Schmerzhafte Entscheidung: Rapper MoTrip weint bei "Sing meinen Song" um sein ungeborenes Kind

Nadine Wenzlick

Dramatische Lebensgeschichte(n) und rührende Songs: In der vierten Folge von "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert" kamen Rapper MoTrip gleich mehrmals die Tränen.

Rapper MoTrip ist neben Ilse DeLange schon jetzt der große Gewinner der aktuellen Staffel von "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert". Seine Kollegen überrascht er jede Woche mit völlig umgeschriebenen Versionen ihrer Songs und Texten voller Tiefgang. Sowohl Max Giesinger als auch die niederländische Sängerin Ilse DeLange brachte er mit seinen Coverversionen schon zum Weinen. In der vierten Folge der erfolgreichen VOX-Show kam nun heraus: Der schlagfertige Rapper hat selbst nah am Wasser gebaut. Als seine Kollegen sich seinem Werk widmeten, kamen ihm gleich mehrmals die Tränen.

"Einen Rapper in der Truppe zu haben, ist immer ein Experiment. Wir müssen seine gerappten Sachen entweder rappen oder singen. Das mischt die Karten schön auf", sagte Gastgeber Michael Patrick Kelly zu Beginn. Der erste, der sich tatsächlich einen Rap zutraute, war Max Giesinger. "Auch wenn das überhaupt nicht meine Komfortzone ist. So viel Text, wie Mo in einer Strophe verpackt, habe ich in zehn Liedern!", sorgte Giesinger sich noch, meisterte MoTrips großen Hit "So wie du bist" dann aber ziemlich gut. "Du verdammter Rockstar! Das war größer, als ich ihn jemals gespielt habe", lobte MoTrip.

Aus dem Libanon nach Deutschland

Aber wer ist dieser MoTrip überhaupt? Mohamed El Moussaoui wurde 1988 in Beirut im Libanon geboren. Als er eineinhalb Jahre alt war, flohen seine Eltern vor dem Bürgerkrieg nach Deutschland. "Ich weiß das nur aus Erzählungen, meine ersten Erinnerungen sind in meinem Kinderzimmer in Aachen", verriet er seinen Kollegen. Nicht immer sei es leicht gewesen, akzeptiert zu werden - aber: "Meine Brüder und ich haben hier so viel gelernt und erleben können. Ich weiß nicht, was ich heute im Libanon machen würde." Als Dankeschön an seine Mutter schrieb MoTrip den Song "Mama".

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"Ich konnte nicht einfach irgendwas nachrappen. Deswegen habe ich den Song komplett umgeschrieben", sagte Nico Santos. "Als ich geboren wurde, haben die Ärzte zu meinem Papa gesagt: Nico und ihre Frau werden das nicht überleben. Papa hat mir dann jeden Abend mit einer Kalimba etwas vorgespielt. Die Kalimba habe ich heute hier." Da kullerten bei MoTrip das erste Mal die Tränen. "Ich wusste schon, ich bin nah am Wasser gebaut", sagte er, "aber sowas kannst du mir doch nicht antun..."

Mit einer völlig neuen Version von "Zuhause ist wir" überraschte anschließend Ilse DeLange: Sie machte aus dem Stück einen Country-Song mit Akustikgitarre und Streichern. Schon wieder kamen MoTrip die Tränen. "Was hast du gemacht?", sagte er. "Du hast eine internationale Nummer aus dem Text gezaubert. Ich musste so krass weinen!" Zu Recht verlieh MoTrip ihr am Ende den Preis für den Song des Abends.

Schmerzvolle Abtreibung

Doch vorher wurde es noch mal besonders emotional, und zwar als Michael Patrick Kelly MoTrip auf den Song "Embryo" ansprach. "Der Text ist autobiografisch. Mehr kann ich dazu nicht sagen", rang MoTrip um Worte. Seit etwa acht Jahren ist er mit seiner Jugendliebe Larissa liiert. Die beiden kennen sich seit der sechsten Klasse und sind Eltern von zwei Kindern - doch vor Jahren entschieden sie sich zu einer Abtreibung. "Embryo" ist aus der Sicht des ungeborenen Kindes geschrieben.

Um das noch zu unterstreichen, ließ Kelly die erste Strophe von einem Kind einsprechen. "Ich wollte nur das Licht der Welt erblicken, doch ich sollte nicht / Seht hoch ich fliege mit dem Wind / Lebt wohl, in Liebe - euer Kind." Zu viel für MoTrip, der sein Gesicht in den Händen vergrub. "Ich möchte dir danken für die Mühe und Auseinandersetzung mit so einem schweren Thema. Nimm mir bitte nicht übel, dass es mir so wehtut und ich es gerade nur als puren Schmerz wahrnehmen konnte", sagte er zu Kelly. "Du hast ganz, ganz tief in meine Seele gegriffen. Aber ich glaube, am Ende ist das Wachstum. Ich gehe oft ins Gym und da zerstöre ich meine Muskeln. Durch das Heilen wachsen sie dann. Und ich glaube, auf diesem Weg bin ich heute einen Schritt weitergegangen, was meine Seele angeht. Dass da einmal ordentlich reingerissen wurde, um vielleicht stärker hier rauszugehen."

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