Streit eskaliert: Gerichtsvollzieherin soll Gelände in Köln-Mülheim räumen lassen

Der Investor will das Grundstück bebauen lassen, die Händer ziehen aber nicht aus.

Die Geschichte der Bebauungsversuche des Grundstücks mit der Hausnummer 111 an der Herler Straße in Buchheim reicht bereits bis in das Jahr 2004 zurück. Mehrfach hatten seitdem Investoren Interesse an der 17 000 Quadratmeter großen Brachfläche, auf der sich auch einige Betriebshallen befinden – aber immer wieder lief die Planung schief.

Fünf Mietparteien haben dort bislang Kleingewerbe zum Handel mit Autos und Schrott-Teilen betrieben. Bis Ende vergangener Woche. Denn seit Mitte 2018 ist ein Tochterunternehmen der Firma WvM Immobilien und Projektentwicklung GmbH Eigentümerin der Flächen. Als die Herler Straße 111 GmbH im Dezember 2018 einen Räumungstitel gegen die Kleinbetriebe auf dem Grundstück erwirken konnte, ist eine Gerichtsvollzieherin des Amtsgerichts Köln beauftragt worden, das Grundstück zu räumen.

„Ordnungsgemäß gekündigt“

„Die Mietverhältnisse der Gewerbetreibenden sind ordnungsgemäß zum 30. Juni 2018 gekündigt worden“, sagt Juliane Hein von WvM. Bis Ende des Jahres seien die fünf Parteien der Räumungsaufforderung der Firma Herler Straße 111 nicht nachgekommen und betrieben ihr Gewerbe weiter illegal auf dem Gelände. „Wir haben den Mietern Ersatzflächen und eine Prämie angeboten“, so Erika Werres, Projektverantwortliche bei WvM. „Da die Mieter unsere Angebote ausgeschlagen und die Fläche trotz Aufforderung nicht verlassen haben, waren wir gezwungen, eine gerichtliche Räumung zu erwirken.“

Die Firma plant auf dem Gelände nach eigenen Angaben ein Wohnquartier mit 237 Wohnungen, bestehend aus sozialem und frei finanziertem Miet- und Eigentumswohnungsbau sowie eine Kindertagesstätte. Der Abbruch der Hallen ist für Februar 2019 geplant, die ersten Arbeiten für die Neubauten sollen im Mai beginnen.

Laut Juliane Hein sei im Juli 2018 mit den Mietern an der Herler Straße vereinbart worden, dass sie die Fläche besenrein verlassen und dafür in ein Ersatzgebäude in Ehrenfeld ziehen können. Demnach hätten alle Gewerbetreibenden ihren Tätigkeiten weiter nachgehen können. Das verneint gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ einer von ihnen, der anonym bleiben möchte. „In der Subbelrather Straße stehen riesige Maschinen. Die sind nicht entfernt worden. Sie nehmen zu viel Platz ein, so können wir dort nicht arbeiten“, sagt der Mann. WvM-Sprecherin Hein weist das zurück: „Wir haben sogar angeboten, die Mietfläche auf der Subbelrather Straße zu vergrößern, wenn die Mietparteien ihren Teil der Abmachung einhalten.“ Das Angebot für die Ersatzflächen sei im Juli 2018 unterbreitet worden, die Räumungsbescheide seien nach erfolglosen Gesprächen von September bis Dezember 2018 eingegangen. Hein: „Alle wurden zeitnah informiert.“

Altlasten auf der Areal

Auf dem Grundstück an der Herler Straße lagern noch zahlreiche Autos, Reifenberge sowie Metall- und andere Ersatzteile. Die Gerichtsvollzieherin hätte die Räumung am jetzt anberaumten Termin darum nur mit Unterstützung von Speditionen und mit Hilfe der Polizei durchsetzen können. Das blieb aus, auch in Rücksprache mit WvM.

„Wir haben den Mietern einen Aufschub der Zwangsräumung bis Mittwoch, 23. Januar, gewährt“, sagt Hein. Bis zu diesem Zeitpunkt haben die fünf Mieter Zeit, ihre Flächen selbst zu räumen. Wegen des Vertragsbruches offeriere ihr Unternehmen den Parteien nun aber keine weiteren Flächen mehr. Die Kosten für die Räumung schätzt die WvM-Sprecherin auf rund 250.000...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta