Weniger BoJo, mehr Kompetenz: Das Rennen um Nachfolge von Premier Johnson hat begonnen

Wer folgt auf Boris Johnson, der am vergangenen Donnerstag nach massivem Druck aus den eigenen Reihen seinen Rückzug als Partei- und Regierungschef bekannt gab?

Vier konservative Abgeordnete haben bereits ihre Kandidatur angekündigt. Am bekanntesten ist der frühere Finanzminister Rishi Sunak, der mit seinem Rücktritt Johnsons Sturz maßgeblich miteinleitete.

Verteidigungsminister Ben Wallace, der bei den Buchmachern ganz oben auf der Liste stand, teilte am Samstag mit, er werde sich nach reiflicher Überlegung nicht am Bewerbungsprozess beteiligen.

Weiter im Rennen sind unter anderem die bisherige Gleichstellungsstaatssekretärin Kemi Badenoch, Generalstaatsanwältin Suella Braverman, sowie der Chef des Auswärtigen Ausschusses, Tom Tugendhat.

"Was sie jetzt brauchen, ist jemand, der kompetent erscheint"

Nach einem ziemlich schillernden Premier dürfte die Konservative Partei nun wahrscheinlich eher auf einen etwas weniger aufregenden Kandidaten setzen, meint der britische Politikexperte Tony Travers von der London School of Economics.

"Im Vergleich zu Boris Johnson wäre fast jeder der möglichen Bewerber etwas weniger aufregend, dafür aber kompetent. Was sie jetzt brauchen, ist jemand, der kompetent erscheint, der die Regierung ein wenig ausmistet und den Anschein erweckt, dass es eine etwas normalere konservative Regierung das Land führt."

Dafür werden weitere Kandidaturen erwartet. Britischen Medien zufolge könnten es bis zu 15 Interessenten werden. Boris Johnson kündigte an, er wolle so lange seine Ämter ausüben, bis der oder die neue Partei- und Regierungschefin feststehe. Das könnte laut Beobachtern Anfang September der Fall sein.

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