"Für die Demokratie eine gute Sache": NDR startet Umfrageplattform

Über Umfragen am gesellschaftlichen Diskurs teilnehmen - das ist das Konzept des neuen NDR Formats #NDRfragt. Ist man mindestens 16 alt und Norddeutscher, dann kann man zu aktuellen Themen wie Inflation oder dem Ukrainekrieg online seine Einschätzungen abgeben. Der Sender zieht Experten zur Auswertung heran, um Ergebnisse ins Programm aufzunehmen. (Bild: anyaberkut)
Über Umfragen am gesellschaftlichen Diskurs teilnehmen - das ist das Konzept des neuen NDR Formats #NDRfragt. Ist man mindestens 16 alt und Norddeutscher, dann kann man zu aktuellen Themen wie Inflation oder dem Ukrainekrieg online seine Einschätzungen abgeben. Der Sender zieht Experten zur Auswertung heran, um Ergebnisse ins Programm aufzunehmen. (Bild: anyaberkut)

Das neue Umfrageportal #NDRfragt ermöglicht es Interessenten, an Umfragen zu allen möglichen aktuellen Themen teilzunehmen. Das Besondere: Die Ergebnisse werden Teil des Programms. Worum geht es, und wer überprüft das Ganze?

"Werden Sie Teil der politischen und gesellschaftlichen Debatte", lautet der Slogan des Norddeutschen Rundfunks, um Leute für die neue Umfrageplattform "#NDRfragt" zu begeistern. Jeder kann sich laut NDR registrieren, um an den Befragungen rund um aktuelle Themen wie Inflation, Klimakrise oder Corona-Pandemie teilzunehmen. Die Voraussetzung: Man muss mindestens 16 Jahre alt sein und entweder in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder Bremen wohnen. Mit dem neuen Format wolle der Sender "ein Stück mehr zu Ihrem NDR" werden, heißt es. "Und den Fokus noch mehr auf das lenken, was Ihnen wichtig ist."

"Die Menschen werden gehört"

Relevante Fragestellungen wie beispielsweise: "Wie zufrieden sind Sie gerade in Ihrem Leben?", "Inwiefern macht Ihnen der Krieg in der Ukraine Sorgen?" und "Wie sehen Sie momentan den Zusammenhalt der Menschen in Deutschland?" sollen den "Dialog mit dem Publikum erweitern", wie es der Sender beschreibt. Der NDR greife die Ergebnisse anschließend im Programm, in den Berichterstattungen, auf. Ein vierköpfiges Forscherteam des GESIS (Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften) sorgt für die notwendige Expertise im Rahmen der Auswertungen.

Sven Stadtmüller (GESIS) sieht der hybriden Herausforderung gespannt entgegen: "Journalismus tickt anders als Wissenschaft. Medien wie der NDR wollen wissen, was draußen in der Welt gerade passiert. Wir von GESIS müssen mit unserer Beratung für '#NDRfragt' mit diesem Tempo Schritt halten." Es imponiere ihn, welch breites Publikum das Format erreicht. Nur so würden die Menschen merken: "Sie werden gehört, wenn sie bei '#NDRfragt' mitmachen. Das ist für die Demokratie eine gute Sache", konstatiert der Wissenschaftler.