"Habe nichts dagegen": So denkt der Sex-Pistols-Gitarrist über das Thronjubiläum der Queen

Mit "God Save The Queen" stürmten die Sex Pistols 1977 die britischen Charts. Bereits damals feierte die Queen ein Jubiläum.  (Bild: Peter Vernon / EMI)
Mit "God Save The Queen" stürmten die Sex Pistols 1977 die britischen Charts. Bereits damals feierte die Queen ein Jubiläum. (Bild: Peter Vernon / EMI)

Durch ihr Hymne "God Save The Queen" sind die Sex Pistols für immer mit der Queen verbunden. Natürlich wird die legendäre Punkband aktuell zum 70. Thronjubiläum der Monarchin befragt. Gitarrist Steve Jones findet es "unterhaltsam".

Zum 25-jährigen Thronjubiläum von Queen Elizabeth II. gelang den Sex Pistols ein Meisterwerk in Sachen Provokation, von dem die Band bis heute zehrt: Ihr Song "God Save The Queen" avancierte 1977 zum Hit, obwohl - oder gerade weil - sie der Queen attestierten "kein menschliches Wesen zu sein" und ein "faschistisches Regime" nachsagten. Die Empörung im Vereinigten Königreich war damals riesig. Dieses Jahr feiert die Monarchin 70. Thronjubiläum und zu diesem Anlass wird der Song natürlich erneut veröffentlicht. Heute sind die Sex Pistols offenbar milder gestimmt: "Ich habe nichts dagegen", so Gitarrist Steve Jones über die Feierlichkeiten.

Vier Tage lang geht das royale Jubiläumsfest, welches Militärparaden, Konzerte, Picknicks und natürlich unzählige britische Flaggen, genannt Union Jacks, umfasst. "Ich sehe, dass überall die Flaggen wehen", so Jones. Inzwischen lebt der Musiker seit 30 Jahren in Los Angeles, von wo er nach London kam. "Ich meine, es ist unterhaltsam. Die Touristen lieben es einfach", lautet die Meinung des 66-Jährigen zum britischen Ausnahmezustand.

Erst kürzlich äußerte sich auch Johnny Rotten, Sänger der Sex Pistols auf dem Sender Talk TV zur Queen. Rotten, bürgerlich John Lydon, sei "sehr, sehr stolz auf die Königin, dass sie überlebt hat und es ihr so gut geht". Zum Jubiläum 1977 sahen die Vorzeichen noch anders aus: Ein anarchischer Auftritt der Band, die auf einem Schiff die Themse entlang fuhr, wurde von der Polizei abgebrochen.

Erneuter Charterfolg?

Die Plattenfirma der Band hofft auf Platz eins für "God Save The Queen" in den Charts, bei Veröffentlichung schnellte die Punkhymne auf Platz zwei. Zuletzt ging dieses Kalkül jedoch bei den Jubiläen 2002 sowie 2012 nicht auf.

Nach der Veröffentlichung der Platte trennte sich die Band 1978 zum ersten Mal. "Es war eine wichtige Zeit in der Musik und ich bin froh, dass es passiert ist", sagt Steve Jones heute. "Denn es hat die Leute zum Nachdenken gebracht und sie haben gedacht: 'Das kann ich auch'". Zuvor habe man in England nicht viele Möglichkeiten gehabt. Heute hört Jones nach eigener Aussage keinen Punkrock mehr.

Popmusik kommt hingegen eine zentrale Rolle bei den Jubiläumsfeierlichkeiten in dieser Woche zu. Prominente Künstler wie Elton John, Alicia Keys, Duran Duran und Diana Ross werden vor dem Buckingham Palace auftreten. Zudem wird Ed Sheeran beim großen Festumzug am Sonntag ein Konzert geben.

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