"The Masked Singer": Zwei Masken fallen - nach Breitseite gegen Dieter Bohlen

Jürgen Winzer
·Lesedauer: 4 Min.
"Soll ich ihn tötensen?" Stier und Schildkröte gönnten sich ein paar Sticheleien gegen Dieter Bohlen. (Bild: ProSieben/Willi Weber)
"Soll ich ihn tötensen?" Stier und Schildkröte gönnten sich ein paar Sticheleien gegen Dieter Bohlen. (Bild: ProSieben/Willi Weber)

Der Stier wurde auf die Hörner genommen und der Monstronaut ist auf dem Boden der iridschen Tatsachen gelandet: Guildo Horn (!) als Taurus und Thore Schölermann als plüschiges Fantasywesen mussten im Halbfinale von "The Masked Singer" die Masken fallen lassen. Und Dieter Bohlen spielte auch mit ...

Die gute Nachricht: Obwohl im Halbfinale von "The Masked Singer" (ProSieben) gleich zwei Masken gelüpft wurden, fiel der "Kenn ich nicht"-Kanon in den Social-Media-Portalen so schwach aus wie selten. Mit Schlagerlegende Guildo Horn (der Stier) und Moderator Thore Schölermann (der Monstronaut) wurde der nahezu perfekte Crossover in den Mainstream der Popularität geschafft. Und nicht nur das: Die beiden wurden für ihre Performance auch gefeiert, obwohl sie längst zu den Hauptverdächtigen zählten: "Das war zwar keine Überraschung, aber noch mal ein echtes Sahnehäubchen oben drauf", kommentierte ein Fan bei Instagram.

Überraschender war da der Auftakt der fünften Sendung. Der entpuppte sich als schadenfrohe Breitseite gegen Dieter Bohlen, der gerade vom Konkurrenz-Sender RTL als Chefjuror bei DSDS und "Das Supertalent" entsorgt wurde. Am noch leeren Jury-Pult hielt der vorlaute Plüschpapagei, der widerspenstige Kumpan der Schildkröte, die Stellung. "Hier ist grad ein Platz freigeworden?", fragte er in Anspielung auf Bohlens unfreiwillige Demission frech in die Runde. Dann verhohnepiepelte er sein Herrchen, den Kröterich, mit "Du hast die Haare schön". Da sprang der Stier seinem gepanzerten Kandidaten-Kamerad zur Seite: "Soll ich ihn tötensen?", wortwitzelte er. In Tötensen wohnt Dieter Bohlen.

"Es war so schön!" Bei "The Masked Singer" (ProSieben) musste Thore Schölermann im Halbfinale die Monstronauten-Maske fallen lassen - Platz fünf. (Bild: ProSieben/Willi Weber)
"Es war so schön!" Bei "The Masked Singer" (ProSieben) musste Thore Schölermann im Halbfinale die Monstronauten-Maske fallen lassen - Platz fünf. (Bild: ProSieben/Willi Weber)

"Im Namen des deutschen Volkes - es ist Thomas Anders!"

Dass damit höchstwahrscheinlich die letzten verbliebenen Zweifel an der Identität der Schildkröte weggewischt wurden - geschenkt. Thomas Anders, Dieter Bohlens Ex-Partner in Crime bei Modern Talking, war schon vor der Sendung mit 86,3 Prozent der Fan-Stimmen der souveränste Hauptverdächtige. Selbst dem Rateteam, das bisher bis auf Rea Garveys Treffer (bei Einhorn Franziska von Almsick) jedes Mal voll daneben lag, gehen andere Kandidaten aus. Axel Prahl (genannt von Rategast Katrin Bauerfeind) und Roland Kaiser (Ruth Moschner) kamen sehr halbherzig. Viel überzeugter bekannte Rea Garvey: "Alle, wirklich jeder, vom Metzger bis zum Briefträger, hat mir gesagt, dass das Thomas Anders ist." Im "Namen des deutschen Volkes" legte er sich deshalb auch auf Anders fest.

Dafür war er der Einzige, der sich beim Monstronauten nicht auf Thore Schölermann festlegen wollte. Er entschied sich für Joko Winterscheidt, womit er den "perfect score" des Rateteams verhinderte. Denn bei Guildo Horn hatten alle richtig gelegen, bei Schölermann trafen Moschner und Bauernfeind. Dabei hatte Moderator Matthias Opdenhövel eingangs der Show noch gespöttelt: "Heute fallen zwei Masken. Also zwei Chancen für das Rateteam, komplett daneben zu liegen."

"Dass ich das in meinem Alter noch erleben darf." Guildo Horn, der Stier, wurde als fünfte Maske enttarnt.   (Bild: ProSieben/Willi Weber)
"Dass ich das in meinem Alter noch erleben darf." Guildo Horn, der Stier, wurde als fünfte Maske enttarnt. (Bild: ProSieben/Willi Weber)

"The Masked Singer": Der Monstronaut disst die Konkurrenz

Versteckt zwischen sechs Werbeblocks gab es nach den insgesamt neun Kandidatenauftritten noch zwei weitere Überraschungen. Im ersten Sänger-Dreikampf (Flamingo, Stier, Monstronaut) setzte sich der Flamingo durch. Der hatte als "Jon Bon Flamingo" (Opdenhövel) mit "You Give Love A Bad Name", Highheel-Stiefeln und Luftgitarreneinsatz den Rocker ausgepackt und flippte regelrecht aus, als sein direkter Finaleinzug feststand.

Der Stier musste trotz großartiger Version des Elvis-Songs "Can't Help Falling In Love" als Wackler ebenso ums Finale bangen wie der Monstroanut. Der hatte, seinem Image als Rotzlöffel folgend, sein "Bad Boys For Life" (P. Diddy) mit einem eigenen Diss-Rap gegen die anderen "Bitches" gewürzt: "Dino, Schildi, Leo, Stier - you won't get me out of here." Ruth Mochnerfeierte das Plüschwesen: "Du bist diese Show! Du lebst dein Kostüm von der ersten Sekunde an, du bist so toll." Das sahen dann leider doch nicht ausreichend viele Fans ebenso. Das ließ viele im Netz den Kopf schütteln: "Der war Unterhaltung pur. Schade, dass immer noch zu viele nicht begreifen, dass das hier keine Gesangsshow ist."

Gaststar: Schauspielerin, Moderatorin, Entertainerin, Journalistin und Buchautorin Katrin Bauerfeind (rechts) verstärkte diesmal die Rate-Crew. (Bild: ProSieben/Willi Weber)
Gaststar: Schauspielerin, Moderatorin, Entertainerin, Journalistin und Buchautorin Katrin Bauerfeind (rechts) verstärkte diesmal die Rate-Crew. (Bild: ProSieben/Willi Weber)

Vier Profisänger im Finale?

Im zweiten Dreikampf das gleiche Bild: Die beiden Favoriten - Schildkröte und Leopard - mussten zittern, der Dinosaurier ("Von wegen ausgestorben!") zog direkt ins Finale ein. Der ist allerdings so stimmgewaltig wie putzig. Was er mit einer grandiosen Leistung bei "All By Myself" (Eric Carmen) bewies. Rea ist sich mittlerweile felsenfest sicher, dass sich im Dinokostüm sein Freund Sasha verbirgt. Er konnte sogar "zum ersten Mal" ein Indiz richtig zuordnen. "Herzlichen Glückwunsch", lobte Katrin Bauerfeind das seltene Glück.

Thomas And..., äh, die Schildkröte musste also nachsingen, ebenso der Leopard, der diesmal auf allen Vieren wahrlich katzenhaft auf die Bühne krabbelte. Ruth Moschner lobte die Kröte als "Rampensau", als sie Mikrofonprobleme souverän wegsteckte. Ein Missgeschick, das bei zweiten Song auch der Leopardin unterlief - mit demselben Ergebnis: cool weitergesungen.

Daran sieht man, dass zumindest diese beiden, höchstwahrscheinlich aber alle vier Finalisten "wieder Vollprofisänger" sind, wie ein Fan im Netz bedauerte. Wenn es nach den Verdächtigungen der ProSieben-App-User geht, handelt es sich um Ross Antony (Flamingo), Sasha (Dino), Cassandra Steen (Leopard) und eben Dieter Bohlens Ex als "Schildi". Wir werden sehen - und zwar kommenden Dienstag.

Durchmarsch mit Luftgitarre: Der Flamingo gewann mit einer Bon-Jovi-Rocknummer den ersten Dreikampf - direkter Finaleinzug! (Bild: ProSieben/Willi Weber)
Durchmarsch mit Luftgitarre: Der Flamingo gewann mit einer Bon-Jovi-Rocknummer den ersten Dreikampf - direkter Finaleinzug! (Bild: ProSieben/Willi Weber)