Kommentar: Omikron haut alles weg

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Von ihren Müttern begleitete Kinder warten im Impfzentrum von San Jose, Costa Rica, am vergangenen Dienstag auf ihre Corona-Schutzimpfung (Bild: REUTERS/Mayela Lopez)
Von ihren Müttern begleitete Kinder warten im Impfzentrum von San Jose, Costa Rica, am vergangenen Dienstag auf ihre Corona-Schutzimpfung (Bild: REUTERS/Mayela Lopez)

Die aktuelle Variante des Coronavirus breitet sich rasend aus. Ist deshalb alles Banane, war alle Mühe umsonst? Im Gegenteil: Unser Wissen wächst mit jedem Tag – mit einer Einschränkung: Nur bei denen, die wissen wollen.

Ein Kommentar von Jan Rübel

Die neuste Story aus der Kiste gesammelten Halbwissens lautet, die Omikron-Variante würde Geimpfte eher infizieren als Ungeimpfte. Basis für diesen Schwank war eine Meldung aus dem Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts – doch schwurbelnd kam nur auf diese „Erkenntnis“, wer übersah: Wenn sehr viele Geimpfte in den Krankenhäusern landen, dann weil es eben sehr viele Geimpfte gibt. Gemessen an den absoluten Zahlen sind immer noch viel mehr Ungeimpfte als Geimpfte in den Genuss einer Intensivbehandlung samt Lebensrettungsversuchs gekommen.

Das Coronavirus verändert sich. Es passt sich an, entwickelt sich weiter. Massenhaft ansteckend ist es nun, und die neuste Voraussage aus den Forschungslaboren lautet: Es wird wohl alle treffen. Einige Ungeimpfte jubeln – war also alles umsonst, ist das Impfen ein Quatsch und Corona letztlich nur eine Grippe? Das sagt nur, wer seit März 2020 das gleiche sagt und sein Wissen den sich ändernden Fakten nicht anpasst, nicht mitlernt.

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Nach Logik aktiver Impfgegner lautet die Strategie angesichts des Coronavirus: Abwarten und Teetrinken. Dieser Weg, oder besser formuliert, dieses Sitzenbleiben oder Weiterschlafen hat nur einen Haken. Die vergangenen beiden Jahre haben dokumentiert, was die Impfstoffe gegen COVID-19 bewirken; sie senken das Risiko einer Ansteckung, Weitergabe und ernsthafter Erkrankung erheblich. Eine Tasse Tee hilft Leuten an der Lungenmaschine kaum, es ist ja auch kein Platz zum Einführen. Das Statistische Bundesamt hat erst jüngst vermeldet, wie stark das Sterben in Deutschland seit März 2020 zugenommen hat; an einer Teevergiftung wird es nicht gelegen haben.

Die Toten, die nicht hätten sterben sollen

Auch widerspricht eine andere Zahl dem fröhlichen Hallali aus den Sitzkreisen. Gestern sind 392 Menschen in Deutschland an Corona verstorben. Schicksal? Das Geben und Nehmen der Natur? Hatten die alle nicht für das richtige Karma beim Einatmen gesorgt? Corona bleibt tückisch für den Menschen, und die Impfungen helfen am besten.

Das ist das Ergebnis einer nüchternen Betrachtung. Selbst gegen Omikron, diesen Superstar unter den Varianten, hilft Impfung durch einen milderen Verlauf bei Ansteckung.

Wer all diesen Schlamassel einfach halten will, schafft dies auch weiterhin. Antworten sind dann rasch da. Nur helfen sie kaum, um das Geschehen zu verstehen, sie sind nur Ruhigmacher für irgendwas. In Omikron und seinem starken Ansteckungspotenzial könnte sogar eine Chance liegen: Wenn sich früher oder später wirklich massenhaft Leute anstecken und dies hoffentlich überleben sowie keine Langzeitfolgen davontragen, dann könnte sich diese Coronawelle vielleicht totlaufen. Zwar würde eine andere kommen, aber die Mittel haben wir in der Hand. Corona könnte mit der Zeit weniger gefährlich werden. Bis zum Niveau zum teetrinkenden Sitzkreis wird es zwar noch einige Zeit dauern, aber Hoffnung besteht.

Ein Hoch aufs Huhn

Daher dieses angebliche Hin und Her. Mal das Rufen nach einer Impfpflicht, mal nicht. Dann der Vorschlag einer zeitlich begrenzten Impfpflicht, in verschiedenen Varianten: Das nennt man Demokratie. In einem Hühnerstall fühlt sie sich am wohlsten; solange es kein Legehennenbatteriearsenal ist. Solange sich Corona verändert, werden die Wissenschaften ihre Erkenntnisse anpassen, weil sie mehr erfahren. Da kann es Kurven geben. Denn nur wer quer fährt, bleibt immer geradeaus. Doch zum Ziel führte das noch nie.

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