayali, TV-Satiriker Jan Böhmermann, Schauspieler Christian Ulmen und Ex-Tennisspieler Boris Becker.





Auch Politiker wie Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD), Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt und SPD-Politikerin Sawsan Chebli äußerten sich entsprechend auf Twitter. Ebenso Fußballvereine wie Hertha BSC, FC Schalke 04 oder der 1. FC Nürnberg, auch sie setzten ein Zeichen gegen Rechts.