Ukraine-Krieg: Die aktuellen Entwicklungen

  • Hoppla!
    Ein Fehler ist aufgetreten.
    Versuchen Sie es später noch einmal.
In diesem Artikel:
  • Hoppla!
    Ein Fehler ist aufgetreten.
    Versuchen Sie es später noch einmal.

Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine herrscht in dem Land Krieg. Hier gibt's die aktuellen Entwicklungen.

Krieg in der Ukraine. (Bild: Getty Images)
Krieg in der Ukraine. (Bild: Getty Images)

Dieser Ticker ist für heute beendet.

  • Selenskyj siegessicher am Tag der Staatlichkeit der Ukraine

  • Medwedew kündigt Reaktion auf Nato-Beitritt Finnlands an

  • Moskau nennt US-Berichte zu russischen Toten in der Ukraine «Fake»

  • «Rzeczpospolita»: Für China ist Putin nur ein nützlicher Idiot

  • Bericht: Etwa 75 000 Russen in Ukraine-Krieg getötet oder verletzt

  • Russland: Bisher keine Einigung über Gefangenenaustausch mit USA

Die aktuelle News-Lage im Livestream:

+++ Kämpfe nähern sich den Städten Bachmut und Soledar +++

Im Kriegsgebiet Donezk im Osten der Ukraine nähern sich die Kämpfe zwischen den Truppen Kiews und Moskau weiter den Städten Bachmut und Soledar. Bei Werschyna, etwa zehn Kilometer südöstlich von Bachmut, habe der Gegner Teilerfolge erzielt, teilte der ukrainische Generalstab bei Facebook mit. Andere Angriffe im Raum Bachmut und auch beim benachbarten Soledar seien hingegen abgewehrt worden. Auch nördlich von Slowjansk seien russische Attacken gescheitert.

Im Donezker und im angrenzenden Gebiet Charkiw seien erneut ukrainische Stellungen in mehreren Dutzend Orten durch Artillerie beschossen worden. Zudem habe es mehrere Luftangriffe gegeben. Im Gebiet Cherson gibt es demnach Positionskämpfe, und russische Truppen seien zu Gegenangriffen an der Grenze zum Gebiet Dnipropetrowsk übergegangen. Kiew nährt seit Wochen Hoffnungen auf eine baldige Rückeroberung von Teilen der Südukraine.

+++ Moskauer Journalistin Owsjannikowa wegen Kriegsprotest verurteilt +++

Nach einer neuen Protestaktion gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine hat ein Gericht in Moskau die Journalistin Marina Owsjannikowa zu einer weiteren Geldstrafe verurteilt. Wegen der Beschmutzung des Ansehens der russischen Armee müsse die frühere Mitarbeiterin staatlichen Fernsehsenders Perwy Kanal 50 000 Rubel (806 Euro) bezahlen. Das meldete die russische staatliche Nachrichtenagentur Ria Nowosti am Donnerstag. Owsjannikowa habe sich auf die «Freiheit des Wortes» vor Gericht berufen. Sie hatte bereits mehrere Strafen bezahlen müssen.

+++ Selenskyj siegessicher am Tag der Staatlichkeit der Ukraine +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich an einem neuen Feiertag zur Staatlichkeit des Landes mit Blick auf den russischen Angriffskrieg siegessicher gezeigt. Es sei ein unruhiger Morgen mit Raketenterror, aber die Ukraine werde nicht aufgeben, teilte Selenskyj am Donnerstag in Kiew mit. Er gratulierte den Bürgern zum erstmals gefeierten Tag der ukrainischen Staatlichkeit, der neben dem Tag der Unabhängigkeit am 24. August begangen wird.

Wolodymyr Selenskyj (Bild: Uncredited/Ukrainian Presidential Press Office/AP/dpa)
Wolodymyr Selenskyj (Bild: Uncredited/Ukrainian Presidential Press Office/AP/dpa)

«Die Ukraine ist ein unabhängiger, freier und unteilbarer Staat. Und das wird für immer so sein», sagte Selenskyj. Er veröffentlichte dazu ein emotionales Videos über den Kampf des Landes gegen die russischen Besatzer. Das Land kämpfe um seine Freiheit.

Zuvor hatte der prorussische ostukrainische Separatistenführer Denis Puschilin gesagt, dass es an der Zeit sei, auch die Städte Charkiw, Odessa und Kiew einzunehmen. In dem Krieg, der in den sechsten Monat gegangen ist, hat die Ukraine nach Aussagen von Selenskyj bisher die Kontrolle über rund 20 Prozent ihres Staatsgebietes verloren. Er forderte vom Westen noch mehr schwere Waffen, um die russischen Angriffe zu stoppen und besetzte Gebiete zu befreien.

+++ Kreml: Hoffen auf raschen Einbau der Gasturbine bei Nord Stream 1 +++

Russland hofft nach Kremlangaben angesichts der gedrosselten Gaslieferungen durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 nach Deutschland auf eine rasche Rückkehr der reparierten Gasturbine. Die in Kanada gewartete Turbine solle dann in die Gasverdichterstation Portowaja eingebaut werden, danach könnten die Arbeiten für die Wiederinbetriebnahme laufen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag.

(Bild: REUTERS/Dado Ruvic/Illustration)
(Bild: REUTERS/Dado Ruvic/Illustration)

Die Turbine ist nach Angaben des russischen Energiekonzerns Gazprom wichtig, um den nötigen Druck zum Durchpumpen des Gases aufzubauen. Gazprom hatte seinem Vertragspartner Siemens Energy wiederholt vorgeworfen, nicht die nötigen Dokumente und Informationen zur Reparatur der Maschine übermittelt zu haben. Siemens Energy wies die Vorwürfe von Gazprom am Mittwochabend zurück.

+++ Medwedew kündigt Reaktion auf Nato-Beitritt Finnlands an +++

Ein Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands wird nach Ansicht des früheren Kremlchefs Dmitri Medwedew eine militärische Gegenreaktion Russlands nach sich ziehen. Sollten Nato-Stützpunkte auf dem Territorium der Länder errichtet und Waffen stationiert werden, dann werden «unsere Reaktionsschritte symmetrisch dazu erfolgen», sagte der Vizechef des russischen Sicherheitsrats nach einem Treffen zur Sicherheitslage an der Grenze zu Finnland der Agentur Interfax zufolge.

Schweden und Finnland hatten nach dem russischen Angriff auf die Ukraine Sorgen um die eigene Sicherheit als Grund für den Beitrittswunsch zur Nato angegeben. Davor waren sie neutral. Die Nato stimmte auf ihrem Gipfel in Madrid Ende Juni den Beitrittsgesuchen zu. Seitdem läuft die Ratifizierung durch die einzelnen Mitgliedsstaaten.

Die Entscheidung für einem Nato-Beitritt der beiden Länder verschlechtert aus Sicht von Medwedjew die Sicherheitslage im Ostseeraum, «weil die Ostsee jetzt tatsächlich zu einem Meer wird, das von Nato-Staaten dominiert wird.» Er warf den beiden Staaten vor, von «jenseits des Ozeans und von Brüssel beeinflusst» zu werden. Die Beziehungen zu den Ländern müssten von russischer Seite nun überprüft werden.

+++ Moskau nennt US-Berichte zu russischen Toten in der Ukraine «Fake» +++

Der Kreml in Moskau hat die in den USA genannten Zahlen zu russischen Toten und Verletzten in dem Angriffskrieg auf die Ukraine als «Fake» bezeichnet. «Das sind ja keine Angaben der US-Administration, sondern Veröffentlichungen in Zeitungen», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag.

«In unserer Zeit scheuen sich nicht einmal die solidesten Zeitungen davor, alle möglichen Fakes zu verbreiten. Das ist leider eine Praxis, die wir immer häufiger erleben.» Er reagierte damit nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax auf einen Bericht der «New York Times» zur hohen Zahl von Verlusten Russlands in dem Krieg.

+++ Russland: Bisher keine Einigung über Gefangenenaustausch mit USA +++

Russland und die USA haben sich nach Angaben aus Moskau bislang auf keinen Gefangenenaustausch einigen können. Nach einem Vorstoß der US-Regierung teilte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Donnerstag mit, ein konkretes Ergebnis sei in der Frage des Austauschs von zwei US-Bürgern bisher nicht erzielt worden. Auch Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, es gebe noch keine Einigung.

US-Außenminister Antony Blinken hatte am Mittwoch mitgeteilt, bei einem Telefonat «in den kommenden Tagen» mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow solle es um die Freilassung der in Moskau inhaftierten US-Basketballerin Brittney Griner und ihres Landsmanns Paul Whelan gehen. Griner muss sich derzeit wegen eines Drogendelikts vor einem russischen Gericht verantworten. Whelan ist wegen Spionage im Juni 2020 zu 16 Jahren Haft verurteilt worden.

+++ US-Außenminister will mit Lawrow Freilassung von Griner besprechen +++

Zum ersten Mal seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine will US-Außenminister Antony Blinken in den kommenden Tagen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow sprechen. Dabei soll es um die Freilassung der US-Basketballerin Brittney Griner und ihres Landsmanns Paul Whelan gehen, sagte Blinken bei einer Pressekonferenz in Washington am Mittwoch. Auch die Einhaltung des neuen Abkommens zum Export von Getreide aus der Ukraine wolle der US-Außenminister ansprechen.

Brittney Griner (Bild: Reuters)
Brittney Griner (Bild: Reuters)

Die US-Regierung habe Moskau «schon vor Wochen einen substanziellen Vorschlag auf den Tisch gelegt», um die Freilassung Griners und Whelans zu erreichen, sagte Blinken. Einzelheiten zu dem Angebot nannte er nicht. Der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, sagte am Mittwoch, man hoffe, dass Russland darauf eingehe. Die Entscheidung für ein solches Angebot sei nicht leicht gefallen. Die US-Regierung habe den Vorschlag öffentlich gemacht, «damit die Welt weiß, wie ernst es den Vereinigten Staaten ist, unsere Bürger nach Hause zu holen».

+++ «Rzeczpospolita»: Für China ist Putin nur ein nützlicher Idiot +++

Die polnische Zeitung «Rzeczpospolita» schreibt zum Bündnis zwischen China und Russland:

«Konkurrent der USA um die Rolle als Welthegemon ist China, nicht Russland, das ein dekadentes Imperium ist. Hinter der russischen Aggression in der Ukraine steht Peking. Im chinesisch-russischen Bündnis ist Russland der Juniorpartner. Die Ukraine, die um ihre Unabhängigkeit kämpft, vertritt die lebenswichtigen Interessen des Westens. Russland vertritt das strategische Interesse Chinas. Peking engagiert sich nicht direkt im Krieg. Es testet aber die militärische und moralische Bereitschaft der westlichen Staaten aus, die auf zivilisierten Grundsätzen fußende Weltordnung zu verteidigen.

Im Interesse Chinas ist ein Russland in seiner jetzigen Form aber geschwächt, um ihm die Rolle eines chinesischen Protektorats zu geben und letztlich auch den Westen zu schwächen. Für China sind Putin und seine Parteigänger nur nützliche Idioten.»

+++ Bericht: Etwa 75 000 Russen in Ukraine-Krieg getötet oder verletzt +++

Im Krieg gegen die Ukraine sind auf russischer Seite nach Schätzungen aus den USA mehr als 75 000 Menschen getötet oder verwundet worden. Das berichtete der Sender CNN unter Berufung auf Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses.

«Wir wurden darüber informiert, dass mehr als 75 000 Russen entweder getötet oder verletzt wurden, was enorm ist», zitierte der Sender die demokratische Abgeordnete Elissa Slotkin, die zuvor an einem geheimen Briefing der US-Regierung teilgenommen hatte. Der US-Auslandsgeheimdienst CIA hatte zuletzt geschätzt, dass auf russischer Seite bereits 15 000 Menschen ums Leben gekommen seien. Aktuelle Angaben der offiziellen Stellen in Russland zu Totenzahlen gibt es nicht.

+++ Entwicklungsorganisation: Ukraine-Hilfe nicht zulasten der Ärmsten +++

Die Entwicklungsorganisation One hat davor gewarnt, angesichts des Ukraine-Kriegs Finanzmittel für die restliche weltweite Entwicklungszusammenarbeit zu kürzen. Die Kosten für die Versorgung von Geflüchteten aus der Ukraine seien in diesem Jahr etwa halb so hoch wie die deutschen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit im gesamten vergangenen Jahr, heißt es in einer Analyse, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Natürlich müsse Deutschland den Menschen aus der Ukraine helfen. «Was allerdings nicht passieren darf, ist, dass Deutschland diese Hilfe zulasten der Länder mobilisiert, die am stärksten von Armut, Hunger oder vermeidbaren Krankheiten betroffen sind», warnte One-Referentin Hannah Lang. «Ukraine-Hilfe und Armutsbekämpfung in der Welt – wir dürfen das eine nicht gegen das andere ausspielen.»

+++ Geplante Gas-Umlage ab Oktober bis 2024 +++

Die geplante Umlage für alle Gaskunden soll voraussichtlich ab dem 1. Oktober gelten. Wie stark der Gaspreis für die Verbraucher damit zusätzlich steigt, bleibt aber noch eine Weile offen. Die Höhe der Umlage solle bis Ende August im Internet veröffentlicht werden, verlautete aus Kreisen des Wirtschaftsministeriums. Sie hänge davon ab, welche Ausgleichsansprüche die Gasimporteure geltend machten.

Kanzler Olaf Scholz hatte in der vergangenen Woche eine Erhöhung der Gaspreise um 2 Cent pro Kilowattstunde angedeutet und von zusätzlichen Belastungen von jährlich 200 oder 300 Euro für eine vierköpfige Familie gesprochen. Die Umlage soll eineinhalb Jahre, also bis Ende März 2024 gelten.

Über die Umlage sollen Gasversorger die stark gestiegenen Einkaufspreise wegen der Drosselung russischer Lieferungen an alle Gasverbraucher weitergeben können. Etwa die Hälfte aller Wohnungen in Deutschland wird mit Gas beheizt.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.