Sir Isaac Newton hat es berechnet: So nah ist der Weltuntergang

Newton war sich damals sicher: Die Welt wird untergehen! (Bild: ddp)

Issac Newton gilt als einer der größten Wissenschaftler der Geschichte. Doch vertraute der gelehrte Brite nicht nur auf Fakten, sondern auch auf die Heilige Schrift. Und mit ihrer Hilfe meinte der Bibelgelehrte, sogar das Ende der Welt voraussagen zu können.

Sir Isaac Newton (1642-1727) war zweifelsohne ein Genie. Unermüdlich forschte der Verwaltungsbeamte, Naturwissenschaftler, Alchemist und Philosoph und gehört noch heute zu den bedeutendsten Wissenschaftlern aller Zeiten. Inwieweit die Behauptung stimmt, ein auf seinen Kopf gefallener Apfel hätte ihm zu seinem Durchbruch verholfen, ist umstritten. Fest steht aber, dass der Universalgelehrte als erster die Gravitation beschrieb und mit den Bewegungsgesetzen die klassische Mechanik begründete. Auf sein Konto gehen auch: Die Infinitesimalrechnung sowie die Teilchentheorie des Lichtes und die Erklärung des Lichtspektrums, womit er sich selbst zum Godfather der Optik machte.

Wissenschaft meets Religion

Doch gerade Newton, der Superchecker auf den Gebieten Mathematik und Physik, war auch einem anderen Gebiet zugetan, dem man mit wissenschaftlichen Methoden nicht beikommen kann: der Theologie. Eifrig studierte der tief religiöse Newton die Bibel und kam dabei zu einer Berechnung, von der man nur hoffen kann, sie werde sich als falsch herausstellen: Der Weltuntergang im Jahr 2060!

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Der Brief, in dem Newton seine Prophezeiung zu Papier gebracht hat, stammt aus dem Jahr 1704. Darin setzte er das Ende der Welt auf 1260 Jahre nach der Gründung des Heiligen Römischen Reiches im Jahr 800 nach Christus fest. „Es könnte später enden, aber ich sehe keinen Grund, dass es früher enden sollte“, heißt es etwas lapidar in dem Schriftstück, das ein jüdischer Gelehrter 1936 auf einer Auktion in London ersteigert hatte und das sich seit 1969 im Besitz der Nationalbibliothek in Jerusalem befindet.

„Diese Dokumente zeigen einen Wissenschaftler, der von religiöser Leidenschaft geführt wurde. Von einem Verlangen, Gottes Wirken in der Welt zu sehen“, sagte dazu Yemima Ben-Menahem, die Kuratorin der Ausstellung „Newtons Geheimnisse“ in der Hebräischen Universität in Jerusalem.

Das Buch Daniel als Grundlage

Doch worauf gründet Newtons Prophezeiung vom Weltuntergang zu einem Zeitpunkt, zu dem der Gelehrte selbst schon 333 Jahre unter der Erde liegen wird? Grundlage seiner Prophezeiung war das Buch Daniel im Tanach, der hebräischen Bibel. Ein Schriftstück, das in Erzählungen und Visionen von der Apokalypse handelt und deshalb immer wieder von Anhängern verschiedenster Weltuntergangstheorien herangezogen wird. Natürlich auch, weil die unzähligen Metaphern und die Zahlenmystik einen großzügigen Spielraum für Interpretationen lassen. Zentrales Thema ist aber ganz klar die Frage nach einer gerechten Herrschaft auf der Erde.

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Der Herrschaft des Menschen wird derjenigen Gottes gegenübergestellt. Diese steht unabänderlich bevor, und nur durch sie kann die Menschheit ihr Heil erreichen. Das Ende der Weltzeit bedeutet also den Beginn von Gottes Reich. Ein Thema, das sich auch im Letzten Buch des Neuen Testaments, der Offenbarung des Johannes, findet.

Das Ende kommt. Nur wann?

Newton hat sich sehr viel mehr auf die Berechnung des Endes der Welt konzentriert als darauf, wie es aussehen wird. Darin, dass es aber unweigerlich bevorsteht, pflichtet ihm sein „Quasi-Nachfolger“ an der renommierten University of Cambridge bei: Stephen Hawking, das wohl größte Physik-Genie der Neuzeit.

Auch Stephen Hawking zeichnet ein düsteres Szenario. (Bild: ddp)

Wie er auf diversen Kongresse immer wieder betont ist er sich sicher, dass Klimawandel, nukleare Waffen, Pandemien oder die fortschreitende künstliche Intelligenz ein Leben auf der Erde unmöglich machen werden. Allerdings bleiben den Menschen seiner Einschätzung nach nicht mehr nur 43 Jahre, wie von Newton berechnet, sondern etwa 1000. Zeit zu vergeuden bleibt aber trotzdem nicht, sei doch der einzige Weg in die Rettung noch nicht geebnet: „Wir müssen weiter ins Weltall vorstoßen, um eine Zukunft für die Menschheit zu ermöglichen.“

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