Coronavirus SARS-CoV-2: Die aktuellen Informationen im Liveblog

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Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus im Yahoo-Liveblog. (Bild: Getty Images)

Das Wichtigste in Kürze:

  • Weltweit: Über 1,85 Millionen Infizierte (Todesfälle über 114.245; genesen: über 430.527) - Quelle: Johns Hopkins University

  • Bestätigte Fälle in Deutschland: Über 127.854 (Todesfälle: über 2.996, genesen: über 60.300) - Quelle: Johns Hopkins University

  • In Europa sind Italien und Spanien am meisten betroffen: In Italien sind es über 156.363 Infizierte (Todesfälle: über 19.899, genesen: über 34.211) und in Spanien über 166.127 (Todesfälle: über 17.209, genesen: über 62.391) - Quelle: Johns Hopkins University

  • Bestätigte Fälle in den USA: Über 557.571 (Todesfälle: über 22.108; genesen: über 41.831) - Quelle: Johns Hopkins Universität

  • Experten legen Empfehlungen für Exit-Strategie vor

  • Steinmeier mahnt in Osteransprache zu Geduld und Solidarität

  • Kanzlerin Merkel mahnt Geduld an - Verschärfung der Maßnahmen sei jedoch nicht nötig

  • Diskussion um Lockerung der Ausgangsbeschränkungen nimmt weiter Fahrt auf

+++ Spanien: Corona-«Winterschlaf» geht zu Ende +++

(13.04.2020, 10:25 Uhr)

In Spanien durften Hunderttausende Menschen erstmals nach zwei Wochen wieder zur Arbeit fahren. Der sogenannte «Winterschlaf», mit dem die linke Regierung den Kampf gegen die Corona-Pandemie intensiviert hatte, ging in jenen Regionen des Landes zu Ende, in denen der Ostermontag kein Feiertag ist. Von der umstrittenen Verschärfung der Ausgangssperre waren vor allem das Baugewerbe und weite Teile der Industrie betroffen.

Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte am Sonntag allerdings die Spanier gewarnt, es gebe keine echte Lockerung der Ausgangssperre. «Ich will mich sehr deutlich ausdrücken: Wir sind nicht einmal am Beginn einer zweiten Phase. Erste Lockerungen wird es frühestens in zwei Wochen geben. Und die werden schrittweise und vorsichtig sein», sagte der Regierungschef in einer Rede an die Nation. Er sprach von einem «Krieg, den wir nur vereint gewinnen können». (dpa)

+++ Umfrage: Mehrheit offen für Nutzung von Corona-Warn-App +++

(13.04.2020, 09:14 Uhr)

Eine Mehrheit würde sich einer Umfrage zufolge eine App zur Kontaktverfolgung in der Corona-Krise installieren. Wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für BR24 ergab, zeigten sich 56,1 Prozent der Befragten offen für die Nutzung einer solchen App. Knapp ein Viertel der Befragten (24,2 Prozent) schloss dagegen die Nutzung einer solchen App kategorisch aus.

Die größten Sorgen bereiteten den Bürgern eine potenzielle Überwachung auch nach der Corona-Krise (42,8 Prozent) sowie ein Missbrauch der Daten (40,2 Prozent). Knapp jeder Dritte hat Bedenken wegen der Verletzung seiner Privatsphäre (32,8 Prozent) und/oder einer zu großen staatlichen Kontrolle (31,7 Prozent). (dpa)

+++ Verband fordert mehr Duschen und Toiletten für Lkw-Fahrer +++

(13.04.2020, 08:55 Uhr)

Der Verband der Logistiker hat die Industrie- und Handelsunternehmen aufgefordert, Lastwagenfahrern Zugang zu sanitären Einrichtungen an den Be- und Entladestellen zu gewähren. «Man kann den Leuten nicht zumuten, dass sie sich nicht waschen können oder ins Gebüsch gehen müssen», sagte ein Sprecher des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL/Frankfurt). Dabei gelte es das Kontaktverbot und die Hygienevorschriften zur Eindämmung der Corona-Pandemie einzuhalten.

Die Gesellschaft sei gerade in diesen besonderen Zeiten auf Menschen angewiesen, die mit ihrer Arbeit die Versorgung der Bevölkerung gewährleisteten. Positiv seien Initiativen wie auch an Raststätten, wo Fahrer kostenlos duschen und warmes Essen bekämen. (dpa)

+++ Trump-Berater bestätigt Bericht zu später Reaktion der USA +++

(13.04.2020, 08:33 Uhr)

Der Berater von US-Präsident Donald Trump in der Corona-Pandemie, der Virologe Anthony Fauci, hat einen Bericht bestätigt, wonach die USA zu spät auf die Viruskrise reagierten. Es hätten Leben gerettet werden können, wenn öffentliche Einrichtungen früher geschlossen worden wären, sagte Fauci dem Sender CNN am Sonntag.

Die "New York Times" hatte Trump in einem Bericht zuvor vorgeworfen, er habe zu spät reagiert, weil er sich zum einen auf sein Bauchgefühl verlassen und zum anderen den Staatsbediensteten misstraut habe. Fauci, der bereits sechs US-Präsidenten in Folge beriet, sagte CNN, es habe anfangs großen Widerstand gegeben, das öffentliche Leben herunterzufahren. Den Präsidenten nannte er dabei aber nicht namentlich. (AFP)

+++ Unicef warnt vor globaler Katastrophe für Kinder +++

(13.04.2020, 08:21 Uhr)

Die Corona-Krise gefährdet nach Unicef-Angaben die fragile Grundversorgung der ärmsten Kinder in vielen Entwicklungsländern und Krisengebieten. «Die Pandemie ist für Millionen Kinder eine existenzielle Gefahr», sagte der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Christian Schneider, der Deutschen Presse-Agentur in Köln. «Nur durch ein internationales koordiniertes Handeln können wir verhindern, dass aus der weltweiten Gesundheitskrise eine globale Katastrophe für Kinder wird.»

Besonders groß sei die Sorge, dass sich das Virus in den überfüllten Flüchtlingslagern in Griechenland und Syrien ausbreite. «Viele Kinder leiden dort bereits an Mangelernährung und anderen Vorerkrankungen und haben neuen Gefahren nur noch wenig entgegenzusetzen», sagte Schneider. Das Gleiche gelte für Kinder in Ländern der Sahelzone und im südlichen Afrika. Fast 40 Prozent der Afrikaner hätten zu Hause keine Möglichkeit, sich die Hände mit Wasser und Seife zu waschen. (dpa)

+++ Virologe: Ohne Schutzmaßnahmen wären Krankenhäuser voll +++

(13.04.2020, 08:05 Uhr)

Für eine Entwarnung in der Corona-Krise gibt es nach Überzeugung des Kieler Virologen Prof. Helmut Fickenscher bisher keinen Grund. «Würde man die Schutzmaßnahmen aufheben, hätten wir höchstwahrscheinlich in kurzer Zeit volle Krankenhäuser», sagte der Leiter des Instituts für Infektionsmedizin der Universität Kiel der Deutschen Presse-Agentur. Dann könnten wegen Überlastung nicht einmal mehr simple Unfälle angemessen behandelt werden. «Die Bremsung muss aufrechterhalten werden», sagte Fickenscher, der auch Präsident der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten (DVV) ist. (dpa)

+++ Tiroler Politikerin: Tourismus muss aus der Corona-Krise lernen +++

(13.04.2020, 07:50 Uhr)

Der Tiroler Tourismus steuert durch die Corona-Krise auf eine ungewisse Zukunft zu - aus Sicht der stellvertretenden Tiroler Landeschefin Ingrid Felipe (Grüne) muss daher nun ein Umdenken erfolgen. «Ich glaube schon länger, dass der Tiroler Tourismus sich viel stärker in Richtung eines klimafreundlichen, naturnahen, weniger auf Hüttengaudi und Après Ski und Pistenkilometer ausgelegten Tourismus entwickeln sollte», sagte Felipe der Deutschen Presse-Agentur. «Spätestens jetzt müssen alle verstanden haben, dass die Zukunft nicht in noch mehr Liftstützen und Pistenkilometern liegt, sondern in einer naturnahen Erfahrung.»

Der Tiroler Tourismus und speziell der Wintersportort Ischgl stehen als eine Keimzelle des Coronavirus für ganz Europa schwer in der Kritik. Ein österreichischer Verbraucherschützer hat bereits mehr als 4000 Zuschriften von Menschen gesammelt, die davon ausgehen, dass sie sich in Tirol mit Sars-CoV-2 infiziert haben. Der Skibetrieb in Tirol steht seit dem 16. März still - neun Tage, nachdem in Ischgl der erste Corona-Fall bestätigt wurde. (dpa)

+++ Experten warnen vor gefährlichen Spam-E-Mails mit Formularen +++

(13.04.2020, 07:39 Uhr)

Durch Deutschland schwappt aktuell eine gefährliche Welle mit Spam-E-Mails, die vermeintlich vom Bundesgesundheitsministerium stammen. In der Mail werden die Empfänger aufgefordert, sich ein geändertes Antragsformular für «Familien- und Krankenurlaub» anzuschauen, das der Mail als Word-Dokument in der Anlage beigefügt wurde. «Die Datei ist aber infiziert und lädt den Trojaner Trickbot nach», sagte Computerviren-Experte Christoph Fischer der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Zum Schluss der Infektionskette werde der Rechner verschlüsselt, um ein Lösegeld zu erpressen.

Die gefälschte E-Mail sehe auf den ersten Blick authentisch aus, warnte Fischer. «Hoffentlich löst das nach Ostern keine große Infektionswelle aus, wenn die Leute im Homeoffice dann diese gefährliche Spam-Mail vorfinden.» (dpa)

+++ JU-Chef für Widerspruchslösung bei Corona-App +++

(13.04.2020, 07:33 Uhr)

Der Vorsitzende der Jungen Union (JU), Tilman Kuban, hat sich für eine Widerspruchslösung bei der geplanten Corona-App ausgesprochen. Die App zur Nachverfolgung von Coronavirus-Infektionen sollte bei jedem Deutschen automatisch aufs Handy installiert werden, wenn dieser nicht aktiv widerspricht, sagte Kuban der "Welt am Sonntag".

Der CDU-Politiker geht davon aus, dass dafür 40 bis 50 Millionen Menschen in Deutschland mitmachen und diese App nutzen müssten. "Deshalb bin ich für eine Widerspruchslösung bei der Datenspende. Jeder Smartphone-Besitzer sollte die neue Tracing-App mit dem nächsten Update aufs Handy bekommen und völlig anonym entscheiden, ob er teilnehmen und damit helfen will oder aus für sich nachvollziehbaren Gründen widerspricht", sagte Kuban. (AFP)

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+++ Grünen-Fraktionschefin für Kommission für faire Löhne +++

(13.04.2020, 07:21 Uhr)

Als Konsequenz aus der Corona-Krise hat Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt die Schaffung einer Lohnkommission für systemrelevante Berufe angeregt. «Systemrelevante Berufe von der Pflegekraft bis zur Verkäuferin werden viel zu schlecht bezahlt», sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). Mit der Mindestlohnkommission habe die Politik schon einmal einen Weg gefunden, um Kriterien für Löhne jenseits von Tarifverträgen festzulegen. «Eine ähnliche Kommission sollten wir jetzt für faire Löhne in systemrelevanten Berufen einrichten, zu denen auch Pflegekräfte und Erzieherinnen und die gehören, die für unsere Versorgung mit Lebensmitteln zuständig sind.» (dpa)

+++ Trump weist Vorwurf der Zögerlichkeit zurück +++

(13.04.2020, 07:12 Uhr)

US-Präsident Donald Trump hat sich gegen Vorwürfe von Opposition und Medien gewehrt, frühe Warnungen vor dem Coronavirus ignoriert zu haben. Er verstehe nicht, warum die Medien und die US-Demokraten ihn dann so heftig für die Einführung eines Einreiseverbots aus China kritisiert hätten, schrieb Trump am Sonntagabend (Ortszeit) auf Twitter und fügte hinzu: «Korrupte Medien!».

Ranghohe Berater des Präsidenten hatten Medienberichten zufolge bereits Ende Januar vor einer Coronavirus-Pandemie gewarnt, in deren Folge Hunderttausende Amerikaner ums Leben kommen könnten. Trump selbst beteuerte noch bis Anfang März öffentlich, das Virus sei für die USA kein Grund zur Sorge. (dpa)

+++ Mehrheit der Deutschen gegen Lockerung des Kontaktverbots +++

(13.04.2020, 06:30 Uhr)

Die Mehrheit der Deutschen ist gegen eine Lockerung des Kontaktverbots zur Eindämmung der Corona-Pandemie. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur plädierten 44 Prozent für eine Verlängerung der Maßnahmen über den 19. April hinaus, 12 Prozent sind sogar für eine Verschärfung. Nur 32 Prozent sind für eine Lockerung und 8 Prozent für eine Abschaffung der von Bund und Ländern beschlossenen Einschränkungen. 5 Prozent machten keine Angaben.

Am Mittwoch berät Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder, wie man nach dem 19. April verfahren will. (dpa)

Alle Meldungen vom Vortag lesen Sie hier:

+++ Erdogan nimmt Rücktritt von türkischem Innenminister nicht an +++

(12.04.2020, 23:17 Uhr)

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nimmt den Rücktritt seines Innenministers Süleyman Soylu nicht an. Soylu werde sein Amt weiter ausüben, erklärte das Büro des Präsidenten am Sonntagabend. Zuvor hatte Soylu nach Kritik an seiner extrem kurzfristigen Ankündigung einer Ausgangssperre wegen der Corona-Pandemie den Rücktritt eingereicht. (AFP)

+++ Málaga: Statt Ostertrubel gähnende Leere +++

(12.04.2020, 23:05 Uhr)

Málaga ist eine von vielen Touristenstädten, die massiv unter den Folgen der Coronavirus-Pandemie leidet:

+++ Indien: Touristen müssen 500 Mal "Tut mir leid" schreiben +++

(12.04.2020, 22:46 Uhr)

Zehn ausländische Touristen, die in Indien gegen die Ausgangsbeschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie verstoßen haben, sind zu einer ungewöhnlichen Strafe verdonnert worden. Die Reisenden aus Israel, Mexiko, Australien und Österreich mussten jeweils 500 Mal schreiben: "Ich habe mich nicht an die Regeln der Ausgangssperre gehalten, das tut mir sehr leid", wie der Polizist Vinod Sharma am Sonntag mitteilte. (AFP)

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+++ Medien: Erdogan akzeptiert Innenminister-Rücktritt nicht +++

(12.04.2020, 22:30 Uhr)

Oliver Mayer-Rüth, ARD-Korrespondent in Istanbul, schreibt auf Twitter mit Verweis auf türkische Medienberichte, dass der türkischen Präsident Recep Tayyip Erdogan den Rücktritt von Innenminister Süleyman Soylu nicht akzeptiert habe:

+++ Verfassungsschutz registriert intensivierte Propaganda Chinas +++

(12.04.2020, 21:52 Uhr)

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat in der Corona-Krise eine gesteigerte Informations- und Propagandapolitik von chinesischen Offiziellen registriert. Das teilte das Bundesamt der «Welt am Sonntag» auf Nachfrage mit. Peking versuche, die Rolle Chinas als Ursprungsland des Virus in Zweifel zu ziehen und Chinas Einsatz als Hilfeleistender für westliche Länder hervorzuheben, «um die Volksrepublik als verlässlichen Partner und besonnenen Krisenbewältiger darzustellen».

Grundsätzlich befänden sich die Aktivitäten chinesischer Nachrichtendienste in Deutschland «unverändert und unabhängig von der aktuellen Corona-Krise auf einem hohen Niveau». Hierzu zählten auch Bemühungen, «Entscheidungsträger aus dem politischen Umfeld als "Lobbyisten" für chinesische Interessen einzuspannen und über diese in Deutschland Einfluss im Sinne der politischen Agenda der Kommunistischen Partei» auszuüben.

+++ Frankreich: Ausgangssperre könnte über 10. Mai hinaus verlängert werden +++

(12.04.2020, 21:10 Uhr)

Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie wird Frankreich die seit bald vier Wochen andauernde Ausgangssperre womöglich über den 10. Mai hinaus verlängern. Staatschef Emmanuel Macron, der das weitere Vorgehen am Ostermontag in einer Fernsehansprache erläutern will, befürworte eine längere Verlängerung, sagten Vertraute des Präsidenten am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP.

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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. (Bild: LUDOVIC MARIN/POOL/AFP via Getty Images)

+++ Türkischer Innenminister tritt nach verunglücktem Ausgehverbot zurück +++

(12.04.2020, 20:58 Uhr)

Nach dem verunglückten Start einer Ausgangssperre ist der türkische Innenminister Süleyman Soylu zurückgetreten. Er übernehme die volle Verantwortung für die am Freitag verhängte Ausgangssperre in mehreren Städten und die Folgen teilte Soylu am Sonntag auf Twitter mit.

Das Innenministerium hatte am späten Freitagabend kurzfristig eine weitgehende Ausgangssperre wegen der Corona-Krise für 48 Stunden in 31 Städten beziehungsweise Provinzen verhängt, darunter in den Metropolen Istanbul, Ankara und Izmir. Die Kommunikation der Behörden war scharf kritisiert worden, weil die Maßnahme erst zwei Stunden vor Beginn der Frist bekannt wurde und Details der Regelung zunächst unklar waren. Am Freitagabend war es deshalb zu Panikkäufen und Menschenansammlungen in den betroffenen Städten gekommen. (dpa)

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+++ Passagierzahlen an deutschen Flughäfen um 98 Prozent eingebrochen +++

(12.04.2020, 20:37 Uhr)

Der Passagierbetrieb an deutschen Flughäfen ist einem Medienbericht zufolge aufgrund der Corona-Krise fast vollständig zum Erliegen gekommen. In der Woche vom 30. März bis 5. April zählte der Flughafenverband ADV nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" nur noch 97.693 Passagiere in Deutschland - ein Einbruch gegenüber dem Vorjahr von fast 98 Prozent. 2019 reisten in der Vergleichswoche mehr als 4,5 Millionen Gäste über die deutschen Verkehrsflughäfen.

Der Verband sprach von einem "historischen Tiefstwert”. In einer internen Beurteilung der ADV-Geschäftsführung sind laut dem "Spiegel"-Bericht auch die Aussichten düster. Flüge und Passagiere aus dem Rückholprogramm der Bundesregierung würden auslaufen. "Der überwiegende Anteil der Airlines hat ihren Flugbetrieb vorerst eingestellt." (AFP)

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+++ Altmaier: Mit Härte gegen schwarze Schafe +++

(12.04.2020, 20:25 Uhr)

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat angekündigt, gegen den missbräuchlichen Bezug finanzieller Corona-Hilfen hart vorzugehen. «Einige wenige schwarze Schafe gefährden so die schnelle Auszahlung für viele Tausend Ehrliche, die diese Hilfe jetzt dringend brauchen», sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

«Die rasche Auszahlung war und ist notwendig, aber gegen Betrug und Missbrauch muss konsequent und mit Härte gehandelt werden.» Zu Missbrauch sei es vor allem bei der Beantragung des Sofortprogramms für Solo-Selbstständige und kleine Unternehmen gekommen. (dpa)

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+++ New York: Zahl der Patienten stabil +++

(12.04.2020, 20:14 Uhr)

Im US-Bundesstaat New York gibt es weiterhin beunruhigende Corona-Zahlen. «758 Menschen haben in den letzten 24 Stunden ihr Leben verloren», sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Sonntag bei seiner täglichen Pressekonferenz. Damit liege die Zahl der Todesopfer in dem Staat mit knapp 20 Millionen Einwohnern bei 9385. Das sind etwa die Hälfte der Toten in ganz Italien und knapp 50 Prozent der Opfer in den gesamten Vereinigten Staaten.

Hoffnung machen derweil weiter die sich stabilisierenden Patientenzahlen in Krankenhäusern: Die Zahl der wegen Covid-19 in New Yorker Kliniken untergebrachten Patienten liegt seit Tagen mit nur leichten Steigerungen bei mehr als 18.000. Angesichts von Rufen nach einer schnellen Wiedereröffnung von Wirtschaft und Gesellschaft bremste Cuomo erneut. Dies werde so schnell wie möglich passieren, dürfe aber keine neue Infektionswelle erzeugen. Der Gouverneur betonte, dass noch keine Entscheidung dazu gefallen sei, ob die Schulen bis zu den Sommerferien Ende Juni geschlossen blieben. (dpa)

+++ Argentinien zählt Corona-Fälle der Falklands als eigene +++

(12.04.2020, 20:05 Uhr)

Argentinien wird Corona-Infizierte auf den von Buenos Aires beanspruchten britischen Falklandinseln im Südatlantik künftig in seiner nationalen Statistik führen. Das kündigte der argentinische Beauftragte für die Inseln, Daniel Filmus, auf Twitter am Samstag (Ortszeit) an. Die Inselgruppe knapp 400 Kilometer vor der Küste Argentiniens gehört zu Großbritannien, regiert sich aber selbst. Argentinien erhebt seit Jahrzehnten Anspruch auf die Inseln, die in dem südamerikanischen Land Malvinas genannt werden. 1982 führten beide Länder Krieg um die Inseln, etwa 1000 Menschen starben. 2013 stimmten die Bewohner in einem Referendum für die britische Hoheit.

«Gemäß der Verfassung und der aktuellen Gesetzgebung muss Argentinien diejenigen, die sich auf den Malvinas befinden, in seine Statistiken aufnehmen, weil sie sich auf unserem nationalem Hoheitsgebiet befinden», betonte Filmus. Auf den Falklands leben knapp 3000 Nachfahren britischer Einwanderer und es gibt eine starke Garnison des britischen Militärs. Bisher wurden fünf Corona-Fälle auf den Falklands bekannt, allesamt britische Soldaten. (dpa)

+++ Andrea Bocelli singt in Mailand für die Hoffnung +++

(12.04.2020, 19:49 Uhr)

Der Tenor Andrea Bocelli hat im leeren Mailänder Dom ein besonderes Osterkonzert gegeben. Der 61-Jährige sang am Sonntag unter anderem die Arie «Sancta Maria» des italienischen Komponisten Pietro Mascagni. Begleitet wurde Bocelli vom Organisten der Kathedrale. Später sang er das englische Lied «Amazing Grace» draußen mit Blick auf den Domplatz.

Der blinde Klassik-Star aus Italien hatte sein etwa halbstündiges Event mit «Music For Hope» (Musik zum Hoffen) betitelt. Sein Land ist von der Corona-Krise mit fast 20 000 Toten besonders betroffen.

Der Auftritt wurde auf seinem Youtube-Kanal gestreamt. Wie dort abzulesen war, verfolgten zeitweise mehr als zwei Millionen Menschen das Konzert. Im Gotteshaus im Zentrum der lombardischen Metropole waren wegen der Gesundheitskrise keine Zuhörer zugelassen. Auch der Platz war großteils leer.

+++ Fast 14 400 Corona-Tote in Frankreich - Maßnahmen zeigen aber Wirkung +++

(12.04.2020, 19:32 Uhr)

Weit mehr als 14 000 Menschen sind in Frankreich bisher in Folge von Covid-19 gestorben. Insgesamt seien seit Anfang März 14 393 Menschen in Krankenhäusern sowie Pflege- und Altersheimen gestorben, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntagabend mit. Am vierten Tag in Folge ist die Zahl der Menschen, die auf der Intensivstation behandelt werden, leicht rückläufig. Es habe dort 220 Aufnahmen und 255 Entlassungen gegeben, es gebe also einen kleinen Rückgang von 35. Innerhalb von 24 Stunden sind in Krankenhäusern 315 Menschen gestorben - das sind etwas weniger als am Vortag. (dpa)

+++ Ministerium: Türken halten sich an Ausgangsverbot übers Wochenende +++

(12.04.2020, 19:10 Uhr)

In der Türkei hält sich die Bevölkerung weitestgehend an das wegen der Corona-Krise übers Wochenende verhängte Ausgangsverbot in 31 Städten. Nur wenige Bürger hätten gegen die Maßnahme verstoßen, teilte das Innenministerium am Sonntag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu mit. Man bedanke sich bei der Bevölkerung, hieß es demnach.

In der Millionenmetropole Istanbul waren am Samstag und Sonntag bei frühlingshaftem Wetter die Plätze menschenleer, Straßen fast autofrei und Wohnviertel ungewöhnlich still. Bilder aus anderen betroffenen Städten zeigten ähnliche Szenen.

Das Innenministerium hatte am späten Freitagabend kurzfristig eine weitgehende Ausgangssperre für 48 Stunden in 31 Städten beziehungsweise Provinzen verhängt, darunter in den Metropolen Istanbul, Ankara und Izmir. Die Kommunikation der Behörden war scharf kritisiert worden, weil die Maßnahme erst zwei Stunden vor Beginn der Frist bekannt wurde und Details der Regelung zunächst unklar waren. Am Freitagabend war es deshalb zu Panikkäufen in den betroffenen Städten gekommen. (dpa)

+++ Macron hält in Corona-Krise erneut Ansprache an Franzosen +++

(12.04.2020, 19:00 Uhr)

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will sich in der Coronavirus-Krise am Montag (20.00 Uhr) erneut in einer TV-Ansprache an die Französinnen und Franzosen wenden. Es wird erwartet, dass der Präsident die Dauer der Verlängerung der strengen Ausgangsbeschränkungen verkünden wird. In der vergangenen Woche war bereits bestätigt worden, was viele erwartet hatten: Die Ausgangsbeschränkungen werden über den 15. April hinaus andauern. Es handelt sich bei Macrons Rede um die dritte TV-Ansprache seit Beginn der Corona-Krise.

Französische Medien berichteten unter Berufung auf Élyséekreise am Sonntag, dass die Rede kein baldiges Ende der Krise einläuten soll. Das «Journal du Dimanche» schrieb, dass sogar eine Verlängerungen der Ausgangsbeschränkung bis Mitte oder Ende Mai möglich sei. Der wissenschaftliche Rat hatte zuletzt empfohlen, dass die Beschränkungen in Frankreich mindestens sechs Wochen andauern sollten. Die Regelungen gelten in Frankreich seit dem 17. März. Das Haus dürfen die Menschen nur für notwendige Dinge wie Einkaufen verlassen, Spazieren gehen oder Sport ist nur eine Stunde pro Tag im Umkreis von einem Kilometer zur Wohnung erlaubt.

+++ Tirol verlängert Quarantäne auch für Sölden +++

(12.04.2020, 18:27 Uhr)

Das österreichische Bundesland Tirol hat nun auch die Quarantäne für den Skiort Sölden bis zum 26. April verlängert. Das teilte Landeschef Günther Platter am Sonntag mit. Aufgrund der aktuellen Testergebnisse auf das Coronavirus bleibe keine andere Wahl. Zuvor war bereits die Quarantäne für das Paznauntal mit den Orten Ischgl und Galtür sowie für St. Anton am Arlberg um zwei Wochen verlängert worden. Bei fast 3000 Tests binnen eines Tages hatte sich herausgestellt, dass dort bei bis zu 19 Prozent der untersuchten Menschen das Coronavirus nachweisbar gewesen ist.

+++ In Italien rund 430 Corona-Tote am Sonntag +++

(12.04.2020, 18:23 Uhr)

In Italien hat der Zivilschutz am Ostersonntag 431 Corona-Tote innerhalb von 24 Stunden registriert. So niedrig war der Anstieg seit längerem nicht gewesen. Insgesamt starben in dem Land seit Februar 19 899 Menschen im Zusammenhang mit der Covid-19-Krankheit, wie die Behörde in Rom mitteilte. Die Gesamtzahl der Infizierten stieg moderat auf 156 363 Fälle (plus gut 4000). Dazu erläuterte ein Experte, dass Italien zuletzt auch die Zahl der Abstriche gesteigert habe. Dies spiele hier eine Rolle. Insgesamt gebe es weiter positive Signale. Über 34 000 Menschen gelten inzwischen als wieder gesundet.

+++ Laschet bereitet Bevölkerung auf «kleine, vorsichtige Schritte» vor +++

(12.04.2020, 18:00 Uhr)

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die Bevölkerung in einer Osteransprache auf «viele kleine, vorsichtige Schritte» vorbereitet, um die Einschränkungen in der Corona-Krise zu lockern. «Je mehr wir alle Geduld, Disziplin und Gemeinsinn aufbringen, desto leichter gelingt die Rückkehr ins Leben», sagte Laschet in seiner Rede laut vorab veröffentlichtem Manuskript. Die Ansprache sollte am Sonntagabend im WDR-Fernsehen und -Radio ausgestrahlt werden. «Die Bereitschaft zum Verzicht braucht auch eine Aussicht auf Normalisierung. Wir benötigen einen Fahrplan, der uns den Weg in eine verantwortungsvolle Normalität zeigt», betonte Laschet.

Der Ministerpräsident bezeichnete die Corona-Krise als schwerste Bewährungsprobe für das Land NRW seit der Gründung im Jahr 1946. Besonders schmerzlich sei, dass Familien auf Abstand bleiben müssten, dass Kinder ihre Großeltern nicht besuchen können, dass nicht einmal eine Umarmung möglich sei. «Das ist alles hart. Mit der Stärke jedes Einzelnen schwächen wir gemeinsam das Virus», sagte der CDU-Politiker. (dpa)

+++ Videobotschaft von Boris Johnson +++

(12.04.2020, 17:27 Uhr)

Der britische Premier Boris Johnson ist am Sonntag aus dem St. Thomas' Hospital in London entlassen worden. «Ich habe heute das Krankenhaus nach einer Woche verlassen», berichtete er am Sonntag in einer über Twitter verbreiteten Videobotschaft. Der staatliche Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) habe sein Leben gerettet. Aus dem Kreis der Klinikmitarbeiter lobte er insbesondere Jenny aus Neuseeland und Luis aus Portugal. «Sie standen 48 Stunden an meinen Bett, als die Dinge hätten auch anders ausgehen können.»

Der 55-jährige Johnson wird auf Anraten seiner Ärzte nicht sofort wieder mit seiner Arbeit beginnen, wie ein Sprecher der Downing Street mitteilte. Der Regierungschef werde sich auf dem offiziellen Landsitz des Premiers, Chequers in der Nähe von London, erholen. Schon am Samstagabend hatte Johnson den Mitarbeitern der Klinik in Parlamentsnähe mitgeteilt: «Ich verdanke ihnen mein Leben.» (dpa)

+++ Saudi-Arabien verlängert Corona-Ausgangssperre auf unbestimmte Zeit +++

(12.04.2020, 17:23 Uhr)

Saudi-Arabiens König Salman hat die Ausgangssperre in seinem Land wegen der Coronavirus-Pandemie bis auf Weiteres verlängert. Das berichtete die saudische Agentur SPA am Sonntag.

Ein nächtliches Ausgangsverbot war erstmals am 23. März für zunächst drei Wochen verhängt worden. Kurz darauf hatte das Königreich Reisen zwischen den 13 Regionen des Landes verboten. In den beiden wichtigsten muslimischen Städte Mekka und Medina verhängte Saudi-Arabien zudem Anfang April eine komplette Ausgangssperre.

Das Land verzeichnete am Sonntag einen starken Anstieg der neuen Infektionen. Die Gesamtzahl der Infizierten kletterte um 429 auf 4462, wie das Gesundheitsministerium in Riad berichtete. Es meldete zudem sieben weitere Todesfälle in Verbindung mit der Lungenkrankheit Covid-19. Damit sei die Zahl der Toten auf 59 gestiegen. (dpa)

+++ Keine größeren Verstöße gegen Corona-Regeln am Ostersonntag +++

(12.04.2020, 17:10 Uhr)

Die Menschen in Deutschland haben sich auch am Ostersonntag weitgehend an die geltenden Corona-Einschränkungen gehalten. Die Polizeien in den Bundesländern zeigten sich zufrieden mit dem Verhalten der Bürger. Nur vereinzelt kam es zu kleineren Verstößen. Die Bundesländer haben zur Eindämmung des Coronavirus unter anderem umfassende Einschränkungen der Bewegungsfreiheit verhängt.

In Bayern blieben bei frühlingshaftem Wetter die meisten Menschen daheim oder gingen lediglich - den Regeln entsprechend - in der Sonne spazieren oder zum Radfahren. Einige Verstöße registrierte die Polizei dennoch, darunter mehrere Partys am Samstagabend. Die Leute hielten sich insgesamt aber brav an die Vorgaben, sagte am Sonntagnachmittag beispielsweise ein Sprecher der Polizei in Kempten.

Ähnlich sah es in Hessen aus. Die Polizeidirektionen in dem Bundesland meldeten alle keine größeren Verstöße. «Der Großteil verhält sich absolut vorbildlich», sagte ein Polizeisprecher in Kassel. In Rheinland-Pfalz und im Saarland hielten sich die Bürger ebenfalls weitestgehend an die Kontaktbeschränkungen. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen lag am Oster-Wochenende die Zahl der eingeleiteten Verfahren nach Ordnungswidrigkeiten zumeist unter der des Vorwochenendes, wie die Städte mitteilten. Wenig Arbeit gab es etwa auch für die Polizeidienststellen in Hamburg und Schleswig-Holstein.

Auch die meisten Berlinerinnen und Berliner hielten sich am Ostersonntag an die Corona-Regeln. Die Parks und Grünanlagen seien gut besucht gewesen, die meisten Menschen hätten jedoch auf den Mindestabstand von eineinhalb Metern geachtet, sagte eine Polizeisprecherin. Am späten Nachmittag sprach die Polizei von einer entspannten Lage. (dpa)

+++ Betrüger fälschen komplette Website von NRW-Wirtschaftsministerium +++

(12.04.2020, 16:54 Uhr)

Betrüger haben einem Medienbericht zufolge die komplette Website des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums gefälscht, um damit offenbar Corona-Soforthilfen auf eigene Bankkonten umzuleiten. Das ergaben Recherchen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" von Sonntag. Vertreter des NRW-Innenministeriums und des Wirtschaftsministeriums bestätigten diesen Sachverhalt. (AFP)

+++ Venezuela verlängert Anti-Corona-Maßnahmen um 30 Tage +++

(12.04.2020, 16:44 Uhr)

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, hat die venezolanische Regierung den öffentlichen Notstand um 30 Tage verlängert. Das kündigte Vize-Präsidentin Delcy Rodriguez am Samstagabend (Ortszeit) an. In dem südamerikanischen Krisenland gelten bereits seit Mitte März drastische Beschränkungen des öffentlichen Lebens. Erlaubt sind nur noch Verteilung und Einkauf von Lebensmitteln, der Einsatz von Polizei und Militär sowie Tätigkeiten im Gesundheitswesen und im Transport. Die Zahl der Corona-Infizierten in Venezuela lag nach Angaben der Regierung zuletzt bei 175. (dpa)

+++ US-Corona-Experte: Rückkehr zur Normalität nur schrittweise denkbar +++

(12.04.2020, 16:37 Uhr)

Der hochrangige US-Gesundheitsbeamte Anthony Fauci hält eine Rückkehr zur Normalität in den USA angesichts der Coronavirus-Krise allenfalls schrittweise und mit regionalen Abstufungen für möglich. Es gebe keinen einheitlichen Ansatz für alle Bundesstaaten, sondern die Lage sei je nach Region und Ausbreitung des Virus sehr unterschiedlich, sagte der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten am Sonntag dem Fernsehsender CNN. Möglicherweise könnte dieser Prozess bestimmter Lockerungen «zumindest auf gewisse Weise» im kommenden Monat beginnen. Vorhersagen dieser Art seien aber schwierig, und man dürfe nicht vorschnell handeln, mahnte der Immunologe und Präsidentenberater. Es sei auch nicht ausgeschlossen, dass später im Jahr eine weitere Welle der Epidemie folgen könnte.

Das öffentliche Leben in den USA steht wegen der Corona-Krise in weiten Teilen still, was der Wirtschaft des Landes schwer zu schaffen macht. Präsident Donald Trump will möglichst schnell eine Rückkehr zum Normalbetrieb erreichen und voraussichtlich am Dienstag ein Expertengremium vorstellen, das darüber beraten soll. (dpa)

+++ Mehr als 10 000 Tote in Zusammenhang mit Corona in Großbritannien +++

(12.04.2020, 16:29 Uhr)

Mehr als 10 000 mit dem Coronavirus infizierte Menschen sind nach der offiziellen Statistik in Großbritannien bereits gestorben. Es wird aber mit einer großen Dunkelziffer gerechnet; vor allem viele Todesopfer in Seniorenheimen sind noch nicht erfasst. Nach den offiziellen Angaben vom Sonntag sind rund 10 500 mit Sars-CoV-2 infizierte Menschen ums Leben gekommen, die meisten lebten in England.

Großbritannien hat den Höhepunkt der ersten Pandemiewelle noch nicht erreicht. Im Land mangelt es an Tests, Schutzausrüstung und Beatmungsgeräten. Der staatliche Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) ist chronisch unterfinanziert und marode. Experten fürchten, dass das Land bald die höchste Todesrate in ganz Europa haben könnte. (dpa)

+++ Emirate erlauben wegen Corona-Pandemie Hochzeit über Video-Schalte +++

(12.04.2020, 15:48 Uhr)

Damit sich Paare auch während der Corona-Pandemie weiterhin das Ja-Wort geben können, ermöglichen die Vereinigten Arabische Emirate (VAE) jetzt Online-Hochzeiten. Braut und Bräutigam könnten über die Internetseite des Justizministeriums ihre Unterlagen einreichen und auch einen Geistlichen auswählen, berichtete die in Abu Dhabi ansässige Zeitung «The National» am Sonntag. Mit diesem könne sich das Paar dann für die Trauzeremonie über eine Videoschalte treffen, hieß es weiter. Auch die Unterschriften könnten digital erledigt werden. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur WAM erhält das Brautpaar am Ende Kopien der von einem Gericht beglaubigten Eheurkunde auf ihren Mobiltelefonen. (dpa)

+++ Virologe Streeck weist Kritik an Heinsberg-Studie zurück +++

(12.04.2020, 15:29 Uhr)

Der Virologe Hendrik Streeck hat Kritik an der Veröffentlichung eines Zwischenergebnisses zu einer Studie in der vom Coronavirus besonders betroffenen Gemeinde Gangelt in Nordrhein-Westfalen zurückgewiesen. Dem «Tagesspiegel» aus Berlin sagte der Wissenschaftler der Uni Bonn am Sonntag, dass die Feldstudie alle Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO einhalte. «Wir übererfüllen sogar diese Empfehlungen», sagte Streeck zu der Studie, die 1000 Menschen aus 400 Haushalten untersucht.

Auch wies Streeck Kritik zurück, das Zwischenergebnis sei zu früh veröffentlicht worden. «Die Veröffentlichung ist keinesfalls leichtfertig erfolgt. Wir haben bis in die Nacht auf Donnerstag darüber diskutiert, ob wir jetzt erste Daten präsentieren sollen. Wir entschieden uns dazu aus ethischen Gründen, und weil wir uns verpflichtet fühlten, einen nach wissenschaftlichen Kriterien erhobenen validen Zwischenstand vor Publikation mitzuteilen.» Das sei absolut üblich. (dpa)

Hendrik Streeck. (Bild: Getty Images)

+++ Boris Johnson aus Klinik entlassen +++

(12.04.2020, 14:50 Uhr)

Der britische Premierminister Boris Johnson ist am Sonntag aus dem Krankenhaus entlassen worden. Er werde auf Anraten der Ärzte aber nicht sofort wieder mit seiner Arbeit beginnen, teilte ein Regierungssprecher in London mit. Johnson wolle allen im St. Thomas' Hospital für die «brillante Pflege» danken, die er erhalten habe, so der Sprecher. Der 55-Jährige werde sich auf dem offiziellen Landsitz des Premiers, Chequers in der Nähe von London, erholen. (dpa)

+++ 113 Anzeigen in Halle wegen Corona-Verstößen +++

(12.04.2020, 14:31 Uhr)

In Halle haben Polizei und Ordnungsamt zahlreiche Verstöße gegen Corona-Regeln festgestellt. Allein das Ordnungsamt habe 91 Anzeigen gestellt, sagte Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) am Sonntag. Er sprach in diesem Zusammenhang von einem «traurigen Rekord». Das Ordnungsamt habe am Samstag insgesamt 265 Kontrollen durchgeführt. Zudem habe die Polizei 22 Anzeigen erstattet. (dpa)

+++ Stiftung: Briten vermutlich am schlimmsten von Pandemie betroffen +++

(12.04.2020, 14:15 Uhr)

Großbritannien könnte nach Einschätzung der Wellcome-Stiftung in der Bilanz das am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffene Land innerhalb Europas werden. Im Vereinigten Königreich werde die Todesrate möglicherweise die höchste sein, sagte der Direktor der Stiftung, Jeremy Farrar, am Sonntag dem britischen Sender BBC. Zweifellos müsse man aus der derzeitigen Lage Lehren ziehen, betonte er. Massentests könnten noch helfen, Zeit zu gewinnen, um das Gesundheitswesen aufzurüsten.

Nach dem jetzigen Ausbruch rechnet der Experte, der auch die britische Regierung berät, mit einer zweiten und dritten Welle. Er hoffe auf einen Impfstoff bis Herbst, dann müsse noch die Produktion für die Impfung vieler Millionen Menschen hochgefahren werden. «Ich würde hoffen, dass wir das in zwölf Monaten schaffen, aber das ist an sich schon ein beispielloser Ehrgeiz», so Farrar. (dpa)

+++ Lindner: NRW-Plan für Rückkehr zu Normalität als Vorlage für Deutschland +++

(12.04.2020, 13:45 Uhr)

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat gefordert, den NRW-Plan für einen schrittweisen Abbau der Corona-bedingten Einschränkungen zur «Blaupause für ganz Deutschland» zu machen. «Einschränkungen der Freiheit sind nur so lange gerechtfertigt, wie es keine bessere Alternative gibt», sagte Lindner am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Offensichtlich sei der jetzige Zustand für den Gesundheitsschutz nicht mehr zwingend nötig, eine schrittweise Öffnung sei möglich.

«Mit verantwortlichen Schritten für den Gesundheitsschutz kann und muss nach Ostern das Leben langsam wieder hochgefahren werden», forderte Lindner. Im Alltag sei Distanz auch ohne komplettes Kontaktverbot möglich. (dpa)

Christian Lindner. (Bild: Getty Images)

+++ “Handelsblatt“: Länder machen bis zu 65 Milliarden Euro neue Schulden +++

(12.04.2020, 13:32 Uhr)

Die Bundesländer wollen nach einem Bericht des «Handelsblatt» mit bis zu 65 Milliarden Euro neuen Schulden der Coronakrise entgegenwirken. Dies habe eine Umfrage unter den 16 Landesfinanzministerien ergeben. Die CDU-FDP-Koalition in Nordrhein-Westfalen etwa könnte dank des Nachtragshaushalts bis zu 25 Milliarden Euro neue Verbindlichkeiten in diesem Jahr aufnehmen – das entspreche rund 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes. NRW sei damit Spitzenreiter vor Bayern, das für dieses Jahr neue Schulden in Höhe von 20 Milliarden Euro plane, was 3,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspreche. Auf Rang drei folge Sachsen, das bis 2022 insgesamt bis zu sechs Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen kann. (dpa)

+++ Zuwachsrate bei Neuansteckungen in Spanien weiter niedrig +++

(12.04.2020, 13:12 Uhr)

Im stark von der Corona-Pandemie betroffenen Spanien bleibt die Zuwachsrate der Neuansteckungen weiter vergleichsweise niedrig. Innerhalb von 24 Stunden seien knapp 4200 neue Fälle registriert worden, eine Zunahme um knapp 2,6 Prozent auf insgesamt 166 000, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag mit. Vor zwei Wochen lag die Rate teilweise bei fast 20 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl der Todesfälle wieder leicht an. Binnen 24 Stunden kamen 619 Patienten im Zusammenhang mit Covid-19 ums Leben, am Vortag waren es 510 Tote. (dpa)

+++ Karliczek will bei EU-Kollegen um mehr Geld für Impfstoffe werben +++

(12.04.2020, 12:42 Uhr)

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) will bei ihren EU-Kollegen für mehr Geld für die internationale Impfstoff-Allianz CEPI werben. «Die reichsten Länder der Welt müssen sich viel stärker für die Impfstoffentwicklung gegen das neue Corona-Virus engagieren», sagte Karliczek am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Corona bedroht Leben und Wohlstand auf dem gesamten Planeten.» Auch die saudische Präsidentschaft der führenden G20-Wirtschaftsmächte müsse hier aktiv werden. (dpa)

+++ Spahn äußert sich optimistisch +++

(12.04.2020, 12:42 Uhr)

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich optimistisch gezeigt, dass Deutschland die erste Dynamik der Corona-Krise gut übersteht. «Wir sind bis hierhin gut durchgekommen zusammen», sagte er Bild TV. «Wenn wir das jetzt durchtragen über Ostern, dann werden wir diese erste Dynamik gemeinsam geschafft haben, und dann wird es darum gehen, wie wir schrittweise zurückkommen.»

Für die Wirtschaft nannte er konkrete Bedingungen: «Wenn uns bestimmte Branchen zeigen, sie können Hygiene- und Abstandsregeln durchsetzen, dann können die Bereiche, wo das geht, auch wieder anfangen, in den Alltag zurückkehren.» Für Schulen und Kindergärten werde es dagegen knifflig. (dpa)

Jens Spahn zeigt sich optimistisch. (Bild: Getty Images)

+++ Karliczek fordert Überbrückungshilfe für Studierende nach Jobverlust +++

(12.04.2020, 12:28 Uhr)

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat zusätzliche unbürokratische Finanzhilfen für Studierende angekündigt, die wegen der Corona-Krise ohne Arbeit und Einkünfte dastehen. «Studierende, die ihren Job verloren haben, sollen als Überbrückungshilfe ein zinsloses Darlehen beantragen können», sagte Karliczek am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Die Unterstützung für die betroffenen Studierenden muss unbürokratisch, schnell und wirksam sein.» Sie mache sich Sorgen über jene Gruppe von Studierenden, die pandemiebedingt in eine finanzielle Notlage geraten seien und keinen Anspruch auf Bafög hätten. (dpa)

+++ Israel verhängt Maskenpflicht +++

(12.04.2020, 12:07 Uhr)

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus ist in Israel am Sonntag eine Maskenpflicht verhängt worden. Nach der Vorschrift des Gesundheitsministeriums muss nun in der Öffentlichkeit ein Mundschutz getragen werden. Es gibt einige Ausnahmen, darunter Kinder unter sechs Jahren und Menschen mit Behinderungen, die das Tragen einer Maske nicht ermöglichen.

Die Menschen in Israel sind angewiesen, sich nicht mehr als 100 Meter von ihrem Zuhause zu entfernen. Ausgenommen davon sind Menschen mit Arbeitsplätzen, die als essenziell gelten. Auch Einkäufe von Lebensmitteln und Medikamenten sind erlaubt. (dpa)

+++ Insolvenzverwalter: Längerer Stillstand wohl nicht verkraftbar +++

(12.04.2020, 11:48 Uhr)

Der Insolvenzverwalter und Sanierungsexperte Christopher Seagon fürchtet nicht beherrschbare Folgen für die deutsche Wirtschaft, sollte die Politik die Beschränkungen für Unternehmen wegen der Corona-Krise bis in den Mai oder Juni beibehalten. Er habe «Zweifel, dass das für unsere Wirtschaft verkraftbar ist», sagte Seagon dem «Spiegel». Ein längerer Shutdown könne «rasch auch die bisherigen Milliardenhilfspakete der Regierung überfordern». (dpa)

+++ Papst feiert Ostern in fast leerem Dom +++

(12.04.2020, 11:22 Uhr)

Papst Franziskus hat die üblicherweise große Ostermesse wegen der Corona-Krise in ganz kleinem Rahmen gefeiert. Der Gottesdienst begann am Sonntagvormittag im fast leeren Petersdom. Normalerweise feiert der Papst das Fest der Auferstehung von Jesus Christus vor Zehntausenden Besuchern im Freien auf dem blumengeschmückten Petersplatz. Gegen 12 Uhr sollte das 83 Jahre alte katholische Kirchenoberhaupt den Segen «Urbi et Orbi» sprechen.

Traditionell waren sonst Pilger in Massen extra für Ostern nach Rom geströmt. In diesem Jahr gelten jedoch international Reise- und Ausgangsbeschränkungen, um die Ausbreitung der Virus-Welle zu stoppen. Die Messe war aber im Internet zu sehen. Außerdem wurde sie von vielen Fernsehsendern weltweit gezeigt. (dpa)

Papst Franziskus hält die Ostermesse im fast leeren Dom. (Bild: Getty Images)

+++ Türkei akzeptiert wegen Corona keine Migrantenrückführungen +++

(12.04.2020, 11:03 Uhr)

Der Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei findet praktisch seit Anfang März keine Anwendung mehr. Ankara nehme wegen der Corona-Pandemie keine Migranten mehr aus Griechenland auf, sagte der griechische Migrationsminister Notis Mitarakis der Athener Zeitung «Ethnos» am Sonntag. In den ersten zwei Monaten des Jahres seien die vom EU-Türkei-Flüchtlingspakt vorgesehenen Rückführungen aus Griechenland deutlich gestiegen, teilte der Minister mit. «Die Türkei verweigert (seitdem) hinter dem Vorwand des Coronavirus die Rückführungen», sagte Mitarakis.   

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte Ende Februar erklärt, die Grenze zur EU sei für Flüchtlinge und andere Migranten offen. Daraufhin machten sich Tausende Menschen auf den Weg, um aus der Türkei nach Griechenland und somit in die EU zu gelangen. Griechenland ließ sie jedoch nicht passieren. (dpa)

+++ Ostern im Heiligen Land nur im kleinsten Kreis +++

(12.04.2020, 10:52 Uhr)

Die Corona-Krise bietet nach den Worten des höchsten katholischen Würdenträgers im Heiligen Land eine Gelegenheit zur Besinnung auf das Wesentliche. In seiner Osterbotschaft sagte der lateinische Patriarch Pierbattista Pizzaballa: «Wir hatten nicht die Feierlichkeit, die wir wollten. Die Pandemie-Beschränkungen haben uns aber indirekt dazu gebracht, darüber nachzudenken, was für uns essenziell wichtig ist.»

Die Osterfeierlichkeiten im Heiligen Land finden in diesem Jahr unter strengen Einschränkungen statt. In der Grabeskirche in Jerusalems Altstadt wurde die Ostermesse am Sonntag nur im kleinsten Kreis zelebriert. Die Grabkapelle in der Jerusalemer Kirche steht nach christlicher Überlieferung an dem Ort, an dem Jesus begraben wurde und wieder auferstand. (dpa)

+++ Merz: In den Betrieben so schnell wie möglich wieder normal arbeiten +++

(12.04.2020, 10:24 Uhr)

Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz hat sich klar hinter den Kurs von Kanzlerin Angela Merkel (beide CDU) für einen vorsichtigen und schrittweisen Ausstieg aus den harten Beschränkungen wegen der Corona-Krise gestellt. «Die Infektionsgefahr ist nicht über Nacht gebannt, und auch viele Unternehmen kann man nicht einfach am Tag X wieder einschalten wie eine Wohnzimmerlampe», sagte der Kandidat für den CDU-Vorsitz der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Mit gewissen Einschränkungen werden wir also noch eine ganze Weile leben müssen. Zugleich ist es aber wichtig, in den Betrieben so schnell wie möglich wieder normal zu arbeiten.»

Er gehe davon aus, dass Bund und Länder nach Ostern erklären werden, in welcher Schrittfolge das Land zur Normalität zurückkehren könne, sagte Merz. «Wobei ich damit rechne, dass es bis zum kompletten Normalzustand noch eine ganze Zeit dauern wird.» (dpa)

Friedrich Merz. (Bild: Getty Images)

+++ Von der Leyen: Mit Buchung von Sommerurlaub noch abwarten +++

(12.04.2020, 09:51 Uhr)

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat angesichts der Corona-Pandemie geraten, mit der Buchung des Sommerurlaubs noch zu warten. «Ich rate dazu, mit solchen Plänen noch zu warten. Für Juli und August kann derzeit niemand verlässliche Vorhersagen machen», sagte sie der «Bild am Sonntag».

Skeptisch äußerte sich von der Leyen zum Beschluss der Bundesregierung, dass Kunden für Reisen, die sie wegen der Corona-Pandemie nicht antreten können, erst mal nur einen Gutschein erhalten sollen. «Europaweit haben die Menschen rein rechtlich die Wahl, ob sie das Geld oder einen Gutschein wollen.» (dpa)

+++ FDP für Katastrophenschutz-Zentrale: Föderalen “Wildwuchs“ beenden +++

(12.04.2020, 09:26 Uhr)

Die Corona-Krise hat aus Sicht der FDP beim Katastrophenschutz große Schwachstellen und Koordinationsprobleme zwischen Bund und Ländern offenbart. Nach Ende der Pandemie sollte deshalb das bisher nur für den Schutz der Bevölkerung in Kriegszeiten zuständige Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zu einer Zentralstelle zur Bewältigung schwerer Unglücksfälle und länderübergreifender Katastrophen ausgebaut werden, schlagen die FDP-Innenpolitiker Benjamin Strasser und Sandra Bubendorfer-Licht in einem gemeinsamen Positionspapier vor. (dpa)

+++ Exit-Strategie: Wirtschaftsweise gegen starre Branchen-Schließungen +++

(12.04.2020, 09:03 Uhr)

«Die Politik sollte klare Regeln vorgeben, die helfen, die Virusausbreitung einzudämmen und eine Überlastung des Gesundheitssystems durch schwere Krankheitsverläufe zu vermeiden», schreiben die fünf Ökonomen in einem Beitrag für die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung». «Unternehmen und Einrichtungen könnten wieder öffnen, wenn sie die Richtlinien einhalten. Dieses Vorgehen könnte an die Stelle von sektoral abgestuften behördlichen Vorgaben treten.»

Die Regeln könnten zum Beispiel Einschränkungen der Bewegungsfreiheit beinhalten, einen Mindestabstand zwischen Personen, eine maximale Personenzahl pro Quadratmeter oder notwendige Schutzbekleidung. (dpa)

+++ DIHK für weitere Entlastungen der Firmen in der Corona-Krise +++

(12.04.2020, 08:29 Uhr)

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat sich für weitere erhebliche Entlastungen der Firmen in der Corona-Krise ausgesprochen. DIHK-Präsident Eric Schweitzer forderte, Steuererstattungen vorzuziehen. «Schon kleine Betriebe mit bis zu zehn Mitarbeitern könnten dadurch vier- oder fünfstellige Beträge vom Finanzamt zurückbekommen», sagte Schweitzer der Deutschen Presse-Agentur. Dazu müssten die Regelungen zum so genannten Verlustrücktrag einmalig und ausnahmsweise so geändert werden, damit die aktuellen krisenbedingten Verluste schon im laufenden Jahr mit Gewinnen aus dem Vorjahr verrechnet werden könnten. (dpa)

Viele Firmen und Läden haben durch die Coronakrise massive Einbußen. (Bild: Getty Images)

+++ China meldet neuen Höchststand importierter Corona-Fälle +++

(12.04.2020, 07:57 Uhr)

China hat am Sonntag die bislang höchste Zahl importierter Infektionsfälle mit dem Coronavirus an einem Tag gemeldet. Von insgesamt 99 neu registrierten Infektionen seien 97 aus dem Ausland importiert gewesen, teilte die Gesundheitskommission mit. Zuletzt war am 25. März ein Höchststand von 67 importierten Fällen gemeldet worden. Daraufhin hatte Peking am 28. März eine Einreisesperre aus dem Ausland verhängt, die weiterhin gilt. (dpa)

+++ Bildungsfonds und Prämien: Grüne für weitere Corona-Sofortmaßnahmen +++

(12.04.2020, 07:23 Uhr)

Die Grünen fordern in der Corona-Krise weitere Unterstützung etwa für Ärzte und Pfleger, Kulturschaffende, Frauen-Beratungsstellen oder Obdachlose. Ärzten und Pflegekräften wollen sie eine Sofortprämie von 1500 Euro auszahlen. Für Kinder bedürftiger Familien soll es 60 Euro Krisen-Zuschlag geben, um etwa ausfallende warme Mittagessen in den Schulen auszugleichen. Man sehe nun, «wo die Maßnahmen noch nicht alle Menschen ausreichend erreichen und gerade die Ärmsten durchs Raster fallen», heißt es in einem Papier unter anderem von Parteichefin Annalena Baerbock und Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. (dpa)

+++ Von der Leyen hofft auf Impfstoff Ende des Jahres +++

(12.04.2020, 07:20 Uhr)

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hofft, dass gegen Ende des Jahres ein Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelt sein könnte. Ihrer Ansicht nach sitzen zwei der vielversprechendsten Forscherteams in Europa. «Sie planen, schon bald mit den klinischen Tests zu beginnen», sagte von der Leyen der «Bild am Sonntag». Dann folgten noch mehrere Schritte bis zu einer Zulassung und Massenproduktion eines Impfstoffs. «Ich hoffe, dass sie gegen Ende des Jahres einen Impfstoff entwickelt haben», sagte die Politikerin. Für eine zügige Impfkampagne spreche die EU bereits jetzt mit Herstellern über weltweite Produktionskapazitäten. (dpa)

Ursula von der Leyen. (Bild: Getty Images)

+++ Wohl Covid-19-Spätfolgen wie vermindertes Lungenvolumen möglich +++

(12.04.2020, 07:10)

Bei der neuen Lungenkrankheit Covid-19 ist es aus Expertensicht noch zu früh für gesicherte Aussagen über mögliche Spätfolgen. Bei heftigeren Verläufen, etwa mit schwerem Lungenversagen und langer Beatmungsdauer, seien aber durchaus Restsymptome wie ein vermindertes Lungenvolumen zu erwarten, sagte der Mediziner Sven Gläser vom Vivantes-Klinikum Neukölln. Bei Patienten mit leichteren Lungenentzündungen sei hingegen abgeleitet von ähnlich verlaufenden anderen Lungenerkrankungen anzunehmen, dass sie keine relevanten Folgen befürchten müssen.

Anhand erster Erfahrungen sei anzunehmen, dass die überwiegende Mehrzahl der Patienten ohne spürbare Einschränkungen nach Hause entlassen werde, sagte auch der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), Michael Pfeifer, der Deutschen Presse-Agentur. Belastbare Studien zu dem Thema fehlten allerdings bisher, für Deutschland sei für Mai mit ersten Ergebnissen zu rechnen. (dpa)

+++ Johnson dankt Krankenhaus-Mitarbeitern +++

(12.04.2020, 07:09 Uhr)

Der britische Premierminister Boris Johnson hat den Mitarbeitern des Londoner Krankenhauses gedankt, in dem er nach einer Infektion mit dem Coronavirus mehrere Tage auf der Intensivstation verbracht hatte. «Ich kann ihnen nicht genug danken. Ich verdanke ihnen mein Leben», sagte Johnson in einer knappen Mitteilung am späten Samstagabend.

Johnson hatte zuvor nach Angaben der Regierung in London auch am Samstag «gute Fortschritte» bei der Genesung von seiner Covid-19-Erkrankung gemacht. Wie die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, erhielt Johnson im Krankenhaus täglich Briefe und Baby-Ultraschallbilder von seiner schwangeren Verlobten Carrie Symonds sowie Tausende Karten mit Genesungswünschen. Zudem habe er sich mit Filmen die Zeit vertrieben. (dpa)

+++ Kramp-Karrenbauer bietet Bundeswehr-Hilfe bei Corona-Ausstieg an +++

(12.04.2020, 07:06 Uhr)

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat breite Unterstützung der Bundeswehr beim schrittweisen Ausstieg aus den Beschränkungen im Kampf gegen die Corona-Krise angeboten. «Wir haben sehr viele Köpfe, sehr viele Hände, die bereit sind zu helfen», sagte Kramp-Karrenbauer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Es kommt jetzt darauf an, was die Länder von uns verlangen.» Denkbar sei etwa der Einsatz in Gesundheitsämtern bei der Nachverfolgung von Infektionsketten. Soldaten könnten aber auch helfen, Einkäufe zu organisieren, wenn Menschen ihre Wohnung nicht verlassen könnten.

Neben einem eigenen «Corona-Kontingent» aus 15 000 aktiven Soldatinnen und Soldaten dienten etwa 17 000 Frauen und Männer in den Sanitätseinrichtungen oder in Bundeswehr-Krankenhäusern, wo auch Zivilisten versorgt werden, sagte Kramp-Karrenbauer. Zudem hätten sich rund 16 000 Reservisten gemeldet. (dpa)

+++ Mehrheit der Deutschen für Schutzmaskenpflicht +++

(12.04.2020, 07:04 Uhr)

Die Mehrheit der Deutschen ist dafür, das Tragen von Schutzmasken zumindest an bestimmten Orten zur Pflicht zu machen. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur wollen 33 Prozent eine solche Pflicht wie in Österreich auf Supermärkte beschränken. Weitere 21 Prozent meinen, dass generell in der Öffentlichkeit Schutzmasken getragen werden sollten, um der Ausbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken. Nur 37 Prozent sind gegen eine Schutzmaskenpflicht, 9 Prozent machten keine Angaben. (dpa)

+++ Gantz beantragt Verlängerung für Regierungsbildung in Israel +++

(11.04.2020, 23:25 Uhr)

In Israel hat Benny Gantz vom Mitte-Bündnis Blau-Weiß eine zweiwöchige Verlängerung für die Bildung einer Regierung beantragt. Das gab der Politiker am Samstag bekannt. Präsident Reuven Rivlin hatte Gantz im vergangenen Monat mit der Regierungsbildung beauftragt - die Frist dazu läuft am Montag ab, falls Rivlin nicht mehr Zeit bewilligt. Der Präsident äußerte sich zunächst nicht dazu.

Gantz äußerte gegenüber Rivlin nun die Überzeugung, dass Blau-Weiß und der Likud des amtierenden Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu kurz vor einer Einigung stehen und diese mit zusätzlicher Zeit abgeschlossen werden könne.

Benny Gantz, Vorsitzender des israelischen Mitte-Bündnisses Blau-Weiß, spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Ilia Yefimovic / dpa

Israel wird seit Ende 2018 von einer Übergangsregierung unter Netanjahu verwaltet. Am 2. März hatten die Bürger zum dritten Mal innerhalb eines Jahres ein neues Parlament gewählt. Dabei gab es erneut keinen klaren Sieger, aber der Blau-Weiß-Vorsitzende Gantz erhielt den Auftrag zur Regierungsbildung. Er strebt vor dem Hintergrund der Corona-Krise eine große Koalition an.

Die Bemühungen dazu waren Anfang der Woche ins Stocken geraten. Die Verhandlungen mit Netanjahus rechtskonservativer Likud-Partei seien «bis auf Weiteres gestoppt worden», hatte eine Blau-Weiß-Sprecherin am Dienstag gesagt. Hintergrund war demnach ein Streit um die Ernennung von Richtern. Blau-Weiß hatte am Montagabend mitgeteilt, dass eine umfassende Einigung zwischen den Parteien bereits erzielt worden sei. Doch dann habe der Likud erneut die Abläufe im Komitee zur Ernennung von Richtern zum Thema gemacht.

In einer Mitteilung von Blau-Weiß hieß es: «Eine nationale Notstandsregierung ist die einzige Lösung, um das Coronavirus effektiv zu bekämpfen und gleichzeitig Israels Demokratie zu schützen. Netanjahu muss entscheiden: zum bereits geschlossenen Abkommen zurückkehren oder Israel eine vierte Wahl aufbürden.» (dpa)

+++ Bischof Kohlgraf: Osterbotschaft soll in der Krise Mut machen +++

(11.04.2020, 23:20 Uhr)

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf sieht angesichts der Sorgen wegen der Corona-Krise hoffnungsvolle Worte gefragt. «Furcht ist das derzeit bestimmende Lebensgefühl vieler Menschen», sagte er laut vorab verbreitetem Redemanuskript in der Osternacht am Samstag im Mainzer Dom. «Furcht vor der Ansteckung, tiefe Angst vor dem Tod, Angst vor dem Alleinsein, die Erfahrung der Überforderung, die Angst vor dem Verlust auch der materiellen Grundlagen, berufliche Sorgen und vieles andere mehr.»

Die Botschaft an Ostern sei daher nicht: alles halb so schlimm. «Die Botschaft ist: Du bist nicht allein, das Leben siegt, du hast eine Perspektive», betonte er. Angesichts der Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, die auch gemeinsame Gottesdienste in den Kirchen verbieten, sagte Kohlgraf, es sei schmerzlich, gerade an Ostern nicht gemeinsam und wie gewohnt feiern zu können.

Der Bischof setzte auch auf nachhaltige, positive Folgen der Krise: «Viele Menschen geben Hoffnung weiter, obwohl sie manchmal selbst nicht weiterwissen, obwohl sie berechtigte Angst um die Gesundheit und die eigene Existenz haben.» Die Menschen werden hoffentlich über die Krise hinaus wachsamer füreinander sein, so Kohlgraf. Und: «Wir lernen bestimmte Berufe neu schätzen, und die Menschen, die sie ausüben.» (dpa)

+++ Expertenteam der NRW-Regierung: Maßgaben für Lockerungen +++

(11.04.2020, 20:25. Update: 23:15 Uhr)

Eine von der nordrhein-westfälischen Landesregierung eingesetzte Expertengruppe hat einem Medienbericht zufolge Maßgaben und Vorschläge für Lockerungen der strengen Corona-Einschränkungen vorgelegt. Nach einem Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» nannte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) die Vorschläge «transparent» und «nachvollziehbar».

In einem Papier der interdisziplinären Expertengruppe, das der «FAS» vorliegt, heißt es demnach, über Lockerungen könne erst nachgedacht werden, wenn klar sei, dass das Gesundheitssystem «absehbar nicht überfordert ist» und Voraussetzungen für ein besseres «Monitoring» der Krise geschaffen seien. Dann aber könne die Rückkehr zur Normalität «schrittweise forciert werden».

Die konkreten Schritte und die Geschwindigkeit der Öffnung sollen sich dem Bericht zufolge an vier Kriterien orientieren. Zunächst müsse bestimmt werden, wo die Gefahr einer Ansteckung besonders hoch sei und wo weniger. Zweitens gelte die Frage: «Für wen wäre eine Ansteckung besonders gefährlich?». Diese Gruppen müssten weiter besonders geschützt werden. Drittens komme es darauf an, was «für Wirtschaft und Gesellschaft besonders wichtig» sei. Zuletzt schließlich müsse bedacht werden, wie gut sich im jeweiligen Bereich Schutzmaßnahmen umsetzen ließen. Die Experten warnten allerdings auch vor verfrühtem Optimismus. (dpa)

Lesen Sie hier mehr zu den Empfehlungen der Expertengruppe.

Wie die Zeit hingegen berichtet, steht die zugrundeliegende Heinsberg-Studie stark in der Kritik. So äußerten einige Experten, darunter Gérard Krause, der Leiter der Abteilung Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, Zweifel an zentralen Ergebnissen und der damit verbundenen Aussagekraft der Studie. Fragwürdig sei laut Zeit zudem, wieso die Veröffentlichung von der PR-Agentur StoryMachine, die unter anderem von Ex-Bild-Chefredakteur Kai Diekmann gegründet wurde, begleitet und über Social-Media-Kanäle befeuert wurde. Zudem wurde am Freitag, nach einer Kleinen Anfrage der SPD-Politikerin Sarah Kleine publik, dass die NRW-Landesregierung von Armin Laschet die Heinsberg-Studie mit mehr als 65.000 Euro finanziert hat.

+++ Papst Franziskus feiert einsame Osternacht im Petersdom +++

(11.04.2020, 21:45 Uhr. Update: 23:00 Uhr)

Papst Franziskus hat das Osterfest am Samstag mit einer Abendmesse eröffnet, die wegen der Corona-Pandemie ohne Pilger stattfand. Bei dem Gottesdienst im riesigen Petersdom, der Zehntausende Besucher fasst, waren nur wenige Würdenträger und Gläubige dabei. Teile der Messe wurden in verkürzter Form begangen. Auch diesmal war wie an den Vortagen ein historisches Pestkreuz aufgebaut - dieses soll während der Pest 1522 durch die Straßen von Rom getragen worden sein.

Zu Ostern gedenken Christen in aller Welt der Auferstehung von Jesus. Die Feiern stehen traditionell im Zeichen der Hoffnung. Der Papst hatte in den vergangenen Tagen mehrfach daran erinnert, dass viele Menschen in der Corona-Krise Großartiges leisten würden.

Schon am Vortag hatte das katholische Kirchenoberhaupt die Karfreitags-Prozession wegen der Virus-Ausbreitung komplett anders als sonst zelebriert. Auf dem Petersplatz waren außer dem 83 Jahre alten Franziskus nur wenige Menschen dabei gewesen, um an Jesus' Tod zu erinnern. Die Zeremonie war vom antiken Kolosseum auf den Platz vor dem Dom verlegt worden.

Italien ist mit mehr als 19.000 Todesfällen von der Corona-Pandemie stark getroffen. Auch im Vatikan gab es einige Covid-19-Kranke, aber keine Toten infolge der Virus-Welle. (dpa)

Lesen Sie, wie Papst Franziskus die Hoffnung als zentrale Botschaft ausgibt.

+++ 43 Festnahmen: Unruhen nach Tod eines 19-Jährigen in Brüssel +++

(11.04.2020, 22:45 Uhr)

Der Tod eines 19-Jährigen bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei hat in Belgien trotz Corona-Ausgangsbeschränkungen Unruhen ausgelöst. Die Polizei nahm bei den Vorfällen am Samstag in der Gemeinde Anderlecht in der Region Brüssel-Hauptstadt bis zum Abend 43 Menschen fest, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtete.

Trotz Versammlungsverbots waren im Laufe des Tages an mehreren Orten in Anderlecht aufgebrachte Menschen zusammengekommen. Als die Polizei versuchte, die Ansammlungen aufzulösen, eskalierte die Situation Belga zufolge. Die Beamten seien zum Teil mit Steinen beworfen worden. Der Sender RTBF schrieb von «extremen Spannungen». Auf Videos sei zu sehen, wie ein Mann mit einer Waffe, die er offenbar von einem Polizisten gestohlen habe, in die Luft schießt. Mittlerweile sei die Situation unter Kontrolle, schrieb Belga unter Berufung auf die Polizei.

Der 19-Jährige war am Vorabend mit einem Motorroller vor einer Polizeistreife geflohen und schließlich mit einem Polizeiwagen zusammengestoßen. Dabei kam er ums Leben. (dpa)

+++ Weitere Verschärfung der Maßnahmen in Bulgarien +++

(11.04.2020, 22:30 Uhr)

Erst am Karfreitag hat Bulgarien die verhängten Einschränkungen gegen das neuartige Coronavirus verlängert. Demnach dürfen Bulgaren die Hauptstadt Sofia und die anderen 26 Regionalzentren ohne Passierschein und triftigen Grund nicht verlassen. Nur Lebensmittelläden, Apotheken, Banken und Tankstellen haben geöffnet. Gesundheitsminister Kiril Ananiew verlängerte am Freitag die Wirkung aller Schutzmaßnahmen bis zum 13. Mai.

Am Samstag folgte nun die nächste Verschärfung: Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, müssen ab Sonntag Bulgaren in der Öffentlichkeit Mund und Nase bedecken. Dies ordnete die Regierung in Sofia eine Woche vor den orthodoxen Osterfeierlichkeiten an. Zwar sind in Bulgarien die Kirchen im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern noch geöffnet. Allerdings hat die Regierung die Menschen aufgerufen, zu Hause zu beten.

Da Atemmasken wie in anderen Ländern Mangelware seien, werde es keine Bußgelder geben, sollten Menschen ohne eine Maske in der Öffentlichkeit angetroffen werden, erklärte Ministerpräsident Boiko Borissow. Allerdings würden sie angewiesen, Mund und Nase dann beispielsweise mit Schals zu bedecken.

Laut der Johns-Hopkins-Universität verzeichnet Bulgarien aktuell 661 Fälle von Corona-Infektionen, 28 Menschen sind an der Krankheit Covid-19 gestorben. (Mit Material der dpa)

+++ Kuba setzt wegen Coronavirus öffentliche Verkehrsmittel aus +++

(11.04.2020, 22:05 Uhr)

Um die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, hat die kubanische Regierung öffentliche Verkehrsmittel eingestellt und große Einkaufszentren geschlossen. Die neuen Maßnahmen gelten seit Samstag, wie die Regierung auf Twitter bekanntgab. Nur für «Arbeitnehmer, die lebenswichtige Dienstleistungen anbieten», - wie medizinisches Personal und Frachttransporte - sollen Ausnahmen gelten.

Die Versorgung mit grundlegenden Produkten ist auf der Karibikinsel wegen des Embargos der Vereinigten Staaten bereits vor der Coronavirus-Pandemie eingeschränkt gewesen. Der Ausbruch der Krise hat nach lokalen Medienberichten zu noch längeren Schlangen vor Lebensmittelgeschäften geführt. Den jüngsten Maßnahmen zufolge dürfen Bars und Restaurants kein Essen und keine alkoholischen Getränke zum Verzehr vor Ort mehr ausgeben und müssen um 20 Uhr schließen.

Bisher haben die kubanischen Behörden vor allem «importierte» Corona-Fälle festgestellt. Die Zahl der Infizierten in Kuba lag nach offiziellen Angaben zuletzt bei mehr als 620, 16 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus bislang gestorben. Das Gesundheitsministerium rechnet damit, dass es maximal 4000 Fälle geben wird. (dpa)

+++ Außenminister Maas verurteilt Beleidigungen gegen Franzosen +++

(11.04.2020, 21:55 Uhr)

Bundesaußenminister Hekio Maas (SPD) hat auf Twitter das aggressive Verhalten mancher Deutscher verurteilt, das anscheinend in einigen Grenzgebieten französischen Nachbarn entgegenschlägt. Maas schreibt:

«Corona kennt keine Nationalität. Genauso ist es mit der Menschenwürde. Es tut weh zu sehen, wie unsere französischen FreundInnen wegen #COVIDー19 bei uns teils beleidigt und angegangen werden. So ein Verhalten geht gar nicht. Abgesehen davon: Wir sitzen im selben Boot!»

Er nimmt mit seinen Äußerungen Bezug auf einen Tweet der saarländischen Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD), die sich laut Spiegel bereits am Mittwoch für ähnliche Vorfälle entschuldigt hatte.

Laut Rehlinger wurden Franzosen seit Mitte März an den Grenzen, die wegen der Corona-Pandemie weitgehend geschlossen sind, beschimpft und mit Eiern beworfen. Sie schreibt: «Wer sowas tut, versündigt sich an der Freundschaft unserer Völker.»

+++ Der Quarantäne-Bart: Die Pandemie fördert den Wildwuchs +++

(11.04.2020, 21:30 Uhr)

Die Friseure und auch die Barbershops sind geschlossen, Deutschland sitzt zu Hause. Manche Männer verzichten gerade auf das Rasieren und tragen einen Quarantäne-Bart. Es ist dabei eine Zeit der Experimente angebrochen.

Lesen Sie hier, was einige Stilexperten dazu sagen.

+++ Nachfrage steigt: Viele planen Urlaub im eigenen Strandkorb +++

(11.04.2020, 21:15 Uhr)

Die Reise nach Sylt oder zu anderen Orten an der Küste fällt in der Corona-Krise aus. Als Trostpflaster holt sich manch verhinderter Urlauber das Symbol für Nord- und Ostseeferien nach Hause: einen eigenen Strandkorb.

So klingt es, wenn Unternehmer aus der Branche über den derzeitigen Nachfrage-Boom sprechen: «Bei uns ist Land unter, wir werden erschlagen mit Aufträgen.» (dpa)

Lesen Sie hier mehr dazu.

+++ Copacabana Palace schließt zum ersten Mal in 100 Jahren +++

(11.04.2020, 21:00 Uhr)

Das berühmte Hotel «Copacabana Palace» in Rio de Janeiro hat wegen der Covid-19-Pandemie zum ersten Mal in den fast 100 Jahren seines Bestehens geschlossen. Am Osterwochenende waren zwei Meter hohe Gitter rund um das 1923 eröffnete Art Déco-Gebäude zu sehen, das sich an der berühmten Copacabana erhebt. Es ist eines der wenigen Fünf-Sterne-Hotels Brasiliens und soll nach Medienberichten Ende Mai wieder öffnen.

Der Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro, Wilson Witzel, hatte eine Reihe von Einschränkungen des öffentlichen Lebens bis hin zur Sperrung der Strände verfügt. Dutzende andere Hotels am Zuckerhut haben deswegen schon vorübergehend den Betrieb eingestellt. Das «Copacabana Palace» ist das erste Haus am Platz, veranstaltet rauschende Bälle und Feste zu Karneval und Sylvester und beherbergt internationale Stars aus der Film- und Musikbranche.

Einem Bericht der Zeitung «O Globo» zufolge sollen während der vorübergehenden Schließung nur Hoteldirektorin Andrea Natal und der brasilianische Sänger Jorge Ben Jor, Legende des Sambarock, im «Copacabana Palace» mit seinen mehr als 270 Zimmern bleiben. Jorge Ben Jor wohnt demnach bereits seit 2018 dort. (dpa)

+++ Steinmeier: Pandemie ist Prüfung unserer Menschlichkeit +++

(11.04.2020, 20:50 Uhr)

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Bürgerinnen und Bürger an Ostern zu Geduld, Disziplin und Solidarität in der Corona-Krise gemahnt. In einer Fernsehansprache äußerte sich das Staatsoberhaupt am Samstag optimistisch: «Wir können und wir werden auch in dieser Lage wachsen.» Steinmeier sagte, es sei «gut, dass der Staat jetzt kraftvoll handelt - in einer Krise, für die es kein Drehbuch gab.» Zugleich appellierte er an die Menschen in Deutschland: «Ich bitte Sie alle auch weiterhin um Vertrauen, denn die Regierenden in Bund und Ländern wissen um ihre riesige Verantwortung.» Es war das erste Mal, dass ein Bundespräsident in dieser Form auf ein aktuelles Ereignis eingeht. Normalerweise hält er solche Ansprachen nur jedes Jahr an Weihnachten. (dpa)

Hier finden Sie die gesamte Rede im Wortlaut.

+++ Mehr als 121.300 Corona-Nachweise in Deutschland - rund 2670 Tote +++

(11.04.2020, 20:40 Uhr)

In Deutschland sind bis Samstagabend mindestens 121.324 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 116.600). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils nicht immer zur gleichen Uhrzeit.

Mindestens 2678 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: mindestens 2471). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 57.400 Menschen die Infektion überstanden.

Besonders hohe Infiziertenzahlen haben Bayern mit mehr als 31.770 nachgewiesenen Fällen und mindestens 760 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 25.650 Fällen und mindestens 534 Toten sowie Baden-Württemberg mit rund 24.000 bestätigten Fällen und mindestens 641 Toten.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 243 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 145,9. Allerdings ist die Anzahl der Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle. (dpa)

+++ USA verzeichnen weltweit meiste Tote in Corona-Krise +++

(11.04.2020, 20:05. Update: 20:30 Uhr)

Die USA haben in absoluten Zahlen weltweit die meisten Toten durch die Corona-Epidemie zu verzeichnen - und somit Italien überholt. Das geht aus Zahlen der amerikanischen Universität Johns Hopkins vom Samstagmittag (Ortszeit) hervor. In den Vereinigten Staaten starben demnach mehr als 19.700 Menschen in Folge der Corona-Pandemie, in Italien wurden 19.468 Tote registriert. Das südeuropäische Land hatte bislang bei der Gesamtzahl der Toten international an erster Stelle gelegen. Die Daten ändern sich allerdings rasant: Verschiebungen, welches Land in der Corona-Krise traurige Zahlen-Rekorde bricht, unterliegen somit einigen Schwankungen.

Erstmals wurden bis Freitagabend (Ortszeit) binnen 24 Stunden in den USA mehr als 2000 Tote registriert. Dabei handelt es sich um den höchsten Anstieg an verzeichneten Toten binnen eines Tages in einem Land seit Beginn der globalen Pandemie.

In den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, gibt es auch deutlich mehr bestätigte Infektionen mit dem Virus als in jedem anderen Staat der Welt: Laut der US-Universität sind es bereits mehr als eine halbe Million Infektionen.

Die Werte einzelner Länder lassen sich wegen der unterschiedlichen Testquote und erwarteten hohen Dunkelziffer insgesamt allerdings nur schwer vergleichen. Zudem hinkt der Vergleich der absoluten Zahlen wegen der unterschiedlichen Bevölkerungsgrößen. (dpa)

Lesen Sie hier mehr zu aktuellen Entwicklungen in den USA und weiteren Ländern.