Ein Foto mit dem höchsten Baum der Welt? Darauf droht eine Geldstrafe und sogar Gefängnis

·Freie Autorin

Ein Foto neben dem höchsten Baum der Welt dürfte für viele Naturfreunde und Instagram-Influencer ein heiliger Gral sein. Doch wer es riskiert, neben Hyperion zu posieren, drohen jetzt eine Geldstrafe von 5.000 Dollar und im schlimmsten Fall sogar Gefängnis.

Der höchste Baum der Welt befindet sich im Redwood National Park im US-Bundesstaat Kalifornien (Symbolbild: Getty Images)
Der höchste Baum der Welt befindet sich im Redwood National Park im US-Bundesstaat Kalifornien (Symbolbild: Getty Images)

Erst 2006 wurde Hyperion - so wurde der riesige Küstenmammutbaum getauft - von Naturforschern im kalifornischen Redwood National Park entdeckt und erlangte wegen seiner Höhe viel Aufmerksamkeit. Spätestens, seit er vor drei Jahren vom Guinnessbuch der Rekorde mit einer Messung von von 116,07 Metern zum offiziell höchsten Baum der Welt erklärt wurde, ist er zum Objekt der Begierde für abenteuerlustige Reise-Blogger Hobby-Fotografen und Influencer geworden.

Obwohl kein offizieller Wanderweg zu Hyperion führt, sind der Baum und seine Umgebung daher mittlerweile in Mitleidenschaft gezogen wurden. Deswegen greift der National Park Service nun hart durch: Auf seiner Website teilte die US-Bundesbehörde mit, dass jedem, der in der Nähe des Baumes erwischt wird, eine Geldstrafe von 5.000 Dollar (rund 4.900 Euro) und eine Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten droht.

Trampelpfade, Erosion und Abfall zerstören die Landschaft

"Hyperion befindet sich weitab von Wanderwegen hinter dichtem Pflanzenbewuchs, durch den sich Parkbesucher einen Weg bahnen müssen, um den Baum zu erreichen", heißt es auf der Website des Nationalparks. Doch trotz des beschwerlichen Weges sei der Baum durch diverse Erwähnungen auf Reise-Blogs und anderen Webseiten äußerst beliebt, weswegen wachsende Abnutzungsschäden in seiner Umgebung zu beobachten seien. "Als Besucher sollten Sie sich fragen, ob Sie Teil der Erhaltung dieser einzigartigen Landschaft sein wollen - oder Teil seiner Zerstörung."

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"Da liegt Müll, und die Menschen bahnen sich immer mehr Trampelpfade, um sich zu erleichtern. Sie hinterlassen dabei Kot und Toilettenpapier - das ist nicht gut", zitiert das Portal San Francisco Gate den Parkmitarbeiter Leonel Arguello.

Das Besuchsverbot sei jedoch auch zum eigenen Schutz der Parkbesucher. Das Gebiet rund um Hyperion habe kaum Handy- oder GPS-Empfang. Wer sich auf seinem Weg dorthin verläuft oder verletzt, kann nur sehr schwer gefunden werden.

Auch der Klimawandel bedroht die Rekord-Bäume

Auch der größte Baum der Welt - gemessen an Umfang und Masse und nicht an Höhe - befindet sich indes in Kalifornien. General Sherman heißt der Mammutbaum in den Sequoia & Kings Canyon National Parks, der eine weitere Gefahr für die Rekord-Bäume aufzeigt: 2021 musste der Baum in feuerabweisende Folie gehüllt werden, um ihn vor Waldbränden zu schützen.

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