Sollte kein Tabu sein: Diese Stars sprechen öffentlich über ihre Abtreibung

Die Schauspielerinnen Milla Jovovich (l.) und Rose McGowan brachen das Schweigen und erzählten ihre persönliche Geschichte. (Bild Getty Images)
  • Ein neues Gesetz verbietet Abtreibungen in manchen US-Bundesstaaten, ein Verstoß wird hart bestraft

  • Einige Promi-Damen nehmen kein Blatt vor den Mund und äußern sich

  • Milla Jovovich, Rose McGowan und andere sprechen öffentlich über das vermeintliche Tabu-Thema

Anfang des Monats unterzeichnete der Gouverneur des US-Bundesstaates Georgia, Brian Kemp, ein umstrittenes Abtreibungsverbot. Es besagt, dass Frauen lebenslang ins Gefängnis kommen können, wenn sie ihre Schwangerschaft nach sechs Wochen abbrechen. Ein ganz ähnliches Gesetz wurde gerade in Alabama verabschiedet. Das strengste Abtreibungsgesetz der Vereinigten Staaten besagt, dass Schwangerschaftsabbrüche in diesem Bundesstaat komplett verboten sind – sogar nach Vergewaltigung und in Fällen von Inzest. Einzig, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist, darf abgetrieben werden.

Stars erheben ihre Stimme

Reaktionen auf diese – für Frauen so einschneidenden – politischen Entscheidungen blieben nicht aus und auch Stars äußerten sich bereits zu dem sehr persönlichen Thema.

Milla Jovovich

Als eine der Ersten kommentierte Milla Jovovich das Thema. Die Schauspielerin berichtete via Instagram von ihrer eigenen Erfahrung:

“Unser Recht als Frauen sichere Abtreibungen durch erfahrene Ärzte zu erhalten, steht erneut auf dem Spiel”, schrieb das ehemalige Model. Jovovich, die mit ihrem Ehemann, Filmautor und Regisseur Paul W.S. Anderson, zwei Kinder hat, sagte, dass die Abtreibung “eine der schlimmsten Depressionen ihres Lebens” ausgelöst habe. Bei ihr hätten vorzeitige Wehen eingesetzt, während sie in Osteuropa drehte, und sie habe bei vollem Bewusstsein eine Abtreibung durchführen müssen. Sie nahm sich damals frei, um sich zu erholen. Während dieser Zeit begann sie zu gärtnern und zu trainieren, um keine Antidepressiva nehmen zu müssen. In dem langen Kommentar auf Instagram offenbarte sie außerdem: “Ich habe immer noch Albträume. Ich war allein und hilflos. Wenn ich darüber nachdenke, dass Frauen Abtreibungen unter vielleicht noch viel schlimmeren Umständen als ich durchmachen müssen, dreht sich mir der Magen um.”

Rose McGowan

Auch Schauspielkollegin Rose McGowan sprach bereits über ihre eigene Erfahrung mit dem Thema Abtreibung. Sie ging auf einen Tweet der Frauenbewegung “Ultra Violet” ein. Hier heißt es, dass Abtreibung weit verbreitet, normal und sicher ist, aber Politiker dennoch fordern, den sicheren und legalen Zugang zu Abtreibungen zu beenden.

“Ich hatte eine Abtreibung und unterstütze diese Botschaft. Ich schäme mich nicht und du solltest das auch nicht. Dass 60 Prozent derjenigen, die sich für Abtreibungen entscheiden, bereits Mütter sind, sagt viel aus – sie verstehen mehr als jeder andere davon. Ich habe Verhütungsmittel benutzt und die haben nicht funktioniert. Mir wurde klar, dass ich kein Kind in die Welt setzen konnte.”

Ashley Judd

Während einer Gesprächsrunde zu der “Time’s Up”-Bewegung beim Tribeca Film Festival 2018 sprach Schauspielerin Ashley Judd offen darüber, was ihr Grund für eine Abtreibung war. “Wie jeder weiß, weil ich bei diesem Thema sehr offen bin, bin ich dreimalige Überlebende einer Vergewaltigung. Eines der Male, als ich vergewaltigt wurde, gab es eine Empfängnis. Und ich bin sehr dankbar, dass ich Zugang zu einer sicheren und legalen Abtreibung hatte.”

Nicki Minaj

Ebenso berichtete Sängerin Nicki Minaj in einem Interview mit dem “Rolling Stone” von einem Schwangerschaftsabbruch im Alter von 15 Jahren. Die Musikerin war damals noch auf der High School und wurde von ihrem ersten Freund schwanger – ungewollt: “Als ich herausfand, dass ich schwanger bin, dachte ich, ich müsste sterben”, so Minaj.

Nina Hagen

Auch die deutsche Musiklegende Nina Hagen war bei ihrer Abtreibung erst 15 Jahre alt. Sie wurde jedoch, im Gegensatz zu Nicki Minaj, von ihrer eigenen Mutter gegen ihren Willen zum Schwangerschaftsabbruch gedrängt. In ihrer Autobiografie “Bekenntnisse” berichtet sie von dem zutiefst traumatischen Erlebnis, bei dem sie der behandelnde Arzt zu allem Überfluss auch noch sexuell belästigte.