Twitter-Story mit Moral: Traue nie dem freundlichen Sitznachbarn

·Freie Autorin
·Lesedauer: 4 Min.

Wie schnell man aus Nächstenliebe in eine brenzlige Situation geraten kann, zeigt die Story einer Bloggerin, die im Flugzeug fast zur Kriminellen wurde – ohne es zu ahnen.

Nicht jeder Sitznachbar im Flieger ist so nett wie er vielleicht aussieht. (Symbolbild: Getty Images)
Nicht jeder Sitznachbar im Flieger ist so nett wie er vielleicht aussieht. (Symbolbild: Getty Images)

Traue keinem Fremden. Eine Weisheit, die man schon Kindern mit auf den Weg gibt. Auch als Erwachsener sollte man sich öfter darauf besinnen. Denn der auf den ersten Blick sympathische Sitznachbar im Bus entpuppt sich vielleicht als Wolf im Schafspelz. Und eine alte Dame im Flieger, die gebrechlich aussieht, ist am Ende eine Verbrecherin. Genau das lernte die Bloggerin und Übersetzerin Unigwe Chidalu aus Nigeria beinahe auf die harte Tour. Dabei wollte sie einfach nur einer älteren Frau einen Gefallen tun – und wurde beinahe zur Drogenschmugglerin. Ihre Story teilte die Bloggerin auf Twitter, wo sie viele Reaktionen auslöste.

Unterhaltung im Flieger: Die alte Lady schien so nett zu sein

“Wer viel im Flugzeug unterwegs ist, sollte sich besser vor allzu freundlichen Sitznachbarn in Acht nehmen“, beginnt Chidalu ihren Thread.

Unigwe Chidalu war auf dem Weg nach Dubai. Eine alte Dame nahm im Flieger neben ihr Platz und bat Chidalu, ihr mit ihrem Gepäck zu helfen und es in den Fächern zu verstauen. Doch ein Mann gegenüber kam ihr zuvor. Die alte Dame fing sofort an, sich mit Chidalu zu unterhalten und die beiden hatten einen angenehmen Flug. Für die Bloggerin war die Frau einfach eine sehr nette und respektvolle alte Dame.

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Doch dann wurde es merkwürdig. Als sich das Flugzeug nämlich im Anflug in Richtung Dubai befand, bekam die Dame plötzlich schlimme Bauchschmerzen. Die Bloggerin rief das Bordpersonal und war sehr erstaunt, als ihre Sitznachbarin sie plötzlich als ihre Tochter titulierte. Der Dame schien es immer schlechter zu gehen, sie schwitzte und schrie scheinbar in großen Schmerzen. Doch sie mussten warten, bis das Flugzeug landet, meinte das Bordpersonal. Vorher könnte man nichts machen außer Schmerzmittel zu geben. Die alte Dame wollte Chidalus Hand derweil einfach nicht loslassen. “Alle vermuteten, dass wir uns kannten“, schreibt die Bloggerin.

Beinahe kam es zum Drogenschmuggel

Als sie schließlich in Dubai landeten, bekam die Bloggerin Hilfe von unerwarteter Seite. “Der gleiche Gentleman, der schon beim Start mit dem Gepäck geholfen hatte, war wieder da und half auch diesmal, die Koffer aus den Fächern herauszuholen. Dabei wandte er sich diskret an mich und riet mir, mich sofort von der alten Dame zu distanzieren und dem Kabinenpersonal zu vermitteln, dass wir nicht gemeinsam reisen.“

Und in der Tat kam es dann genau so, wie der helfende Reisende es vermutet hatte. Nach der Landung fragte das Kabinenpersonal, ob die beiden verwandt seien, was Chidalu natürlich kategorisch ablehnte. Als sie sich dann endgültig von ihrer Sitznachbarin verabschieden wollte, bat die alte Dame darum, dass die Bloggerin ihre Handtasche tragen sollte. Doch Chidalu weigerte sich – und sie tat gut daran, wie sich herausstellen sollte.

Sie verließ das Flugzeug und fühlte sich dennoch ein bisschen schuldig, dass sie nicht geholfen hatte. Zumindest solange, bis sie zum Gepäckband kam. Denn da sah sie nämlich, wie die alte Dame vor dem Kabinenpersonal flüchtete, dass sie aufgrund der Bauchschmerzen in einen Rollstuhl gesetzt hatte. Die Handtasche ließ sie bei der Stewardess. Zum Glück war die Flughafenpolizei sofort zur Stelle und verhaftete die Dame. Als sie an Chidalu vorbeikamen, rief die Frau noch „meine Tochter, wie kannst du mir das antun“. “In dem Moment wurde mir klar, dass ich Teil eines Drogenschmuggels werden sollte“, schreibt Chidalu auf Twitter.

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Die Bloggerin wurde dann auch tatsächlich intensiv von der Polizei befragt. Doch der Gentleman aus dem Flugzeug machte ebenfalls eine Aussage und entlastete sie. „ich wurde entlassen mit dem Hinweis, nie wieder das Gepäck von Mitreisenden anzufassen – und daran halte ich mich bis heute“, schließt sie ihren Post.

Schock und Fragen in den Kommentaren

In den Kommentaren zeigen sich die Nutzer geschockt.

"Hmmm! Manchmal zahlt es sich aus einfach nicht nett zu sein."

Manche fragen sich aber auch, wie die alte Dame überhaupt ihre Drogen an Bord des Flugzeug bringen konnte.

“Und niemand fragt sich, wie die Dame überhaupt mit ihren Drogen an Bord kommen konnte? Oder wird man in Nigerias Flughäfen gar nicht kontrolliert heutzutage?“ 

So oder so, die Moral von der Geschichte ist unzweifelhaft da: Traue keinem Fremden und fass bloß kein fremdes Gepäck an.

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