Tick tack, tick tack: Nur noch ein paar Tage bis zum Ende der Welt

Wie genau der Weltuntergang aussehen wird, das ist noch nicht so ganz raus. (Bild: ddp)

Aufgepasst alle Verschwörungstheoretiker und Aluhut-Träger: Das Ende der Welt ist näher, als ihr denkt. Nur noch ein paar Tage, dann wird es zappenduster und wir alle verschwinden in einem Schwarzen Loch. Oder so ähnlich.

Viel hilft viel wird sich der Macher des YouTube-Videos „End of the World – Something big will happen on earth may 31 2017“ wohl gedacht haben, bevor er es auf dem Kanal „Endtimes Signs-News & Conspiracy“ veröffentlicht hat. Untermalt mit dramatischer Instrumental-Musik eine Ansammlung verschiedener Katastrophen der vergangenen Jahre, darunter: ein Tornado in Joplin, Missouri, eine Flutkatastrophe im Mississippi River Valley, das Erdbeben im neuseeländischen Christ Church, ein verheerendes Feuer in Arizona und der Tsunami, der zur Atomkatastrophe von Fukushima geführt hat. Prall gefüllt mit Originalaufnahmen, Augenzeugenberichten und einem verwackelten Handy-Video, in dem jemand seinen Liebsten einen vermeintlich letzten Abschiedsgruß übermittelt.

Naturkatastrophen als Vorboten der Apokalypse

Große Lettern weisen die Zuschauer daraufhin, dass es nie zuvor eine derartige Menge an Erdbeben, Tsunamis und Tornados gegeben hätte, dann folgt die Frage: „Bedeutet das, dass die Welt bald untergeht?“ Eine rhetorische offensichtlich, denn was sonst sollte der Titel „Ende der Welt etwas Großes wird am 31. Mai 2017 auf der Welt passieren“ sonst bedeuten?

Eines muss man dem Ganzen zugutehalten: Die Idee, dass Umweltkatastrophen das Ende der Welt bedeuten könnten, ist relativ weit verbreitet. Unter anderem Stephen Hawking hat schon mehrfach darauf hingewiesen, dass sich der Klimawandel fatal auf das Schicksal der Menschheit auswirken könnte. Immerhin aber in einigermaßen ferner Zukunft von etwa einhundert Jahren. Warum die Erde schon in ein paar Tagen untergehen sollte, wird in dem zehnminütigen Video übrigens nicht erläutert.

Schwarze Löcher könnten die Erde schlucken

 Am verwirrendsten aber ist der darin gezeigte Ausschnitt einer in den USA ausgestrahlten Fernsehsendung, in der ein Moderator das Ende der Welt ankündigt. Wie das passieren soll? Durch ein Experiment im europäischen Kernforschungszentrum Cern, das zur Entstehung eines Schwarzen Lochs führt, welches dann die gesamte Erde schluckt.

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Eine Angst, die durch die Köpfe mancher Menschen spukt, seit 2008 in Genf der größte Teilchenbeschleuniger der Welt in Betrieb genommen wurde. Auf der Suche nach dem Urknall, der unser Universum erst entstehen ließ, jagen die Wissenschaftler in einer riesigen unterirdischen Maschine, dem LHC-Beschleuniger, Protonen mit enormer Energie aufeinander. Dabei könnten, so die Befürchtung, winzige Schwarze Löcher und so genannte Seltsame Materie entstehen, die die Erde entweder verschlingen oder selbst in Seltsame Materie verwandeln könnten.

Die Angst, dass der Teilchenbeschleuniger die Welt zugrunde richtet, ist nicht neu. (Bild: ddp)

Sogar Klagen wurden damals gegen das physikalische Experiment eingereicht, an dem Tausende Wissenschaftler aus aller Welt arbeiten. Es dauerte vier Jahre, bis sie zu den Akten gelegt wurden. 2012 hatte das Bundesverfassungsgericht eine Verfassungsbeschwerde mit folgender Begründung abgewiesen: Es genüge nicht, den Antrag auf „ein generelles Misstrauen gegenüber physikalischen Gesetzen, also gegenüber theoretischen Aussagen der modernen Naturwissenschaft zu stützen“. Auch beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wurde ein Eilantrag abgewiesen. 2013 bekamen die Teilchenphysiker François Englert und Peter Higgs sogar den Nobelpreis für die Entdeckung des Higgs-Teilchens.

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Zurück zur Sendung in dem Video: In ihr war auch der amerikanische Physiker Michio Kaku zu Gast, der ebenfalls am Cern forscht. Er erklärte die Funktionsweise der Maschine und endet in der Feststellung, dass von ihr keinerlei Gefahr ausgeht. Warum der Macher des Videos den Ausschnitt trotzdem benutzt, um zusammen mit den Szenen der Naturkatastrophen Panikstimmung zu verbreiten? Man weiß es nicht. Mehr als zwei Millionen Menschen haben sich das Video bisher angesehen. Die meisten davon gehen mit dem gebührenden Humor damit um. So schreibt zum Beispiel ein User im Hinblick auf den Weltuntergang: „Schon wieder einer? Ich erhole mich noch von 2012.“

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