Messerattacke wegen Spoiler: Antarktisforscher sticht auf Kollegen ein

Die Bellingshausen-Station ist ein einsamer Ort. Sie befindet sich in einem relativ milden Teil der Antarktis. (Bild: Getty Images)

In der kargen Antarktis gibt es nicht viel, womit sich Forscher die Zeit vertreiben können. Da wird man schnell zum passionierten Leser. So auch die Russen Sergey Savitsky und Oleg Beloguzov. Letzterem wurde zum Verhängnis, dass er den Ausgang von Büchern nicht für sich behalten konnte.

Der 55-jährige Ingenieur Sergey Savitsky soll im Alkoholrausch auf den gleichaltrigen Schweißer Oleg Beloguzov eingestochen und diesen dabei schwer verletzt haben. Das mutmaßliche Motiv laut der russischen Zeitung “Komsomolskaja Prawda”: Savitsky hatte ersten Aussagen zufolge genug davon, dass ihm Beloguzov die Enden von Schmökern unter die Nase rieb, die er selbst noch nicht gelesen hatte. Die beiden sind seit Jahren auf der russischen Bellingshausen-Station in der Antarktis stationiert. Diese befindet sich auf der King George Island. Auch Chile, Argentinien und Großbritannien beanspruchen hier Gebiete für sich.

Den Forschern bieten sich hier nicht viele Gelegenheiten zur Zerstreuung: Neben den beiden russischen Fernsehsendern, die hier empfangen werden können, gibt es noch eine Sporthalle und eine Bibliothek.


“Die russische Station Bellingshausen im Hochsommer, Collins Harbour, King George Island.”

Erster bekannter Mordversuch auf Antarktika

Nun kam es auf der Station zum ersten dokumentierten Mordversuch auf dem sechsten Kontinent. Savitsky soll mit einem Küchenmesser auf seinen Kollegen losgegangen sein. Beloguzov wurde auf den chilenischen Teil der Insel gebracht, wo er behandelt wird. Bei der Attacke wurde auch sein Herz verletzt, er schwebt den Ärzten zufolge aber nicht mehr in Lebensgefahr.

Savitsky wurde nach Sankt Petersburg gebracht und steht während der Ermittlungen unter Hausarrest. Er gestand und bereute die Tat bereits.

Die Bellingshausen-Station besteht aus einigen Wohncontainern und einer alten Kirche. Die Forschungsstation wurde 1968 von der Sowjetunion errichtet und nach dem russischen Entdecker Fabian von Bellingshausen benannt. Seither leben hier Wissenschaftler zum Teil jahrelang, um Forschungen in den Bereichen Meteorologie, Glaziologie, Geophysik und Biologie anzustellen.

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