Gigantisches Erdloch in Chile sorgt für Beunruhigung

Das Loch mit der Fläche eines Tennisplatzes und einer mutmaßlichen Tiefe von 200 Metern hat sich plötzlich aufgetan – und gibt Wissenschaftlern Rätsel auf.

Das riesengroße Loch in Chile gibt genauso große Rätsel auf. (Bild: Johan Godoy / AFP)
Das riesengroße Loch in Chile gibt genauso große Rätsel auf. (Bild: Johan Godoy / AFP)

Rund 660 Kilometer von der chilenischen Hauptstadt entfernt, im kleinen Ort Tierra Amarilla in der Atacama-Wüste, befindet sich das Erdloch, das den Behörden Ende Juli gemeldet wurde. Das nächste Haus ist glücklicherweise rund 600 Meter von dem Loch entfernt, das lokale Experten als "die größte Doline", bezeichnen, "die wir seit langem gesehen haben."

Als Dolinen oder auch Sinkhöhlen werden schlot-, trichter- oder schüsselförmige Senken bezeichnet, die durch Lösungsvorgänge in verkarstungsfähigen, d. h. in Grund- oder Oberflächenwasser leicht löslichen Gesteinen entstehen. Dass es sich bei dem riesigen Loch in der Region Atacama um ein solches Phänomen handelt, darüber sind sich die Wissenschaftler einig – nicht aber darüber, was genau die plötzliche Entstehung ausgelöst hat. Denn die Doline entstand in einem Bergbaugebiet der von der kanadischen Firma Lundin Mining betriebenen Alcaparrosa-Mine. Deren Angaben zufolge kamen beim Bodendurchbruch keine Mitarbeiter zu Schaden.

Das Sinkloch ist aktuell stabil

Aktuell sind alle Arbeiten im Bereich der Untertagemine Alcaparrosa vorübergehend ausgesetzt, um die Sinkhöhle herum wurde eine Sicherheitszone von 100 Meter eingerichtet. In Sicherheit wähnen sich die Anwohner jedoch nicht: "Wir sind sehr besorgt", wurde Cristobal Zuniga, Bürgermeister der anliegenden Ortschaft Tierra Amarilla, in einem Video von BBC zitiert. Immerhin: Seit seiner Entdeckung ist das Loch stabil, zudem sind übereinstimmenden Medienberichten zufolge keine weiteren Bodenbewegungen Im Zusammenhang mit der Höhle festgestellt worden.

Ein weiteres Naturphänomen: Himmel färbt sich plötzlich grün

Es wird davon ausgegangen, dass das Sinkloch von Tierra Amarilla Wasser enthält – weitere Recherchen zu Inhalt und vor allem Auslöser des riesigen Lochs in der Wüste dauern an. "Wir warten die Ergebnisse der Untersuchungen ab", heißt es vom Nationalen Dienst für Geologie und Bergbau, der Fachpersonal in das Gebiet entsandt hat.

Er soll feststellen, ob die Bergbautätigkeit verantwortlich für die Entstehung der Sinkhöhle ist. Bürgermeister Zuniga fordert: "Sie sollen untersuchen, warum das passiert ist, und die Risiken abschätzen, ob das in einem weiteren bewohnten Gebiet unserer Gemeinde Tierra Amarilla passieren könnte."

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