EZB ändert Kurs: Es gibt wieder Zinsen - nämlich 0,5 Prozent

An diesem Donnerstag hat die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt angekündigt, dass der Leitzins in der Eurozone um 0,5 Prozentpunkte angehoben wird. Damit fällt die Erhöhung deutlicher aus als erwartet. Der Grund dafür sind offenbar die trüben Aussichten auf eine weiter steigende Inflation.

Damit endet an diesem 21. Juli 2022 die Zeit der Negativzinsen für Banken. Wer in der Eurozone Geld spart, kann sich freuen, denn der Kurswechsel der Europäischen Zentralbank bedeutet, dass sich sparen wieder lohnt. Allerdings werden auch Kredite wieder teurer.

Der offizielle Leitzins, der bisher bei 0 Prozent lag, und der Zins zur Spitzenrefinanzierung werden ebenfalls um 0,5 Prozentpunkte angehoben.

Die EZB hob ihren Leitzins für Einlagen um 50 Basispunkte auf null Prozent an und agierte stärker als in den eigenen Prognosen, die von einer Erhöhung um 25 Basispunkte ausgegangen waren. Vor der EZB waren in den USA und in anderen Ländern die Kreditkosten erhöht worden.

Dieser Kurswechsel war schon vor Wochen angesagt worden - nur der genaue Wert war nicht bekannt.

Hauptziel der europäischen Währungshüter ist der Kampf gegen die Inflation. Diese lag im Juni in der Eurozone bei einem Rekordwert von 8,6 Prozent. Damit liegt die Inflation mehr als viermal so hoch wie eigentlich von der EZB angestrebt. Die Zielmarke der Inflation beträgt nämlich zwei Prozent - und diese will EZB-Chefin Christine Lagarde eigentlich wieder erreichen.

Allerdings droht in der Eurozone eine Rezession - also eine schrumpfende Wirtschaft, ausgelöst durch Russlands Krieg in der Ukraine und die Energiekrise.

Die letzte Zinserhöhung liegt 11 Jahre zurück, damals war noch Jean-Claude Trichet Präsident der EZB. Doch gleich nach ihm leitete sein Nachfolger Mario Draghi die Zinssenkungen ein, die seither die Geldpolitik in Europa bestimmten - bis heute.

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