Pfingstpastor stirbt an Schlangenbiss

Es sollte ein besonders feierlicher Gottesdienst werden: Zu seiner Pfingstmesse brachte Pfarrer Mark Wolford jüngst eine lebende Klapperschlange. Dabei handelt es sich um ein religiöses Ritual, das in einigen amerikanischen Pfingstkirchen zelebriert wird. Doch während der Feier biss die Schlange den 44-Jährigen, mit tödlichen Folgen. Besonders tragisch: Bereits der Vater des Geistlichen war auf diese Weise umgekommen – und zwar vor den Augen seines Sohnes.

Die Messe am Pfingstsonntag hielt Pfarrer Mark Wolford aus dem US-Bundesstaat Virginia im Freien ab. Als besonderes Accessoire brachte er eine lebende Klapperschlange mit. Wolford, Angehöriger der christlichen Pfingstbewegung, gehörte zu jenen Priestern in den USA, die Schlangen als religiöses Ritual einsetzen. Die sogenannten „Snake-Handler“ nehmen den Bibel-Abschnitt 16,17-18 im Markus-Evangelium wörtlich. Darin heißt es: „Diese Zeichen aber werden die, welche glauben, begleiten: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nichts schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.“ Anhänger dieser Praxis glauben demnach, dass ihnen ein giftiger Schlangenbiss nichts anhaben kann.

Wolford war über die Grenzen seiner Heimatstadt Matoaka, West Virginia hinaus für seinen besonders anschaulichen, lebendigen Gottesdienste bekannt. Doch jener am Pfingstsonntag nahm ein tragisches Ende. Etwa eine halbe Stunde nach Beginn legte der Pfarrer die Klapperschlange auf den Boden und setzte sich neben sie. Daraufhin biss sie ihn in den Oberschenkel.

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Statt ins Krankenhaus wurde der 44-jährige Geistliche in das über 100 Kilometer entfernte Haus eines Familienangehörigen gebracht. Auf seinen Wunsch. Er war zuvor bereits drei Mal von einer Schlange gebissen worden – immer hatte er sich geweigert, ein Krankenhaus aufzusuchen, weil er die Bisse als Glaubensprüfung ansah. Doch diesmal bekam Wolford keine Hilfe von oben. Sein Zustand verschlechterte sich, und als man ihn schließlich doch in eine Klinik brachte, war es zu spät. Der Priester starb an einer Vergiftung.

Auch Wolfords Vater war 1983 im Alter von 39 Jahren während eines Gottesdienstes durch den Biss einer Schlange gestorben – vor den Augen seines Sohnes. „Als er gebissen wurde, sagte er, dass er in der Kirche sterben möchte. Drei Stunden nach dem Biss versagten seine Nieren. Eine Weile später hörte das Herz auf zu schlagen“, erinnerte sich der Pfarrer in einem Interview, das er 2011 der „Washington Post“ gab. „Es war furchtbar für mich, ihn gehen zu lassen, aber er starb für das, woran er glaubte.“

Während „Snake-Handling“ in West Virginia legal ist, ist die religiöse Praxis in vielen US-Bundesstaaten wie Kentucky und Tennessee verboten.











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