Wer ist in der EU: Alle Infos zum Bündnis der europäischen Länder

·Freie Autorin

Nach dem Brexit und dem Krieg in der Ukraine ist die Europäische Union, ihre Bedeutung und ihre Mitglieder in den vergangenen Jahren in den Fokus gerückt. Doch wer ist in der EU - und wer will noch rein? Alle Informationen zu dem Staatenbündnis.

Wer ist in der EU? Ein Überblick zur Europäischen Union und seinen Mitgliedsstaaten (Bild: Sean Gallup/Getty Images)
Wer ist in der EU? Ein Überblick zur Europäischen Union und seinen Mitgliedsstaaten (Bild: Sean Gallup/Getty Images)
  • Die EU wurde 1993 ins Leben gerufen

  • Deutschland gehörte zu den sechs Gründungsmitgliedern der EU

  • In den 1950ern wurde die Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS)

  • Heute umfasst die Europäische Union 27 Länder

  • Das jüngste EU-Mitgliedsland ist Kroatien

  • Weitere Länder bemühen sich um EU-Beitritt, darunter die Ukraine

  • Fünf Staaten haben aktuell den offiziellen Status von Beitrittskandidaten, zwei weitere gelten als potentielle Kandidaten

Seit fast 30 Jahren gibt es die Europäische Union – ein politisches und wirtschaftliches Bündnis aus mehreren europäischen Ländern, das sich der Gründung einer wirtschaftlichen Interessengemeinschaft und vor allem der Förderung des Friedens untereinander verschrieben hat. 2012 wurde die EU sogar mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Wie die EU entstanden ist

Ein friedliches Miteinander und wirtschaftlicher Fortschritt in Europa waren es auch, die vor vielen Jahrzehnten den Grundstein für die Idee der Europäischen Union bildeten. 1950 legte der französische Außenminister Robert Schuman erstmals einen Vorschlag zur Gründung einer Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl vor, den sogenannten Schuman-Plan.

Wer ist der Bundeskanzler: Olaf Scholz im Porträt

Eine Union unter diesem Namen – kurz EGKS – wurde ein Jahr später durch die Gründerstaaten Frankreich, Deutschland, Belgien, Luxemburg, Italien und die Niederlande ins Leben gerufen. Dies war der Grundstein für das, was später die EU werden sollte. Bis dahin gab es weitere Schritte und Erweiterungen. Hier ein Überblick über den Weg bis zur Europäischen Union:

  • 1957: Die sechs Länder unterzeichneten die Römischen Verträge und gründeten mit diesem Schritt die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) sowie die Europäische Atomgemeinschaft (EURATOM)

  • 1967: Mit dem Fusionsvertrag legen die Mitgliedsstaaten ihre Kommissionen und Ministerräte zusammen und fusionieren zur Europäischen Gemeinschaft

  • 1973: In der sogenannten Norderweiterung treten mit Dänemark, Irland und Großbritannien drei weitere Staaten bei

  • 1981: Die sogenannte Süderweiterung beginnt und bringt neue Mitgliedsstaaten aus Südeuropa mit sich

  • 1987: Die Römischen Verträge werden überarbeitet, um einen gemeinsamen europäischen Binnenmarkt zu schaffen

Wenige Jahre später folgte mit dem Vertrag von Maastricht eine weitere, umfassende Veränderung der Verträge der Europäischen Gemeinschaft. Am 1. November 1993 traten diese in Kraft – die Europäische Union war geboren. In den neuen Verträgen wurden unter anderem die Gründung einer Währungsunion beschlossen, die später zur Einführung des Euro führen sollte.

EU: Liste aller Mitglieder

Seitdem hat es noch weitere Erweiterungen, bei denen weitere Staaten der Europäischen Union beigetreten sind. Zuletzt war dies Kroatien im Jahr 2013. Das Land ist damit der jüngste Mitgliedsstaat der EU.

2020 wurde der Brexit vollzogen, und Großbritannien hat die EU verlassen  (Bild: Sean Gallup/Getty Images)
2020 wurde der Brexit vollzogen, und Großbritannien hat die EU verlassen (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Mit Großbritannien hat durch den Brexit im Jahr 2020 eines die Europäische Union hingegen wieder verlassen. 27 Mitglieder zählen damit zur Stunde zur EU:

  • Belgien

  • Bulgarien

  • Dänemark

  • Deutschland

  • Estland

  • Finnland

  • Frankreich

  • Griechenland

  • Irland

  • Italien

  • Kroatien

  • Lettland

  • Litauen

  • Luxemburg

  • Malta

  • Niederlande

  • Österreich

  • Polen

  • Portugal

  • Rumänien

  • Schweden

  • Slowakei

  • Slowenien

  • Spanien

  • Tschechische Republik

  • Ungarn

  • Zypern

Ukraine und Co.: Diese Länder wollen in die EU

Weitere Staaten klopfen bereits an die Tür der Europäischen Union und befinden sich dabei in unterschiedlichen Stadien des Beitritts und der Verhandlung mit der EU. Dabei ist zu unterscheiden zwischen Beitrittskandidaten und potentiellen Kandidaten.

Wer ist Bundespräsident: Frank-Walter Steinmeier im Porträt

Den offiziellen Status als Beitrittskandidat bekommt nur, wer den Antrag für einen EU-Beitritt gestellt hat, der durch die EU-Kommission und den Rat der Europäischen Union angenommen wurde. Damit sind die Beitrittsverhandlungen und -abkommen jedoch noch nicht abgeschlossen – die können Jahre dauern. Aktuelle Beitrittskandidaten sind:

  • Albanien

  • Montenegro

  • Nordmazedonien

  • Serbien

  • Türkei

Noch weiter weg von einem Beitritt sind die sogenannten potentiellen Kandidaten. Sie haben den Antrag gestellt, aber noch keinen offiziellen Status als Beitrittskandidaten erlangt. Derzeit sind potentielle Kandidaten für die EU:

  • Bosnien und Herzegowina

  • Kosovo

Beworben haben sich auch Georgien, Moldau und zuletzt die Ukraine, die seit dem Invasionskrieg durch Russland Anschluss an die Europäische Union sucht. Aufgrund der brenzligen politischen Lage des Landes prüft die EU-Kommission des Antrag ungewöhnlich zügig: Schon im Juni wird mit einer Entscheidung gerechnet, ob die Ukraine den Kandidatenstatus erhalten soll.

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, hat offiziell den Antrag zum EU-Beitritt gestellt (Bild: UKRAINIAN PRESIDENCY/Anadolu Agency via Getty Images)
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, hat offiziell den Antrag zum EU-Beitritt gestellt (Bild: UKRAINIAN PRESIDENCY/Anadolu Agency via Getty Images)

Welche Länder sind in der EU, aber nicht in der NATO?

Der Zusammenhalt in der EU soll den Frieden in Europa sichern. Dies ist jedoch unabhängig von einer Mitgliedschaft in dem Verteidigungsbündnis NATO, das vor allem den gemeinsamen und gegenseitigen Schutz der Territorien gewährleisten soll. Dieses Bündnis umfasst auch Länder, die nicht auf der Karte Europas zu finden sind - tatsächlich sind jedoch lediglich vier Mitgliedsstaaten der EU nicht Teil der NATO. Diese sind:

  • Österreich

  • Zypern

  • Irland

  • Malta

Die wichtigsten politischen Organe der EU und ihre Aufgaben

Verschiedene Institutionen sorgen dafür, die politischen Zahnräder der Europäischen Union am Laufen zu halten. Im deutschen Fokus steht im Moment vor allem die EU-Kommission, da deren derzeitige Präsidentin die ehemalige deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ist. Weitere wichtige Organe der EU sind:

  • Europäisches Parlament: Vertritt die Belange der EU-Bürger*innen und beschließt usammen mit dem Ministerrat diejenigen Gesetze, die in allen EU-Staaten gültig sind.

  • Europäischer Rat: Formuliert die allgemeinen Leitlinien der europäischen Politik, hat jedoch keine legislative Gewalt.

  • Europäische Kommission: Gewissermaßen die Exekutive der EU. Verfügt beispielsweise über das Vorschlagsrecht für EU-Richtlinien, überwacht die EU-Verträge und sorgt für die Durchführung der EU-Politik.

  • Europäischer Gerichtshof: Das höchste Gericht der Europäischen Union. Sorgt für die Einhaltung der Gesetze.

  • Europäischer Rechnungshof: Prüft die Einnahmen und Ausgaben der Gemeinschaft, vergleicht sie mit den Vorgaben der Verträge und kontrolliert die Verwaltung des EU-Haushalts.

Die EU und ihre Mitglieder: Fakten im Überblick

Hier sind die wichtigsten Informationen und Daten zur Europäischen Union auf einen Blick:

  • Gründung: 1. November 1993 in Maastricht, Niederlande

  • Mitgliedsstaaten: 27

  • Einwohner: ca. 447 Millionen

  • Beitrittskandidaten: Albanien, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien, Türkei

  • Potentielle Kandidaten: Bosnien und Herzegowina, Kosovo

  • Bewerberländer: Ukraine, Georgien, Moldau

Video: Selenskyj erwartet EU-Kandidatenstatus im Juni

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.