Weltuntergangs-Szenario: So würden wir uns vorbereiten

Wie würde das Wissen um den Weltuntergang unser Verhalten verändern? (Bild: ddp)

Wilde Verschwörungstheorien gibt es viele. Auch, wenn sie nicht ernst zu nehmen sind, wollten Forscher wissen, wie wir uns verhalten würden, wenn das Ende der Welt Gewissheit wäre.

Verschwörungstheoretiker wollen es ja schon immer gewusst haben: Die Welt droht unterzugehen. Erst jüngst sorgte der Autor David Meade mit seinem Buch „Planet X – The 2017 Arrival“ für Gesprächsstoff. Der Verschwörungstheoretiker sagt noch für dieses Jahr eine Kollision der Erde mit dem unbekannten Planeten Niburu voraus – am 5. Oktober soll es soweit sein. Die NASA gewiss bestreitet ausdrücklich die Existenz eines solchen Planten. Wissenschaftler weltweit halten rein gar nichts von der Nibiru-Theorie.

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Aber mal angenommen, wir würden an ein Ende der Welt wirklich glauben – würden wir uns dann im täglichen Umgang mit unseren Mitmenschen wirklich anders verhalten? Dieser Frage sind US-amerikanische und koreanische Wissenschaftler mittels einer Studie zu dem Online-Rollenspiel „Arche Age“ nachgegangen. In dieser offenen Spielwelt haben die Player viele Freiheiten. Sie können zum Beispiel Bäume pflanzen, Häuser bauen, Gilden gründen – und damit einen Fortschritt erzielen.

Für die Studie wurden die Spieler vorab darauf hingewiesen, dass das Online-Rollenspiel jedoch nach elf Wochen vorbei sei und ihre Figuren dann gelöscht würden. Ein virtueller Weltuntergang.

Bäume pflanzt bei einem bevorstehenden Weltuntergang niemand mehr

270 Millionen anonymisierte Datensätze wurden laut Medienberichten für die Untersuchung zu dem Rollenspiel insgesamt gewertet. Das Ergebnis war anders als erwartet. So führte das bevorstehende Ende der virtuellen Welt demnach etwa nicht dazu, dass sich die Spieler asozialer als sonst verhielten. Im Gegenteil: Die meisten von ihnen tendierten eher dazu, sich in dem Spiel sozialer zu verhalten und zum Beispiel mehr miteinander zu sprechen und zu unternehmen.

Ein ablesbar Trend bei dem Test sei allerdings auch gewesen, dass den Spielern die Zukunft gegen Ende des Spiels egal war, sprich, dass sie lieber gemeinschaftlich agierten als nun noch einen Baum zu pflanzen. Ein nachvollziehbares Verhalten – wozu noch etwas schaffen, wenn danach niemand mehr etwas davon hat.

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Aus dem Verhalten der Spieler in der virtuellen Welt zogen die Forscher Schlüsse auf das menschliche Verhalten generell. Zwar droht die Welt – entgegen aller Verschwörungstheorien – natürlich nicht unterzugehen. Sollten Menschen allerdings tatsächlich vom Ende der Welt ausgehen, so die Theorie, so würden in einem solchen Wissen also eher neue soziale Beziehungen aufgebaut und die sozialen Interaktionen insgesamt eher verstärkt, leiteten die Forscher aus den Ergebnissen der Studie ab.

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