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Gefahrenlage zur Heim-EM: Sachsens Innenminister kündigt "massive" Polizeipräsenz an

Sachsens Innenminister Achim Schuster (CDU) äußerte sich im "ARD-Morgenmagazin" zum Thema Sicherheit bei der anstehenden Fußball-Europameisterschaft. (Bild: ARD)
Sachsens Innenminister Achim Schuster (CDU) äußerte sich im "ARD-Morgenmagazin" zum Thema Sicherheit bei der anstehenden Fußball-Europameisterschaft. (Bild: ARD)

Nach dem Terroranschlag in Moskau rückt auch die Sicherheitslage in Deutschland wieder vermehrt in den Fokus - auch mit Blick auf die Fußball-Europameisterschaft im Sommer. Im "ARD-Morgenmagazin" erklärte der sächsische Innenminister Achim Schuster (CDU), dass man alle denkbaren Szenarien einplane.

Die Heim-EM im kommenden Sommer soll ein Fußballfest werden - und friedlich verlaufen. Nach dem Terrorangriff in Moskau stellt sich jedoch aktuell auch in Deutschland die Sicherheitsfrage. "Wir sind ja schon seit Monaten in der Vorbereitung", erklärte der sächsischen Innenminister Achim Schuster (CDU) im "ARD-Morgenmagazin" mit Blick auf die EM. Auch der schlimmste Fall wird mitgedacht: "Ehrlich gesagt läuft das so professionell, dass wir alles mit einplanen in unsere Szenarien, auch Terrorangriffe."

Der CDU-Politiker stellt klar: "Wir hätten keinen Anschlag in Moskau gebraucht, um jetzt noch alarmierter zu sein." Nach dem blutigen Angriff auf die Redaktion der Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" im Jahr 2015 habe die deutsche Polizei - auch die sächsische - sehr viel an Taktik und an Ausrüstung umgestellt, um sich auf solche Einsätze vorzubereiten. "Und das wirkt natürlich auch jetzt", versicherte Schuster. Im Blick habe man vor allem religiösen Terrorismus, sei es "IS, ISPK oder al-Kaida": "Da sind wir auch sehr, sehr forsch."

Schuster versprach, die Einsatzkräfte seien für den Ernstfall trainiert: "Es wird intensiv aufgeklärt und sofort zugegriffen." Die Frühaufklärung habe unter anderem im Dezember, rund um die Gefahrenlage am Kölner Dom, gut funktioniert. "Dann geht es im Sommer, wenn es losgeht, natürlich um massive Präsenz", kündigte der sächsische Innenminister viel Polizei an, "gerade dort, wo sich viele Menschenmengen aufhalten: Public Viewing, die Spiele, Teamunterkünfte, aber auch das Media-Center in Leipzig".

"Ich möchte mich nicht so stark auf ausländische Hinweise verlassen müssen"

Mit dem Sicherheitskonzept sei man "eigentlich schon fertig". Schuster wünscht sich allerdings noch eine politische Entscheidung, die bislang fehle: "Jetzt sieht man bei Terroranschlägen, wie oft wir auf Hinweise aus dem Ausland angewiesen sind. Das müssten wir dringend korrigieren." Sein Appell an die Ampel-Regierung laute, "dass wir uns in Fragen der Online-Durchsuchung, der Quellen-TKÜ, der Vorratsdatenspeicherung schnell entschließen müssen, etwas zu tun. Ich möchte mich nicht so stark auf ausländische Hinweise verlassen müssen." Selbige würden genau mit diesen Methoden gewonnen.

Insgesamt sei die Vernetzung laut Schuster allerdings gut. Grundsätzlich betonte er: "Ich möchte eben keine Alarmstimmung verbreiten." Man sei "auf solche Szenarien schon länger vorbereitet". Die Fans sollten "bitte zu den Spielen gehen", die Freude daran sei das Entscheidende.