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Raubtiersuche bei Berlin: Zweifel an der Wildschwein-Theorie

Paul Zinken/dpa

Potsdam/Kleinmachnow (dpa) - Die Potsdamer Tierärztin Michaela Ebeling zweifelt an der Einschätzung von Experten, dass es sich bei dem bei Kleinmachnow gesichteten Tier nicht um eine Raubkatze, sondern um ein Wildschwein gehandelt habe.

«Wenn man das Video, wie die Behörden, als echt einstuft, sieht man: Das Tier darin hat einen kurzen runden Kopf und runde Ohren - wie der Kopf einer Raubkatze», sagte Ebeling der «Märkischen Allgemeinen». «Wildschweine haben einen langen Kopf mit kurzen spitzen Ohren. Das wäre schon ein sehr mutiertes Wildschwein.» Nach Einschätzung von Ebeling werden erst die nächsten Tage Klarheit bringen. Ebeling war nach eigenen Angaben an der Suche nach dem möglichen Raubtier beteiligt.

Ein Videoschnipsel mit dem vermeintlichen Raubtier hatte Donnerstagfrüh die Runde durch die sozialen Netzwerke gemacht. Die Ermittlungsbehörden schätzten das Video zunächst als echt ein und starteten eine großangelegte Suchaktion. Polizisten gaben nach Angaben einer Behördensprecherin an, ebenfalls ein Wildtier «gesichert» gesehen zu haben. Die Suche wurde am Freitagmittag abgebrochen.

Der Zeuge, der das Video gemacht hatte, meldete auf Anfrage von «t-online» ebenfalls Zweifel an, dass es sich bei dem von ihm gefilmten Tier um ein Wildschwein handelt. «Ich kann mir das nicht vorstellen.» Für ihn sehe das Tier immer noch nicht aus wie ein Schwein.

Ergebnisse von Kot- und Haaranalysen erst am Montag

Die Ergebnisse einer Analyse von Spuren werden voraussichtlich nun erst am Montag vorliegen. «Die Laboranalyse der an der ersten Sichtungsstelle gesicherten Haar- und Kotproben ist leider noch nicht abgeschlossen, wie am heutigen Vormittag vom zuständigen Veterinäramt zu erfahren war», teilte Stadtsprecherin Martina Bellack mit. «Ergebnisse sind leider erst am Montag zu erwarten.» Die Spuren waren an der Stelle bei Kleinmachnow gesichert worden, an der der Zeuge in der Nacht das Tier gefilmt hatte.

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