Fall Jutta Schulz: Rätselhafter Vermisstenfall mit Verbindungen nach Köln

Seit 2014 fehlt von Jutta Schulz jede Spur. Sie verkehrte im Kölner Nachtleben.

Jutta Schulz aus Thale in Sachsen-Anhalt ist seit drei Jahren verschwunden. Von der damals 53-Jährigen fehlt bislang jede Spur. Nun hat eine Dokumentation, die diese Woche in der NDR-Sendung „Panorama – Die Reporter“ ausgestrahlt wurde, den Fall neu aufgerollt.

Als verdächtig gilt der Lebensgefährte von Jutta Schulz, Klaus Kroschwitz. Doch Beweise für seine Schuld gibt es keine, die Polizei hat ihn von allen Verdächtigungen freigesprochen, schreibt die „Mitteldeutsche Zeitung“. Doch Kroschwitz und seine Freundin hatten kurz vor deren Verschwinden einen Streit gehabt, Jutta Schulz wollte sich trennen. Seit dem 8. April 2014 gibt es kein Lebenszeichen mehr von ihr – für viele in Thale steht fest, dass Kroschwitz das 53-jährige ehemalige Fotomodell ermordet hat. Kroschwitz selbst sagt aus, sie sei nach dem Streit abgehauen. Als vermisst gemeldet hatte er sie jedoch nicht.

Schulden und Männerbekanntschaften in Köln

Die Polizei hingegen hält es nicht nur für möglich, sondern für wahrscheinlich, dass Jutta Schulz untergetaucht ist. Sie hatte Schulden, konnte sich mit ihrem Geschäft kaum über Wasser halten. Deswegen arbeite sie bereits seit Jahren zwei Wochen im Monat in einem Kölner Bordell als Bardame. 

Dort soll sie Männerbekanntschaften gepflegt haben. Unter ihnen waren auch ehemalige Bordell-Besitzer und Ex-Häftlinge, die Schulz Geld gaben und Geschenke machten. Es ist nicht auszuschließen, dass ihr Doppelleben in Köln mit Jutta Schulz' Verschwinden in Zusammenhang steht. Im Herbst vor ihrem Verschwunden soll sie sich einer Wahrsagerin im Harz anvertraut und zugegeben haben, dass sie verliebt sei und ihr Leben in Thale hinter sich lassen wolle.

Ehemalige Kolleginnen aus dem Kölner Bordell sprechen ebenfalls davon, dass Jutta Schulz sich in Köln verändert und verliebt hatte – in einen verheirateten Mann, der nach Schulz' Veschwinden nicht mehr ins Bordell kam. Kurz vor dem Verschwinden soll die Beziehung beendet worden sein. Trotzdem halten Kolleginnen und andere Bordell-Besucher ebenfalls Kroschwitz für den Täter.

Gerüchte über Mord auch in Köln

Die NDR-Reportage macht einmal mehr deutlich, dass der Vermisstenfall rätselhaft ist und wohl auch bleibt. In einem Interview wundern sich die Macher der Reportage, dass gerade Schulz' Freunde nicht zur Aufklärung des Falls durch die Reporter beitragen wollten. Stattdessen versteifen sie sich auf Klaus Kroschwitz als Täter.

Gerüchte, dass Koschwitz seine Lebensgefährtin getötet und zerhackt hat, kursieren demnach auch in Köln. Die Polizei hat dafür nie Anhaltspunkte gefunden. Doch was wirklich passiert ist, konnte sie nicht ermitteln. Die Beweise in dem Fall passen in eine Kiste, wie der Film zeigt: Fotos, zwei Handys, nichts führte auf eine Spur zu Jutta Schulz.

Wer oder was wirklich hinter dem Verschwinden von Jutta Schulz steckt, bleibt auch dem Zuschauer verschlossen. Und was denken die Macher der Dokumentation nach ihren Recherchen? „Uns scheint es am wahrscheinlichsten, dass sie untergetaucht ist oder Opfer eines Verbrechens geworden ist.“...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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