Dietmar Bartsch bei Markus Lanz: Keiner darf in Armut leben

Mila Lemke
Freie Autorin
Zu Gast bei Markus Lanz waren am Mittwoch (v.l.): Politiker Dietmar Bartsch, Ex-Rennfahrer Nico Rosberg, Journalistin Elisabeth Niejahr und Musiker Jürgen Zeltinger. (Foto: Screenshot ZDF)

Im reichen Deutschland darf niemand in Altersarmut leben. Franktionschef Dietmar Bartsch äußert sich zu Rentenplänen der Linken und Nico Rosberg erzählt, warum wir schon bald Flugtaxis bestellen.

Wir brauchen die Debatte der Mindestrente, räumt Linke-Franktionschef Dietmar Bartsch zu Beginn der Sendung ein. “Wenn wir in unserem reichen Land Rentner und Rentnerinnen haben, die Flaschen sammeln müssen, dann läuft etwas schief. Es ist Aufgabe der Linken, darüber zu reden.” Bartschs Partei fordert eine Mindestrente von 1050 Euro. Das sei keine willkürliche Zahl, sondern die von der EU festgelegte Armutsgrenze für Deutschland. Über die Höhe könne man diskutieren, aber der Ansatz sei seiner Meinung nach sinnvoll, denn es könne nicht sein, dass es in Deutschland Armut gebe.

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Zudem kritisiert er die hohe Diskrepanz zwischen armen Menschen und Vermögensmillionären. Bartsch nennt Daimler-Chef Dieter Zetsche als Beispiel, woraufhin Lanz einwendet: “Warum muss man Leute wie Zetsche, die Spitzensteuersatz zahlen, kriminalisieren?” Bartsch entgegnet: “Wenn die Zahlen so weit auseinandergehen, müssen wir doch fragen, warum sie so weit auseinandergehen.”

Wirtschaftsjournalistin Elisabeth Niejahr räumt ein, dass man bei den Rentnern auf einen Ost-Westkonflikt zulaufe, der unterschätzt wird. Ihrer Meinung nach, müsste das Rentenalter erhöht werden. “Es gibt viele Menschen, die länger arbeiten wollen.” Bartsch stellt sich quer: Es müsse auch funktionieren, ohne dass die Lebensarbeitszeit erhöht wird.

Wo ist das verschwundene SED-Vermögen?

Der Linken-Politiker hat es in der Runde nicht leicht. Sowohl Lanz, also auch Elisabeth Niejahr bringen ihn mehrmals in die Bredouille. Vor allem als es zum Thema um die verschwundenen Parteigelder der SED kommt. Sechs Milliarden Ost-Markt sind um die Wende herum verschollen, Bartsch war damals zuständiger Schatzmeister. “Wir könnten die Renten ja von dem verschwundenen SED-Vermögen bezahlen”, so eine Spitze von Lanz. Bartsch stelle sich gerne den Anschuldigungen, aber keinen Behauptungen ohne Beweise. “Das ist Quark, da ist nichts.”

Hoch hinaus: Nico Rosberg spricht bei Markus Lanz über Flugtaxis. (Foto: Screenshot ZDF)

Nico Rosberg: “Formel E” ist die Zukunft

“Ich bin froh, dass ich kein Politiker bin heute Abend. Man hat gesehen, dass Ihnen die Gespräche mit der Linken sehr Spaß machen”, stellt Nico Rosberg fest. Der 33-Jährige hat vor zwei Jahren seine Profikarriere als Formel-1-Rennfahrer beendet. “Es war die richtige Entscheidung, aber auch eine große Herausforderung”, erzählt er. “Eine komplette Lebensdisruption, der komplette Sinn des Lebens war auf einmal weg.”

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Rosberg hatte keine Ahnung, wo es hingehen soll, aber er fand schnell eine neue Leidenschaft: Elektromobilität. Es sei ein positiver Wandel, der dringend notwendig ist, so der Ex-Rennfahrer. “Du und dein Vater seid mindestens für 0,5 Grad Temperaturanstieg verantwortlich”, stichelt Lanz. Rosberg lacht und gibt zu: “Ja, bisher war es die falsche Richtung.” Nun sei er aber Anteilseigner der “Formel E” – eine Rennserie für Formelwagen mit Elektromotor. Zudem investiere er in viele Startups, die grüne Technologien unterstützen – unter anderem Flugtaxis. “Die kommen schneller, als wir denken.” Er spekuliert mit den ersten in zwei Jahren in Dubai und Singapur.

Asi mit Niwoh

Vom Flugtaxi ist das Kölner Urgestein Jürgen Zeltinger weit entfernt. Er kurvt lieber auf seinem Einmannsitz-Seniorenmobil umher. In der Sendung spricht er über eine Kino-Dokumentation, die bald über ihn erscheinen wird: “Asi mit Niwoh”. Der Musiker war eine gefürchtete Größe im Kölner Stadtleben. Er selbst sagte einmal: “Ich war Straßenmusiker, Prolet, Schläger, Spinne, Tunte und vor allen Dingen war ich immer Rebell.”

Auch er hat eine Anekdote zum Thema Rente: Mit 70 Jahren fand er heraus, dass ihm eine Rente von monatlich 29 Euro zusteht. Diese hat er in die Kasse gezahlt, als er mit 15 Jahren ein Jahr gearbeitet hat – in Jugendhaft wegen Haschischkonsums. Kiffen war also sein direkter Weg in die Rente.

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