"The Deuce" machte es vor: Neue Richtlinien zum Schutz der Stars am Set

Intime Szenen am Set empfinden manche Schauspieler als extrem unangenehm, gerade, wenn es sich dabei um Sexszenen handelt oder sie nackt sind. Um die Schauspieler besser zu schützen, setzen manche Produktionsfirmen bereits sogenannte Intimitätskoordinatoren ein. Welche Aufgaben genau in deren Bereich fallen, hat nun die US-Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA festgelegt.

Die Serie "The Deuce“ mit Maggie Gyllenhall (Mitte) zeigt viel Sex, achtet aber beispielhaft darauf, seine Stars zu schützen. (Bild: HBO)

Die Serie ”The Deuce“ spielt in der Porno-Szene im New York der 1970er-Jahre und enthält, dem Thema entsprechend, jede Menge Sex-Szenen. Insofern war es nur logisch, dass dort 2018 zum ersten Mal zum Einsatz kam, was mittlerweile beinahe zum Standard gehört: Auf Betreiben der Schauspielerin Emily Meade beschäftigte der US-Sender HBO sogenannte Intimitätskoordinatoren, die die Darsteller bei der Umsetzung von intimen Szenen unterstützen und diese überwachen sollten. Ein wichtiger Schritt, um Schauspieler im Zuge der #MeToo-Bewegung besser zu schützen. Kurz darauf setzte HBO die Intimitätskoordinatoren bei allen Produktionen ein.

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Ein kreatives Umfeld, das Sicherheit bietet

Um Schauspieler noch besser vor sexuellem Fehlverhalten im Arbeitsumfeld zu schützen, hat die amerikanische Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA jetzt neue Regeln für den Umgang mit Intimitätskoordinatoren veröffentlicht und auch den Begriff definiert: ”Fachleute, die Darstellern und Produktionen helfen, hochsensible Szenen mit Nacktheit und simuliertem Sex zu steuern“, wie es in der Mitteilung heißt. Diese spielten eine ”einzigartige Rolle, indem sie sich für die Sicherheit der Darsteller einsetzen und sicherstellen, dass die kreativen Bedürfnisse einer Produktion erfüllt werden“, schrieb die SAG-AFTRA-Präsidentin Gabrielle Carteris.

Die Würde muss gewahrt werden

So sollen die Intimitätskoordinatoren über den gesamten Produktionsprozess hinweg anwesend sein, die Proben überwachen und sicherstellen, dass die Sets beim Dreh geschlossen sind, also niemand außer dringend notwendigen Crew-Mitgliedern (in der Regel Regisseur und Kameramann) anwesend sein darf. Außerdem sollen sie darauf achten, dass im Endprodukt wirklich nur das zu sehen ist, was im Vorfeld vertraglich vereinbart wurde. Die neuen Richtlinien trügen dazu bei, dass an Sex-Szenen Beteiligte ”in einer Weise arbeiten können, die ihrer Kreativität entspricht und gleichzeitig ihre persönliche und berufliche Würde bewahrt“.

Die Schauspielergewerkschaft hatte bereits direkt nach den Vergewaltigungsvorwürfen gegen Filmproduzent Harvey Weinstein eine Richtlinie aufgestellt, wonach Vorsprechen nicht mehr in Privatwohnungen oder Hotelzimmern stattfinden dürfen.

“The Deuce“ läuft auf Sky Atlantic HD und über Sky Ticket im Stream.