Friedrich Merz: Seine Karriere, Erfolge und Niederlagen

Friedrich Merz will CDU-Chef werden. (Bild: CDU/Laurence Chaperon)

Friedrich Merz war einst der Hoffnungsträger der CDU. Jetzt will der Finanzexperte CDU-Chefin Angela Merkel beerben. Wir blicken auf seine Karriere, Erfolge und Niederlagen zurück.

Plötzlich war Friedrich Merz wieder da. Kaum hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren Rückzug vom CDU-Vorsitz angekündigt, da warf ihr ehemaliger parteiinterner Konkurrent seinen Hut in den Ring. Merz will sich nach jahrelanger Politpause auf dem CDU-Parteitag Anfang Dezember in Hamburg zum Parteichef wählen lassen. Viele Christdemokraten begrüßen die Rückkehr des einstigen Hoffnungsträgers, viele sehen ihn hingegen als vorbelastet.

Friedrich Merz: Sein Privatleben

Merz wurde am 11. November 1955 in Brilon in Nordrhein-Westfalen geboren. Er hat drei jüngere Geschwister. Der Politiker lebt bis heute mit Ehefrau Charlotte im Sauerland, seit 1994 in Arnsberg. Das seit über 20 Jahren verheiratete Paar hat zwei Töchter und einen Sohn.

Merz galt als einer der besten Redner der CDU. (Bild: AP Photo)

Friedrich Merz: Sein beruflicher Werdegang

Merz trat 1972 mit 17 Jahren in die CDU ein. Er wurde Vorsitzender der Jungen Union in seinem Heimatort. Merz studierte in Bonn wie sein Großvater und Vater Jura. Nach einem kurzen Einsatz als Richter am Amtsgericht Saarbrücken ist Merz seit 1986 als Rechtsanwalt tätig. Von 1986 bis 1989 arbeitete er als Referent beim Verband der Chemischen Industrie.

Dann begann Merz’ politische Karriere. Er wurde 1989 ins Europäische Parlament gewählt. Nach fünf Jahren in Brüssel zog der Jurist für den Wahlkreis Hochsauerlandkreis in den Deutschen Bundestag ein. Dort gehörte er dem Rechtsausschuss, Finanzausschuss und Auswärtigen Ausschuss an.

Merz war auch während seiner Zeit als Abgeordneter anderweitig beruflich tätig, unter anderem in diversen Aufsichts- und Verwaltungsräten großer Unternehmen. Seit 2005 arbeitet er für die internationale Anwaltskanzlei Mayer Brown LLP. Schon früher wurde Kritik laut, er habe Wirtschaftstätigkeiten und Politik vermischt. Merz betonte damals, er habe “kein einziges Mandat angenommen, das mich in Interessenkonflikt mit meinem politischen Mandat gebracht hätte”.

2009 zog sich Merz aus der Spitzenpolitik zurück und stellte sich bei der Bundestagswahl nicht mehr zur Wahl. 2018 gab Merz seine Kandidatur um den CDU-Vorsitz bekannt.

Die Körpersprache spricht Bände – Merz, Merkel und Stoiber (v.l.n.r.) 2004 in Berlin. (Bild: AP Photo)

Friedrich Merz: Seine größten Erfolge und Niederlagen

Merz gehört zu den Wirtschaftsliberalen in der CDU. Er setzte sich im Bundestag für Deregulierung und gegen eine “Ausweitung des Sozialstaates” ein. Besondere Aufmerksamkeit erregte Merz 2003 mit seinem vereinfachten Steuerkonzept. Das sollte so unkompliziert sein, dass jeder Bürger seine Einkommenssteuer auf einem Bierdeckel hätte ausrechnen können. Den Bierdeckel nutzt Merz heute noch gern.


Von 1998 bis 2004 gehörte Merz zur Spitze der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und war damit einer der einflussreichsten Politiker seiner Partei. Er fungierte zunächst zwei Jahre als stellvertretender Fraktionschef. Im Februar 2000 übernahm er den Vorsitz von Wolfgang Schäuble und wurde damit Anführer der Opposition zur rot-grünen Bundesregierung. Merz träumte offen von einer Kanzlerkandidatur. Die Unionsparteien entschieden sich jedoch für CSU-Chef Edmund Stoiber als Kandidaten.

Nach der verlorenen Bundestagswahl 2002 unterlag der einstige Hoffnungsträger im Machtkampf mit Parteichefin Merkel. Er musste für sie den Fraktionsvorsitz räumen und war zwei Jahre lang Merkels Vize. 2004 gab er das Amt ab. Er warf auch den Posten im CDU-Präsidium hin.

2007 verkündete Merz, bei der nächsten Bundestagswahl nicht mehr kandidieren zu wollen. Er übte scharfe Kritik an der Politik der Großen Koalition und damit an Merkel.

Das sagt Merz heute über Angela Merkel: “Ihr gebührt Anerkennung, Dank und Respekt für ihren Einsatz für die CDU Deutschlands.”

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