Manifesta 14: Zeitgenössische Kunstbiennale in Pristina eröffnet

Manifesta 14: Zeitgenössische Kunstbiennale in Pristina eröffnet

Wer keine Lust mehr hat auf Documenta, der kann es in diesem Jahr einmal mit der Manifesta probieren... Sprich: raus aus Kassel, auf nach Pristina.

Kosovo ist Gastgeber dieser vierzehnten Manifesta-Ausgabe, alle zwei Jahre findet das noch junge Kultur-Event statt, immer woanders und immer fest verlinkt in der rauhen Realität, so sagen es die Macher und Macherinnen.

Das Credo: Kunst bildet Probleme ab, egal wo sie sind. Politik, Kultur, Gesellschaft, Umwelt... Künstler sind quasi die Problemschnüffler, die aus dem Rohmaterial der Wirklichkeit ihre Nachdenkkunstwerke komponieren, tanzen, zimmern, kleben, montieren, malen, collagieren... nun, die Mittel sind gar vielfältig, die Perspektiven und Interpretationsmöglichkeiten ebenfalls.

Kunst liebt Freiheit

Da freut sich auch die Präsidentin des Kosovo, Vjosa Osmani: "Pristina läuft immer dann zur Hochform auf, wenn es Menschen aus der ganzen Welt empfängt. Jetzt haben wir eine goldene Gelegenheit, die junge Lebensweise unserer Hauptstadt vorzuzeigen, ebenso wie unsere Aufgeschlossenheit anderen Kulturen und Nationen gegenüber." Doch auch eine Prise Politik und Realitätsbezogenheit durfte nicht fehlen: Osmani forderte mehr Bewegungsfreiheit, weniger Visabeschränkungen - insbesondere aber nicht nur für junge Künstler-Kosovaren. Osmani wörtlich: "Kunst ist grenzenlos, Kunst liebt Freiheit."

Kosovo-Regierungschef Albin Kurti erinnerte bei der Eröffnungsfeier daran, dass Pristina selbst unter schwierigsten Umständen - eine Referenz an die Kriegszeit der 90er Jahre - eine "kreative Stadt" gewesen sei, "in der das Kulturleben nie aufhörte".

Und auch der Bürgermeister von Pristina, Perparim Rama, durfte eine Ansprache halten: "Pristina hat seinen Platz zwischen all den anderen Städten Europas. Da wir Gastgeberland der Manifesta-Biennale sind, ist Pristina quasi Kunst- und Kulturhauptstadt. Es geht nicht nur darum, ausländische Künstler einzuladen, sondern es ist auch eine phantastische Plattform für unsere eigenen Künstler."

Absoluter Überlebenswille

"Luchs", eine Performance des Künstlers Astrit Ismaili, eröffnete die Manifesta 14. Seine Mutter, Selvete Krasniqi-Ismaili, ist die Komponistin der von ihm verwendeten Musik, "Sonnenblume". Auf der Bühne: ein seltsames "Luchs-Instrument". Zusammen mit seiner Schwester Blerta Ismaili führte Astrit ein Werk auf, in dem es um den absoluten Überlebenswillen unter allen Umständen geht. Der vom Aussterben bedrohte Balkan-Luchs stand hier Pate für das Werk des Kosovo-Künstlers.

Über 100 Künstler, davon über ein Drittel aus dem Kosovo... wer sich das alles selber mal ansehen möchte: bis Ende Oktober geht das noch. Am Ende noch eine gute Nachrichte: der Eintritt ist frei.

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