Zustrom von Bootsflüchtlingen: 5 Mittelmeeranrainer fordern neue EU-Migrationspolitik

Fünf Mittelmeer-Anrainer haben bei einem Gipfeltreffen in Venedig eine Reform der europäischen Migrationspolitik gefordert.

Konkret verlangen Italien, Spanien, Griechenland, Zypern und Malta von anderen EU-Mitgliedstaaten mehr Solidarität. Erklärtes Ziel ist die Aufnahme von Verhandlungen für einen europäischer Migrations- und Asylpakt.

Der griechische Innenminister Notis Mitarachi sagte bei der gemeinsamen Pressekonferenz der "MED5"-Länder: "Während wir die illegale Migration und den Schmuggel bekämpfen, sind wir gleichzeitig für mehr legale Wege der Migration nach Europa. Wir können nicht zulassen, dass die Schmuggler entscheiden, wer nach Europa kommt und hier lebt. Deshalb investiert mein Land in bilaterale Kooperationsprogramme mit den Herkunftsländern, denen im Gegenzug für eine bessere Zusammenarbeit bei der Rückführung mehr Möglichkeiten für ("legale"; Anm.d.Red.) Arbeitserlaubnisse geboten werden."

Deutlich mehr Ankünfte in Italien

Die EU-Mitgliedstaaten streiten seit Jahren über Änderungen in der Migrationspolitik etwa bei der Umverteilung von Geflüchteten.

Die italienische Innenministerin Luciana Lamorgese sagte als Gastgeberin, die Ukraine-Krise zeige, dass Europa zusammen stehen könne, um Menschen auf der Flucht zu helfen.

Italien registrierte im laufenden Jahr nach Angaben des Innenministeriums 20.000 Bootsflüchtlinge, das seien rund 5.000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders deutlich sei der Anstieg im April und Mai gewesen. Auch andere MED5-Innenministerinnen und Innenminister beklagen große Probleme bei der Bewältigung der Menschenströme.

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