"Trump-Apokalypse": So rüsten sich Prepper für den Weltuntergang

Bringt Donald Trump den Weltuntergang? (Bild: Getty Images)

Luxusbunker, Augen-OPs, Fluchtimmobilien und ein stets vollgetankter Hubschrauber: So viele Menschen wie noch nie wappnen sich für den Zusammenbruch der Zivilisation. Der Grund dafür hat einen Namen: Donald Trump.

Es sind nicht etwa durchgeknallte Verschwörungstheoretiker, die sich auf das Ende der Welt vorbereiten. Auch viele Tech-Milliardäre folgen dem Prepper-Trend und stellen sich auf ein Schreckensszenario mit ungewöhnlichen Überlebensstrategien ein. Sie kaufen Grundstücke in Neuseeland, bauen Bunker mit Wasserrutschen und Pools und lassen sich die Augen lasern – die “Survival Bewegung“ nimmt immer verrücktere Formen an.

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Doch warum ist die Angst vor einem Weltuntergang so groß wie noch nie?

Eine Umfrage des Magazins “National Geographic” ergab bereits 2012, dass vier von zehn Amerikanern Vorratskäufe und den Bau eines Bombenschutzbunkers für eine sinnvollere Investition halten als Sparpläne zur Altersvorsorge. Bei Rising Bunkers glaubt man, dass die explodierende Nachfrage nach Schutzräumen politische Gründe hat. Wie ein Sprecher des Unternehmens der “Huffington Post” erklärte, hätten die Menschen Angst “vor einem großen Krieg, weil Trump vor nichts zurückschreckt.”

In der ersten Woche nach Donald Trumps Amtsantritt meldeten sich 13.401 Amerikaner bei der neuseeländischen Einwanderungsbehörde an, um dort leben zu können. Das ist über 17 Mal mehr als normalerweise. Der “New Zealand Herald” sprach deswegen sogar von der “Trump-Apokalypse”.

Was sind eigentlich Prepper?

“Prepper” (abgeleitet von englisch: Preparedness, “Bereitschaft”) stellen sich mit Vorräten, Bunkern und Waffen auf Katastrophen ein und teilen ihre Ideen in Facebook-Gruppen und Internetforen. Viele Leute glauben, dass Prepper Verrückte sind, die nur darauf warten, dass der Weltuntergang eintritt. Tatsächlich sind Prepper ganz normale Menschen, die ihre Familien auf eine Krisenzeit mit Lebensmittel- und Wasservorräten oder Kampftechniken vorbereiten wollen.

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Auf welches historische Ereignis geht das Preppen zurück?

Der Ursprung des Preppens lässt sich auf kein genaues Ereignis festlegen. Die Menschen legten zu jeder Zeit Vorräte als Krisenvorsorge für Zeiten des Krieges an. Während des Kalten Kriegs wurde die Apokalypse jedoch zum Thema für die US-Regierung. Die Federal Civil Defense Administration gab Anleitungen heraus, wie man einen Atomschlag überleben könne. Eine davon: “Springen Sie in den nächsten Graben oder ins Abwassersystem“. Es blieb jedoch nicht nur bei Theorien. 1958 ließ Präsident Dwight Eisenhower einen geheimen Bunker errichten, der in den Bergen von West Virginia genug Platz für alle Mitglieder des Kongresses bot. Mehr als 30 Jahre lang blieb dieser Bunker geheim.

Was für Überlebensstrategien gibt es?

Steve Huffman, Mitgründer und CEO von Reddit, ließ sich die Augen lasern – und das nicht etwa aus Eitelkeit oder Gründen der Bequemlichkeit. Wie der 33-Jährige gegenüber der “New York Times” erklärte, hatte er einen Grund, über den er normalerweise nicht spricht: Er hofft, dass gute Augen ihm helfen, die kommende Katastrophe zu überleben, sei es nun eine Naturkatastrophe oder eine von Menschen gemachte. “Wenn die Welt untergeht – und nicht nur dann, sondern wenn eine größere Notlage eintritt – wird es unglaublich schwer werden, sich Kontaktlinsen oder Brillen zu beschaffen”, sagt er. “Ohne die bin ich komplett aufgeschmissen.”

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Der frühere Yahoo-Manager Marvin Liao, der heute Partner bei der Investmentfirma 500 Startups ist, hatte Unterricht im Bogenschießen, um seine Lebensmittel- und Wasservorräte zur Not verteidigen zu können. Ein typisches Männerhobby mit einem etwas kuriosem Science-Fiction-Zusatz.

Viele Menschen kaufen sich außerdem Immobilien im Ausland, die ihnen als Zufluchtsort dienen sollen. Besonders beliebt ist dabei New Zealand, da dort Selbstversorgung am besten funktioniert.

Wieso haben gerade Superreiche Angst vor dem Weltuntergang?

Auch die Tech-Elite aus dem Silicon Valley ist durch das politische Klima und die Wahl von Donald Trump verunsichert. Laut der “New York Times“ befürchten die Superreichen aber auch einen Angriff auf ihre ganze Schicht, der ihre Existenz bedroht. Immerhin hat Silicon Valley die zweithöchste Vermögenskonzentration in den USA. Wenn künstliche Intelligenz immer mehr Arbeitsplätze zerstört und die Kluft zwischen Arm und Reich weiter wachse, werde die Wut auf Silicon Valley groß werden.

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