Wahlen in den USA - Umfrage-Desaster für Biden - Demokrat Schiff fordert ihn zu Verzicht auf Kandidatur auf

Umfrage-Desaster für Biden! Mehrheit der Demokraten wünscht sich anderen Kandidaten<span class="copyright">Susan Walsh/AP</span>
Umfrage-Desaster für Biden! Mehrheit der Demokraten wünscht sich anderen KandidatenSusan Walsh/AP

Ex US-Präsident Donald Trump ist nur knapp einem Attentat entgangen. Trotzdem ernennt er nur einen Tag später Senator J.D. Vance zu seinem Kandidaten für die Vizepräsidentschaft. Auf dem Parteitag stellt sich nun auch seine erbittertste Gegnerin hinter ihn. Alle Meldungen zur US-Wahl im Ticker.

Demokrat fordert Biden zu Verzicht auf Kandidatur auf

19.14 Uhr: Der prominente Demokrat Adam Schiff hat US-Präsident Joe Biden dazu aufgefordert, auf eine erneute Präsidentschaftskandidatur zu verzichten. Das erklärte der Abgeordnete, der für den US-Senat in Kalifornien kandidiert, am Mittwoch gegenüber der „Times“. Er äußerte „ernsthafte Bedenken“, dass Biden den Republikaner Donald Trump im November schlagen könnte.

Schiff würdigte Biden für dessen Dienste als „einer der bedeutendsten Präsidenten in der Geschichte“, als Senator und Vizepräsident. „Aber unser Land steht am Scheideweg“, erklärte er. „Eine zweite Trump-Präsidentschaft wird das Fundament unserer Demokratie untergraben, und ich habe ernsthafte Bedenken, ob der Präsident Donald Trump im November besiegen kann.“

Der Demokrat Adam Schiff legt Joe Biden den Verzicht auf eine erneute Präsidentschaftskandidatur nahe<span class="copyright">William B. Plowman/NBC via Getty</span>
Der Demokrat Adam Schiff legt Joe Biden den Verzicht auf eine erneute Präsidentschaftskandidatur naheWilliam B. Plowman/NBC via Getty

 

Er betonte, dass die Entscheidung allein bei Biden liege. Aus seiner Sicht sei es aber an der Zeit, „die Fackel weiterzureichen“. Schiff versprach, dass er den Kandidaten der Demokraten voll unterstützen wird - auch wenn es Biden bleibt. „Es gibt nur ein einziges Ziel: Donald Trump zu besiegen. Es steht einfach zu viel auf dem Spiel.“

Umfrage-Klatsche für Biden

17.14 Uhr: Schlechte Nachrichten für US-Präsident Joe Biden! Eine neue Umfrage der Nachrichtenagentur AP mit 1253 erwachsenen Teilnehmern zeigt, dass fast zwei Drittel der Demokraten der Meinung sind, Biden solle sich aus dem Präsidentschaftsrennen zurückziehen. Sie wünschen sich einen anderen Kandidaten, der gegen den Republikaner Donald Trump bei der Wahl antreten soll.

Die Umfrage ergab außerdem, dass nur etwa 30 Prozent der Demokraten sehr oder äußerst zuversichtlich sind, dass Biden die für das Amt nötigen geistigen Fähigkeiten besitzt. Im Februar waren noch 40 Prozent dieser Ansicht. Nur ein Drittel der Demokraten glauben an einen Biden-Sieg gegen Trump. Die Republikaner sind sich derweil sicher, dass Trump aus der US-Wahl als Sieger hervorgeht.

Insgesamt sind laut der Umfrage 70 Prozent der Amerikaner der Meinung, dass Biden seine Kandidatur aufgeben sollte - also nur etwas mehr Republikaner als Demokraten. Auch mit Trump sind viele der Befragten nicht zufrieden. 60 Prozent wünschen sich, dass der Republikaner seine Kandidatur zurückzieht - darunter sind aber nur wenige aus Trumps politischem Lager vertreten.

Umfrage nach Attentat: Trump liegt knapp vor Biden

08.51 Uhr: Nach dem Attentat auf Donald Trump würden laut einer neuesten Umfrage von „Reuters/Ipsos“ 43 Prozent der Wähler für den Ex-Präsidenten stimmen. Joe Biden kommt dagegen auf 41 Prozent. Damit hat der Anschlag bislang keinen großen Einfluss auf die Wahlergebnisse. Befragt wurden in der Telefonumfrage 1202 erwachsenen US-Bürgern.

In Bezug auf das Attentat sind 65 Prozent der Ansicht, dass Trump „von der göttlichen Vorsehung oder dem Willen Gottes begünstigt“ sei. Zudem sind 80 Prozent der Befragten der Meinung, dass „das Land außer Kontrolle gerät“.

„Wir haben ein Land zu retten“: Jetzt stellt sich auch Trumps erbitterte Gegnerin hinter ihn

Mittwoch, 17. Juli, 06.31 Uhr: Nikki Haley und Ron DeSantis, einst erbitterte politische Gegner Donald Trumps, stellen sich auf dem Parteitag der Republikaner demonstrativ hinter den Präsidentschaftskandidaten und rufen zur Geschlossenheit auf. „Zunächst möchte ich eines ganz klarstellen: Donald Trump hat meine volle Unterstützung. Punkt“, sagte Haley. Sie wurde mit einer Mischung aus Jubel und Buhrufen empfangen - das Publikum applaudierte allerdings euphorisch, als Haley gleich zu Beginn Trump den Rücken stärkte.

Der 78-Jährige erschien früher als zunächst von der Partei angekündigt und hörte den Reden seiner einstigen Konkurrenz somit persönlich zu. An seinem rechten Ohr trug er nach dem Attentat vom Wochenende erneut einen weißen Verband. Er wirkte am zweiten Tag des Parteispektakels deutlich fitter als am ersten, reckte mehrmals seine Faust in die Höhe und zeigte mit dem Finger in die jubelnde Menge. Die drängelte sich vor der Tribüne, um einen Blick aus nächster Nähe zu erhaschen.

Für Trump ist der demonstrative öffentliche Beistand seiner einstigen Konkurrenten beim Parteitag ein großer Erfolg. Sowohl DeSantis als auch Haley hatten zwar bereits vorher ihre Unterstützung kundgetan. Von ihrem Auftritt beim Parteitag in Milwaukee dürfte aber eine Signalwirkung ausgehen - die Reihen dürften sich noch weiter hinter dem Ex-Präsidenten schließen.

Haley richtete sich in ihrer Rede an Trump-Skeptiker. „Wir sollten anerkennen, dass es einige Amerikaner gibt, die nicht zu hundert Prozent mit Donald Trump übereinstimmen. Ich kenne zufällig einige von ihnen, und ich möchte heute Abend zu ihnen sprechen“, sagte sie. Auch sie sei eine von ihnen, sagte die einstige Gouverneurin des US-Bundesstaats South Carolina. „Ich bin heute Abend hier, weil wir ein Land zu retten haben, und eine geeinte Republikanische Partei ist unerlässlich, um es zu retten.“

Trumps frühere US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen hatte sich bei den internen Vorwahlen der Republikaner um die Präsidentschaftskandidatur ein wochenlanges Duell mit Trump geliefert, war jedoch chancenlos und gab sich schließlich geschlagen. Unmittelbar nach ihrem Ausstieg hatte Haley demonstrativ darauf verzichtet, Trump ihre Unterstützung auszusprechen.

Roderich Kiesewetter: „Ich glaube nicht, dass es Biden gelingt, das Blatt zu drehen“

9.18 Uhr: Für CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter haben die Demokraten bei den kommenden Präsidentschaftswahlen nur eine Chance, wenn sie mit Kamala Harris oder Michelle Obama antreten.

Im „Frühstart von RTL/ntv“ sagt der Bundestagsabgeordnete: „Ich glaube, die Demokraten haben dann eine Chance, wenn entweder Kamala Harris oder Michelle Obama auf den Schild gehoben werden. Die Demokraten werden bis August bis zum Nominierungsparteitag noch einen harten Weg vor sich haben. Ich glaube nicht, dass es Biden gelingt, das Blatt zu drehen. Ich wünsche es ihm und ich hoffe, dass er die Verantwortung hat, entweder sich selber fit zu machen oder das Zepter an eine Frau zu übergeben, die für das gute Amerika steht. Ich bin gespannt.“

Roderich Kiesewetter: Vance ist eine Kopie von Trump

9.14 Uhr: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter sagte heute im Frühstart von „RTL/ntv“ zu Trumps Vize J.D. Vance, der die US-Militärhilfe für die Ukraine einstellen will: „Er akzeptiert auch nicht das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahlen von 2020. Also er ist völlig eine Kopie von Trump. Entscheidend ist, wie wir uns aufstellen. Und egal wer gewählt wird in den USA, ob Biden oder Trump, wir werden uns auf mehr Lastenübernahme einstellen müssen. Die Republikaner sagen es ganz offen, die Demokraten sagen auch, wir können so nicht weitermachen. Das heißt, wir brauchen mehr europäische Führungsverantwortung. Sicherlich von Deutschland. Und vor allen Dingen werden wir mehr Lasten übernehmen müssen zu unserer eigenen Sicherheit, Verteidigung, aber auch in der Handelspolitik.“ Kiesewetter wirft Bundeskanzler Scholz vor, sich zu einseitig auf Biden zu fokussieren. „Wichtig ist, dass unser Bundeskanzler sich nicht zu einseitig auf die USA unter Biden fokussiert, sondern mehr europäische Kommunikation und vor allen Dingen mehr europäischen Schulterschluss sucht, damit die USA, gleich unter welcher Führung, sehen, dass die europäische Führungsnation Deutschland, die wir gerne sein wollen, eng abgestimmt mit unseren Partnern arbeitet. Das erwarte ich auch von der Bundesregierung, insbesondere vom Bundeskanzler.“

Trump zeigt sich „den Tränen nahe“ und mit Verband am Ohr bei Parteitag

04.25 Uhr: Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump ist mit einem weißen Verband am Ohr, einer Art übergroßem Pflaster, auf dem Parteitag seiner Partei in Milwaukee erschienen. Er reckte erneut die Faust in die Höhe und wurde in der Veranstaltungshalle von den Delegierten bejubelt. Dort posierte er mit seinem Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten, J. D. Vance. Die Menge rief „Kämpft, kämpft kämpft!“. Beobachter bemerkten überrascht, dass Trump äußert emotional wirkte, ein CNN-Kommentator äußerte, Trump wirke „den Tränen nahe“, als er sich von der Menge feiern ließ.

Donald Trump zeigt sich mit Verband am Ohr beim Parteitag der Republikaner.<span class="copyright">dpa</span>
Donald Trump zeigt sich mit Verband am Ohr beim Parteitag der Republikaner.dpa

 

Es ist sein erster offizieller Auftritt nach dem Attentat am Wochenende, bei dem er am Ohr verletzt werde. Ein Schütze hatte bei einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat Pennsylvania das Feuer eröffnet und einen Zuschauer getötet. Am Sonntag kam der 78-Jährige in Milwaukee an, dort gab es Bilder von ihm am Flughafen.

Biden zu Kandidatur: „Bin nur drei Jahre älter als Trump„

04.20 Uhr: US-Präsident Joe Biden hält weiter daran fest, Präsidentschaftskandidat der Demokraten werden zu wollen. Auf die Frage, ob sich an seinen Plänen in den vergangenen Tagen etwas geändert habe, antwortete der 81-Jährige in einem Fernsehinterview des Senders NBC News am Montagabend (Ortszeit) mit einem entschiedenen „Nein„.

Journalist Lester Holt fragte Biden auch, auf wen er höre, wenn es um diese sehr persönliche Entscheidung gehe. Darauf antwortete er: „Auf mich.“ Er ergänzte: „Ich bin alt, aber nur drei Jahre älter als Trump.“ Seine geistige Schärfe sei “verdammt gut“. Er habe in dreieinhalb Jahren “mehr geschafft als jeder andere Präsident in einer langen, langen Zeit“.

Bidens Team greift Trumps neuen Vize Vance an

Dienstag, 16. Juli, 03.11 Uhr: Kaum hat Trump J.D. Vance als Vizekandidaten auserkoren, diffamiert ihn Bidens Wahlkampfteam als rückratloser Handlanger. US-Präsident Joe Bidens Wahlkampfteam greift den frisch gebackenen republikanischen Vizekandidaten J.D. Vance scharf an und stellt ihn als rückgratlosen Handlanger dar. Vance werde die „extremen“ politischen Pläne des Präsidentschaftskandidaten der Republikaner, Donald Trump, „ohne Rücksicht auf den Schaden für das amerikanische Volk“ umsetzen , teilte Bidens Wahlkampfteam mit. Vance sei ein Abtreibungsgegner und wolle die Steuern für Milliardäre senken, während er die Preise für alle anderen in die Höhe treiben werde. Vance sei am besten geeignet, schrieb dagegen der frühere US-Präsident.

Trump jetzt offiziell Präsidentschaftskandidat der Republikaner

21.34 Uhr: Die Republikaner haben Donald Trump offiziell als ihren Kandidaten für die Präsidentenwahl nominiert. Trump kam beim Parteitag in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin wie erwartet auf die notwendige Mehrheit der Delegiertenstimmen. Der Ex-Präsident tritt damit im November nach jetzigem Stand gegen den demokratischen Amtsinhaber Joe Biden an.

Trump macht J.D. Vance zum Vizepräsidentschafts-Kandidat

21.09 Uhr: Der Republikaner Donald Trump hat den Senator J.D. Vance als Vizekandidaten für die US-Präsidentschaftswahl im November auserkoren. Das verkündete Trump am Rande des Parteitages der Republikaner in Milwaukee über seine Online-Plattform Truth Social.

Kurios: Vance galt vor Jahren noch als scharfer Trump-Kritiker. Das änderte sich, als er 2021 für das Senatoren-Amt in Ohio kandidierte und dafür Trumps Unterstützung bekam. Zuvor soll er Trump etwa mal als „America's Hitler“ bezeichnet haben.

Einst feierte Vance mit seinen Memoiren „Hillbilly-Elegie“ Erfolge. Der Bestseller gibt Einblick in eine Schicht, die 2016 den Wahlsieg Trumps mit ermöglicht hat. Bundeskanzler Olaf Scholz berichtete einmal, dass ihn dieses Buch sehr geprägt und zu Tränen gerührt habe. „Leider kann man darüber heute mit dem Autor wohl nicht mehr diskutieren, fürchte ich“, sagte Scholz im vergangenen Jahr in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“.

Heute sitzt der 39 Jahre alte Autor für den Bundesstaat Ohio im Senat. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar trat er als Sprachrohr Trumps auf und forderte vor allem von Deutschland, mehr in seine Streitkräfte zu investieren. In der breiten amerikanischen Öffentlichkeit dürfte er allerdings nicht allzu bekannt sein.

Trump hatte über Monate Spekulationen freien Lauf gelassen, wen er als Vize an seine Seite holen würde. In der jüngeren US-Geschichte wurde der Name meist kurz vor dem Nominierungsparteitag bekanntgegeben. Trump wartete, bis die Versammlung bereits im Gange war, um seine Entscheidung publik zu machen. Das ist eher unkonventionell.

Im Präsidentschaftswahlkampf 2016 hatte Trump auf Mike Pence gesetzt, der besonders bei religiösen Wählern punkten sollte. Nach Trumps Wahlsieg stand Pence damals vier Jahre lang treu hinter seinem Chef. Zum Bruch zwischen den beiden kam es erst, als Pence sich nach Trumps Wahlniederlage gegen Biden bei der Wahl 2020 weigerte, die formale Bestätigung des Wahlergebnisses im Kongress zu torpedieren und seinem Chef so auf unrechtmäßige Weise zum Sieg zu verhelfen. Pence trat zwischenzeitlich selbst als republikanischer Präsidentschaftsbewerber an, schmiss jedoch früh im Rennen hin.

Das Amt des Vizepräsidenten ist generell kein einfaches: Aufgabe des Stellvertreters ist es, die Politik des Präsidenten anzupreisen und zu vertreten, gleichzeitig eigene Akzente zu setzen, ohne aber dem Chef die Schau zu stehlen, keine Patzer zu machen, ohne aber selbst zu sehr zu glänzen. Insbesondere Trump teilt nicht gerne Ruhm und Aufmerksamkeit mit anderen.