Zum ersten Mal in 18 Jahren: Putin sagt Telefon-Sprechstunde ab

Der russische Präsident Wladimir Putin wird seinen öffentlichen Telefon-Marathon zum ersten Mal seit 18 Jahren nicht abhalten. Die Absage kam überraschend.

Wladimir Putin
Wladimir Putin wird erst einmal nicht mit russischen Bürger*innen telefonieren. (Bild: Euronews)

Der jährliche Telefon-Marathon, bei dem russische Bürgerinnen und Bürger mit dem russischen Präsidenten über ihre täglichen Probleme sprechen können, wird zum ersten Mal seit fast zwei Jahrzehnten nicht stattfinden. Das berichtet die Moscow Times.

Seit 2004 ist das Programm mit dem Namen Direct Line - das live übertragen wird - nicht verschoben worden. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow versicherte Reporter*innen in einer Erklärung, dass die Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden werde.

Grund für die Absage Putins Gesundheitszustand?

Zu den Gründen für die Verschiebung wurde nichts gesagt. In den vergangenen Wochen hatte es aber immer wieder Spekulationen zum Gesundheitszustand Putins gegeben. Als weiterer Grund wurde die Befürchtung angeführt, es könnten unangenehme Fragen zum Krieg in der Ukraine gestellt werden - in Russland darf in diesem Zusammenhang nur von einer "Sonderoperation" gesprochen werden.

Letzte Woche hatte die russische Regierung noch angekündigt, Putin werde die stundenlange Telefonkonferenz während des Internationalen Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg vom 15. bis 18. Juni abhalten. Jetzt sagte Sprecher Peskow, der Telethon werde diesen Monat nicht stattfinden.

Andere regelmäßige Veranstaltung ebenfalls verschoben

Eine weitere regelmäßige Veranstaltung des Präsidenten, Putins Ansprache vor der russischen Föderalversammlung, war im April ebenfalls verschoben worden - ohne dass bisher ein Termin für ihre Wiederaufnahme genannt wurde.

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