Chinesische Stadt verbietet das Gassigehen tagsüber

Hunde sind im chinesischen Wenshan nicht gern gesehen. (Symbolbild: AP Images)

Hunden und Herrchen stehen in einer chinesischen Stadt schwere Zeiten bevor. In Wenshan wurde das Gassigehen zwischen 7 und 22 Uhr verboten. Das Anti-Hunde-Gesetz sieht noch weitere Einschränkungen vor.

Die chinesische Großstadt Wenshan verbannt Hunde weitgehend aus der Öffentlichkeit. Eine neue Verordnung verbietet es Hundehaltern, ihre Tiere zwischen 7 und 22 Uhr spazieren zu führen. Die Leine darf zudem höchstens einen Meter lang sein und muss von einem Erwachsenen gehalten werden. Das berichtet “Sky News”. “Ziel ist es, die Lebensbedingungen der Bürger zu verbessern und die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten”, heißt es als Begründung. Besitzer müssten sicherstellen, dass ihre Hunde andere Menschen nicht stören, erschrecken oder angreifen.

Hunde sind in Bussen tabu

Die neue Verordnung enthält außerdem Verbote, die bereits in Peking oder Shanghai in Kraft getreten sind. Dazu gehört unter anderem, dass Hunde nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren dürfen. Vorgeschrieben sind ferner bestimmte Impfungen für die Tiere.

Solch strikte Regeln für Hundebesitzer sind in weiten Teilen Chinas an der Tagesordnung, wie “Sky News” weiter berichtet. Hier wirkt demnach die Meinung des Staatsgründers Mao Zedong nach, der die Haustiere als antikommunistisches Symbol von Dekadenz betrachtete.

Hundebesitzer protestieren

Sogar Staatsmedien berichten von Protesten gegen das Gassigeh-Verbot in Wenshan. “Während einige Personen die Verordnung befürworten und sagen, dadurch würden sich die Menschen auf den Straßen sicherer fühlen, beschweren sich einige Hundehalter, dass sie ihren Hund nur sehr früh am Morgen oder sehr spät in der Nacht ausführen können”. Es gebe aber auch aus anderem Grund Kritik am neuen Gesetz: “Einige Bürger halten die Verordnung für nicht sinnvoll oder umsetzbar, weil bellende Hunde für die Bürger auch am frühen Morgen oder nachts eine Störung darstellen.”

Neben den ideologischen Vorbehalten gibt es auch praktische Gründe für Anti-Hunde-Politik im “Reich der Mitte”, so “Sky News”: Die Zahl der Hunde in Privatbesitz steigt. Die Behörden fürchten daher auch immer mehr Straßenhunde, die die sowieso schon hohe Zahl der an Tollwut erkrankten Menschen weiter in die Höhe treiben könnten.