"Kriegsverbrecher" und "besonders verwerflich" - Aufschrei nach Bombardierung Odessas

Einen Tag nach dem Abkommen über Getreide-Export aus der Ukraine über das Schwarze Meer ist dort der Hafen der Metropole Odessa Ziel von Luftangriffen geworden. Nach ukrainischen Militärangaben konnten zwei russische Raketen von der Luftabwehr abgefangen werden, zwei weitere seien im Handelshafen eingeschlagen.

Am vergangenen Sonntag hatte das russische Verteiddigungsministerium erklärt, in Odessa ein Depot mit Harpoon-Raketen vernichtet zu haben. Die Raketen seien von einem Nato-Land geliefert worden.

Die Regierung in Kiew erklärte, der Beschuss Odessas wecke Zweifel an dem Getreide-Abkommen. Die Ukraine rufe die Vereinten Nationen und die Türkei auf, Russland zur Einhaltung des Abkommens zu drängen. Sollte es nicht umgesetzt werden, trage Russland die Verantwortung für die globale Lebensmittelkrise.

Der ukrainische Regierungssprecher Oleksii Reznikov schrieb über Twitter, "Kriegsverbrecher" hätten den Hafen von Odessa angegriffen. Gemäß des Istanbuler Abkommens, das im Detail noch nicht bekannt ist, gilt laut Medienberichten ein Angriffsverbot für die drei beteiligten ukrainischen Hafenstädte, darunter Odessa. Nach Angaben der Türkei hat Russland die Verantwortung für den Beschuss zurückgewiesen. Moskau habe nichts mit dem Angriff zu tun und wolle eine Untersuchung einleiten, sagte der türkische Außenminister Hulusi Akar.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres und die EU verurteilten die Bombardierung. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell erklärte über Twitter, ein für den Getreideexport wichtiges Ziel einen Tag nach der Unterzeichnung des Istanbuler Abkommens anzugreifen, sei besonders verwerflich. Dies zeige erneut, dass Russland internationales Recht und Verpflichtungen völlig missachte.

Ukrainische Behörden haben an diesem Samstag über ein Dutzend weitere Bombardierungen und Explosionen in der Zentralukraine sowie im Osten und Süden des Landes gemeldet. Insgesamt seien 13 Raketen unter anderem auf den Militärflughafen Kanatowo und ein Objekt der Eisenbahngesellschaft abgefeuert worden.

Die Angriffe seien auch von Kriegsschiffen ausgegangen und hätten mehrere Todesopfer gefordert.

Das ukrainische Verteidigungsministerium berichtete an diesem Samstag, bislang seien 39 240 russische Militärangehörige auf ukrainischem Gebiet ums Leben gekommen. Die Bilanz wurde am 150. Tag des russischen Angriffskriegs gezogen.

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