Deformierte Schädel: Schauriger Skelettfund auf mexikanischem Friedhof

Gruseliger Fund: Auf einem 1.000 Jahre alten Friedhof im mexikanischen Bundesstaat Sonora stieß ein amerikanisches Forscherteam auf 25 Skelette. Aussergewöhnlich war nicht nur der Schmuck, den sie bei sich trugen, viele der Gebeine wiesen sonderbare Verstümmelungen und seltsam verlängerte Hinterköpfe auf. Um Aliens handelt es sich jedoch nicht, beschwichtigen die Archäologen. Die Deformierungen wurden den Menschen vermutlich zu Lebzeiten absichtlich zugefügt und sollten soziale Unterschiede markieren.

Deformierte Schädel: Skelettfund auf mexikanischem Friedhof (Screenshot: YouTube)Es klingt wie der Anfang einer Gruselgeschichte: ein alter Friedhof in Mexiko und 25 Skelette, von denen einige Schädeldeformationen und verstümmelte Zähne aufweisen. Cristina Garcia Moreno von der Arizona State University und ihr Forscherteam entdeckten die Grabstätte in der Nähe des mexikanischen Dorfes Onava. Es handele sich dabei aber keinesfalls um die Überreste von Aliens, sondern um eine Kultstätte - darin fand sich eine „Mischung aus den Traditionen verschiedener Kulturgruppen aus dem Norden Mexikos“, wie Moreno gegenüber der „Huffington Post“ erklärte.

Manche der Skelette trugen Nasenringe, Armreifen, Ohrringe, Halsketten und Anhänger aus Muscheln, die vermutlich aus dem Golf von Kalifornien stammen. Einer der Toten war mit einem Schildkrötenpanzer bestattet worden. Das Aufsehenerregendste an dem Fund jedoch ist, dass 13 der Skelette verformte Schädel aufweisen, die alle über einen ausgeprägten, stark verlängerten Hinterkopf verfügen. Fünf der Schädel besitzen darüber hinaus verstümmelte Zähne. Die Verletzungen, die zu den Missbildungen führten, wurden den Betroffenen vermutlich absichtlich zugefügt.

„Kopfdeformationen wurden in mesoamerikanischen Kulturen zur Unterscheidung von sozialen Gruppen und zu rituellen Zwecken genutzt“, so die Archäologin gegenüber der „Huffington Post“. Der Prozess der Kopfverformung muss bereits im frühen Kindesalter begonnen haben, weil der Schädel in diesem Entwicklungsstatus noch weicher ist. Als Hilfsmittel wurden Holzbretter und Bandagen verwendet. „Die Verstümmelung von Zähnen hingegen fungierte in Kulturen wie der der Nayarits als Ritus für den Übergang ins Erwachsenenalter.“

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Und noch eine weitere Erkenntnis lieferte die Aushebung des mexikanischen Friedhofs. Muschelschmuck wie der, den manche der Skelette bei sich führten, wurde noch nie zuvor im Bundesstaat Sonora gefunden. „Diese Entdeckung zeigt, dass der Einfluss der mesoamerikanischen Kulturen sehr viel weiter in den Norden vorgedrungen ist, als bisher bekannt war“, so Moreno.


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