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Russland muss Gefängnisse schließen, weil zu viele Häftlinge für den Krieg in der Ukraine rekrutiert werden

Russische Soldaten bei einem Schießwettbewerb in St. Petersburg am 25. August 2022. - Copyright: Olga Maltseva/AFP via Getty Images
Russische Soldaten bei einem Schießwettbewerb in St. Petersburg am 25. August 2022. - Copyright: Olga Maltseva/AFP via Getty Images

Russland habe so viele Häftlinge für seinen Krieg in der Ukraine herangezogen, dass einige Gefängnisse schließen, sagte ein örtlicher Beamter am Donnerstag.

Mark Denisov, Menschenrechtsbeauftragter der russischen Region Krasnodar, erklärte Gesetzgebern, dass die Entscheidung durch eine "große Reduzierung der Zahl der Verurteilten" ausgelöst wurde, wie die russische Zeitung "Kommersant" berichtet.

Laut "Kommersant" sollen mehrere Gefängnisse geschlossen werden, darunter eine Strafkolonie für Wiederholungstäter im Dorf Gromadsk und eine Strafkolonie für Ersttäter im Dorf Areiskoje. Die Entscheidung, so Denisov, würde fallen, um "zu optimieren und Geld zu sparen".

Das russische Militär hat Gefangene für den Kampf in der Ukraine rekrutiert. Die Tatsache, dass das Militär auf Gefangene angewiesen ist, um seine Personallücken zu schließen, hat dazu geführt, dass die Zahl der Gefangenen in Russland stark gesunken ist.

Der stellvertretende russische Justizminister Wsewolod Wukolow gab im Oktober bekannt, dass die Zahl der Gefangenen in Russland von 420.000 vor dem Krieg auf einen historischen Tiefstand von 266.000 gesunken sei, so die "Washington Post".

Auch die Wagner-Gruppe rekrutierte für den Kampf in der Ukraine. Die Gruppe versprach den Gefangenen volle Begnadigung, wenn sie einen sechsmonatigen Einsatz auf dem Schlachtfeld überlebten.

Das US-Verteidigungsministerium schätzte im Dezember 2022, dass Wagner rund 40.000 Gefangene an der Front einsetzt. Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums hat das russische Verteidigungsministerium diese Praxis dann 2023 selbst übernommen.

Aber Gefangene, die für den Krieg eingezogen werden, sollen nicht nur sechs Monate lang kämpfen. Einem "BBC"-Bericht vom Februar zufolge werden die russischen Gefangenen wahrscheinlich bis zum Ende des Krieges weiterkämpfen müssen.

Laut "BBC" werden sie nur dann aus dem Kampf entlassen, wenn sie zu alt oder kampfunfähig werden. Und statt einer vollständigen Begnadigung werden die Gefangenen nur unter Auflagen freigelassen.

"Wenn ihr euch jetzt meldet, seid bereit zu sterben", schrieb ein Mann namens Sergei in einem Forum für russische Gefangene, die in der Ukraine kämpfen, so die "BBC".

Dieser Artikel wurde von Jonas Metzner aus dem Englischen übersetzt. Den Originalartikel könnt ihr hier lesen.