Teure Angewohnheiten - Sie geben mehr als 1000 Euro zu viel aus, wenn Sie diese Spartipps nicht kennen

Das Girokonto muss nichts kosten<span class="copyright">Getty Images, Kollage: FOCUS Online</span>
Das Girokonto muss nichts kostenGetty Images, Kollage: FOCUS Online

Wetten, Sie geben zu viel Geld aus? Jahrelange Erfahrung zeigt: Viele Spartipps sind längst nicht so bekannt, wie Profis meinen. Kennen Sie alle diese Kniffe und wenn ja, warum wenden Sie sie dann nicht an?

Ich bin seit zehn Jahren Finanzredakteurin und beschäftige mich dafür mit einem Thema, über das viele Leute nicht gern reden. Immer wieder fällt mir dabei auf, wie viel Geld aus Taschen und von Konten fließt, ohne dass die Menschen darüber nachdenken - oder es als gegeben hinnehmen. Hier also die eigentlich gar nicht so lange Checkliste für jeden, der sein Geld besser zusammen halten will.

Auto: 1000 Euro im Jahr

Einer der größten und auch umstrittensten Batzen ist das Auto. Ein Mittelklassewagen kostet inzwischen locker 600 Euro Versicherung und Steuer im Jahr, dazu kommen Wertverlust, Reparaturen, Parktickets und Tanken. Wer es schafft, von zwei Autos auf ein Auto zu reduzieren, spart also schnell um die 1000 Euro im Jahr. Wer unbedingt einen zweiten fahrbahren Untersatz braucht, könnte überlegen, ob er mit einem Job-E-Bike oder einem Motorroller günstiger weg kommt. Wer gar nicht ohne Auto klar kommt, sollte auf jeden Fall sicher gehen, dass er eine günstige Versicherung hat, die Unterschiede liegen hier bei mehreren Hundert Euro im Jahr.

Girokonto: 60 bis 120 Euro im Jahr

Für ein Girokonto zu bezahlen ist in der Regel unnötig. Wer regelmäßig Geld bekommt und des Online-Bankings mächtig ist, sollte sich gut überlegen, wann er das letzte Mal bei seinem Bankberater war, wenn er dieses Argument anführt, um weiter jeden Monat fünf bis zehn Euro für eine Dienstleistung zu zahlen, die sehr gut und sehr sicher kostenlos zu haben ist. 60 bis 120 Euro im Jahr fließen hier vom Konto.

Abos: >250 Euro im Jahr

Viele Dienstleistungen bekommen wir heute in Form von Abos. Oft sind die Beträge so klein, dass sie auf unserem Kontoauszug kaum auffallen, ein klassischer Fall von Kleinvieh, das auch Mist macht. Klassiker für Geld, das man sich sparen könnte sind mehrere Streaming-Abos oder App-Abos, die unbemerkt immer wieder verlängert werden. Hier sind schnell 250 Euro im Jahr zu holen, wenn man sich auf einen Streamingdienst beschränkt und unnötige App-Abos kündigt. Das geht oft schneller als man denkt - mit einigen Klicks übers Smartphone.

Kaffee: 700 bis 1000 Euro im Jahr

Kaffee to go ist teuer geworden! Unter 4,50 Euro pro Tasse geht kaum noch etwas, bei großen Ketten wie Starbucks ist man schnell mal 7 Euro und mehr los. Das heißt, wer sich drei Tage in der Woche einen Kaffee für unterwegs gönnt, ist jeden Monat 54 Euro los, im Jahr sind das 702 Euro, der Kettenkaffee kostet sogar 84 Euro im Monat und damit über 1000 Euro im Jahr. Damit wäre sogar eine eigene Siebträgermaschine inkluisve Premiumbohnen günstiger zu haben.

Snacks to go: 390 Euro im Jahr

Das gleiche gilt für Auswärtsessen. Wer sich noch an Döner für zwei Euro erinnert, ist garantiert mindestens Jahrgang 1990, auch die 4,50-Euro-Grenze ist lang gefallen, eher 7,50 Euro gibt man heute für den Döner aus. Ein Burger-Menü bei einer großen Fastfoodkette kostet 11,50 Euro, 2020 waren es noch 8,99 Euro. Wer seine Gewohnheiten also einige Jahre nicht geändert hat und zum Beispiel ein Burger-Menü und einen Döner pro Woche isst, ist 988 Euro im Jahr los.

Rabatte

Wer jetzt noch aktiv etwas tun möchte und nicht nur wegstreichen will, sollte beim Einkaufen auf Rabatte achten. Es ist nicht geizig, kurz vor Ladenschluss einzukaufen und Fleisch, Obst und Gemüse mit kurzer Haltbarkeit für 30 Prozent Rabatt einzukaufen.

TooGoodToGo

Einen Schritt weiter geht die App TooGoodToGo. Wem es nicht so wichtig ist, was genau er bekommt, kann hier für den halben Preis übrigegebliebene Speisen und Produkte von Restaurants, Tankstellen und Supermärkten kaufen. Besonders gut eignet sich die App für Snacks und belegte Brötchen, aus den vielen teilnehmende Tankstellenshops, Gemüse-Kisten aus Supermärkten und Backwaren - auch auf dem Land. In Städten gibt es außerdem etliche Restaurants mit Angeboten.

Payback/Kundenapps

Und zum Schluss seien noch Punkte-Apps erwähnt, sei es Payback oder die Apps der Supermärkte von Lidl über Penny bis zu Rewe. Wem seine Daten nicht zu wichtig sind, erhält hier exklusive Rabatte und bei regelmäßigem Einkaufen auch schnell genug Punkte, um diese wieder zu reinvestieren.

Es sei also nicht gesagt, dass man auf jeden Spaß und jeden kleinen Luxus verzichten muss. Es hilft allerdings nachzudenken, bevor man die Bankkarte zückt. Schon mit kleinen Änderungen kommen schnell 1400 Euro im Jahr zusammen, wer dann noch aktiv spart beim Einkaufen, hat noch größeres Sparpotenzial.