Ukraine-Krieg: Die Ereignisse am Freitag

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Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine herrscht in dem Land Krieg. Hier gibt's die aktuellen Entwicklungen.

Ukraine-Krieg: Die aktuellen Entwicklungen. (Symbolbild: Getty Images)
Ukraine-Krieg: Die aktuellen Entwicklungen. (Symbolbild: Getty Images)

Hier können Sie die wichtigsten Nachrichten des Tages zum Krieg in der Ukraine nachlesen.

  • US-Außenminister spricht erstmals mit Lawrow seit Kriegsbeginn

  • Ukrainische Geheimdienste: Kriegsgefangenenlager wurde gesprengt

  • Selenskyj: Getreideexporte per Schiff starten «heute oder morgen»

  • Mehr als ein Dutzend Zivilisten in der Ukraine getötet

  • Gericht in der Ukraine senkt Strafmaß für russischen Kriegsverbrecher

  • Moskau und Kiew werfen sich gegenseitig Beschuss von Gefangenen vor

  • Habeck will Ausbau von Erneuerbaren Energien beschleunigen

  • Montenegro stimmt Nato-Beitritt von Schweden und Finnland zu

  • Syrisches Schiff mit ukrainischem Getreide im Hafen von Tripoli

+++ US-Außenminister spricht erstmals mit Lawrow seit Kriegsbeginn +++

US-Außenminister Antony Blinken hat nach eigenen Angaben erstmals seit Beginn des Kriegs in der Ukraine mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow gesprochen. Es habe ein «offenes und direktes Gespräch» über ein Angebot zur Freilassung der US-Basketballerin Brittney Griner und des amerikanischen Staatsbürgers Paul Whelan gegeben, sagte Blinken in Washington.

US-Außenminister Antony Blinken (Bild: REUTERS/Willy Kurniawan)
US-Außenminister Antony Blinken (Bild: REUTERS/Willy Kurniawan)

+++ Ukrainische Geheimdienste: Kriegsgefangenenlager wurde gesprengt +++

Nach dem Angriff auf ein Kriegsgefangenenlager in der Ostukraine gehen die ukrainischen Geheimdienste von einer gezielten Sprengung durch russische Kräfte aus. Es soll Dutzende Tote geben. «Die Explosionen ereigneten sich in einem neu errichteten Gebäude, das speziell für die Gefangenen aus Azovstal hergerichtet wurde», behauptete der ukrainische Militärgeheimdienst in einer Mitteilung. Azovstal ist das Stahlwerk in Mariupol, in dem sich die ukrainischen Soldaten verschanzt hatten, bevor sie aufgaben und in russische Gefangenschaft kamen.

+++ Selenskyj: Getreideexporte per Schiff starten «heute oder morgen» +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei einem Besuch der Hafenstadt Odessa den baldigen Start der Getreideexporte übers Schwarze Meer angekündigt. «Ich denke, dass es heute oder morgen beginnt», sagte der 44-Jährige. Damit lege das erste Getreideschiff seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar ab.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Hafen von Odessa. (Bild: Ukrainian Presidency/Handout/Anadolu Agency via Getty Images)
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Hafen von Odessa. (Bild: Ukrainian Presidency/Handout/Anadolu Agency via Getty Images)

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+++ Ukraine will Russland zum Terrorstaat erklären lassen +++

Nach dem mutmaßlichen Artillerieangriff auf ein Lager mit ukrainischen Kriegsgefangenen hat die Regierung in Kiew die internationale Gemeinschaft aufgefordert, Russland zu einem Terrorstaat zu erklären. «Die Russen haben ein weiteres schreckliches Kriegsverbrechen verübt und das Gefängnis im besetzten Oleniwka beschossen, in dem sie ukrainische Kriegsgefangene halten», schrieb Außenminister Dmytro Kuleba im Kurznachrichtendienst Twitter. Alle Partnerstaaten sollten diesen «brutalen Verstoß gegen das internationale Recht» hart verurteilen.

+++ Mehr als ein Dutzend Zivilisten in der Ukraine getötet +++

In den ukrainischen Kriegsgebieten sind nach Angaben örtlicher Behörden innerhalb von zwei Tagen mehr als ein Dutzend Zivilisten getötet und zahlreiche Menschen verletzt worden. Am Donnerstag seien acht Menschen getötet und 19 verletzt worden, teilte der Militärgouverneur des ostukrainischen Gebiets Donezk, Pawlo Kyrylenko, mit. Tote habe es bei russischem Beschuss der Orte Bachmut, Torezk, Orliwka, Hirnyk und Soledar gegeben. Am heutigen Freitag kamen demnach mindestens zwei Tote und sechs Verletzte in den Städten Slowjansk, Kramatorsk und Bachmut hinzu.

+++ Gericht in der Ukraine senkt Strafmaß für russischen Kriegsverbrecher +++

In der Ukraine hat ein Berufungsgericht das Strafmaß für einen russischen Kriegsverbrecher gesenkt. Die lebenslange Freiheitsstrafe wurde auf 15 Jahre reduziert, teilte das Gericht mit. Das komplette Urteil werde Anfang August veröffentlicht. Der 21-Jährige war im Mai nach einem Geständnis als erster russischer Kriegsverbrecher in der Ukraine verurteilt worden. Ende Februar hatte der Soldat demnach einen 62-jährigen Zivilisten erschossen. Russland war kurz zuvor in die Ukraine einmarschiert. Der russische Angriffskrieg geht inzwischen in den sechsten Monat.

+++ Moskau und Kiew werfen sich gegenseitig Beschuss von Gefangenen vor +++

Nach dem Beschuss eines Kriegsgefangenenlagers mit mehr als 40 Toten im Donezker Separatistengebiet in der Ukraine geben sich Moskau und Kiew gegenseitig die Schuld. «Es ist offensichtlich ein bewusster Beschuss und der Wunsch, diejenigen Vertreter, darunter des Asow-Regiments, zu vernichten, die angefangen haben, Geständnisse abzulegen», behauptete der prorussische Separatistenführer Denis Puschilin. Der ukrainische Generalstab seinerseits sprach von einer gezielten «Provokation, für die Russland verantwortlich ist.» Unabhängig sind die Angaben nicht zu überprüfen.

Zerstörung in der Region Donezk: Russland wirft der Ukraine die Tötung von 40 ukrainischen Gefangenen vor. (Bild: Press service of the State Emergency Service of Ukraine/Handout via REUTERS)
Zerstörung in der Region Donezk: Russland wirft der Ukraine die Tötung von 40 ukrainischen Gefangenen vor. (Bild: Press service of the State Emergency Service of Ukraine/Handout via REUTERS)

+++ Montenegro stimmt Nato-Beitritt von Schweden und Finnland zu +++

Montenegro hat dem Beitritt von Schweden und Finnland zur Nato zugestimmt. Das Parlament billigte die Ratifizierung des Beitrittsprotokolls für die beiden nordeuropäischen Länder, berichtete die Nachrichtenagentur Mina. 57 von 81 Abgeordneten stimmten dafür.

+++ Habeck will Ausbau von Erneuerbaren Energien beschleunigen +++

Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck möchte den Ausbau von Erneuerbaren Energien schneller voranbringen. «Wir müssen so schnell wie möglich unser Energiesystem umstellen, weg von fossilen Energieträgern, hin zu erneuerbaren Energien», sagte der Grünen-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Ab Samstag sollen angesichts neuer Regelungen für den Ausbau von Erneuerbaren Energien die Vergütungssätze für alle neuen Photovoltaikanlagen steigen.

Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck. (Bild: REUTERS/Christian Mang)
Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck. (Bild: REUTERS/Christian Mang)

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+++ Syrisches Schiff mit ukrainischem Getreide im Hafen von Tripoli +++

Ein Schiff mit Getreide aus besetzten Gebieten in der Ukraine ist nach Angaben aus Kiew in den libanesischen Hafen Tripoli eingelaufen. Der ukrainische Botschafter im Libanon, Igor Ostasch, habe den libanesischen Präsidenten Michel Aoun am Donnerstag darum gebeten, den Fall aufzuklären, heißt es auf der Facebook-Seite der Botschaft. Demnach lief das aus Syrien stammende Schiff am Mittwoch dort ein. Die geladene Gerste wurde den Angaben nach über den Hafen von Fedossija auf der von Russland annektierten Krim exportiert. Kiew vermutet Getreidediebstahl.

+++ London: Wagner-Söldner kämpfen in Ukraine als reguläre Einheit +++

Russische Söldner der sogenannten Wagner-Gruppe kämpfen in der Ukraine nach Einschätzung Großbritanniens in enger Abstimmung mit regulären russischen Einheiten. Den Kämpfern sei vermutlich die Verantwortung für eigene Frontabschnitte übergeben worden, wie sie sonst normale Armeeeinheiten übernehmen, teilte das Verteidigungsministerium in London unter Berufung auf Geheimdienstinformationen mit.

+++ EU-Partner drängen Deutschland zur Verschiebung des Atomausstiegs +++

Angesichts der Gaskrise wächst in anderen EU-Staaten der Unmut über das Festhalten der Bundesregierung am Atomausstieg. Nach Recherchen der Deutschen Presse-Agentur dringen mittlerweile mehrere Länder darauf, die verbliebenen drei Kernkraftwerke nicht wie geplant Ende des Jahres abzuschalten. Zudem wird gefordert, ein Wiederhochfahren der drei zuletzt vom Netz genommenen Meiler zu prüfen.

Das Atomkraftwerk in Neckarwestheim. Einige EU-Partner sind für einen Weiterbetrieb deutscher AKWs. (Symbolbild: REUTERS/Alex Domanski)
Das Atomkraftwerk in Neckarwestheim. Einige EU-Partner sind für einen Weiterbetrieb deutscher AKWs. (Symbolbild: REUTERS/Alex Domanski)

Aus Sicht von Ländern wie Ungarn, Rumänien, der Slowakei und Frankreich könnte ein Weiterbetrieb deutscher Atomkraftwerke erheblich dazu beitragen, Gas zu sparen, da in der Bundesrepublik zuletzt noch immer etwa 15 Prozent des Stroms von Gaskraftwerken erzeugt wurde. Sollte Russland seine Gaslieferungen in die EU komplett einstellen, wären dann mehr Reserven für das Heizen von Haushalten und für die Industrie verfügbar.

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+++ Briten bekommen 400 Pfund Rabatt auf Energierechnungen +++

Angesichts explodierender Preise für Strom und Gas in Großbritannien erhalten Verbraucher in den Wintermonaten Rabatte auf ihre Energierechnungen. Im Oktober und November würden jeweils 66 Pfund (79 Euro) abgezogen, von Dezember bis März dann je 67 Pfund, teilte die Regierung in London mit. Demnach gilt die Regelung für alle 29 Millionen Haushalte im Land.

«Keine Regierung kann die globalen Gaspreise kontrollieren, aber wir haben eine Verantwortung, einzugreifen, wo wir können», sagte Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng. «Dieser erhebliche Rabatt von 400 Pfund auf Energierechnungen, den wir gewähren, wird Millionen von Familien in den kälteren Monaten helfen.» Zudem sollen Haushalte mit niedrigen Einkommen weitere Hilfen erhalten.

DIE VERGANGENE NACHT IM ÜBERBLICK

Der ukrainische Präsident sieht Russland als «staatlichen Sponsor des Terrorismus» - und will das auch international so eingestuft wissen. Das Außenministerium in Moskau brüskiert die US-Regierung mit einer Abfuhr.

Selenskyj: Russland investiert in Terror

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert die internationale Gemeinschaft dazu auf, Russland klar als staatlichen Unterstützer von Terrorismus anzuprangern. Niemand auf der Welt investiere mehr in Terrorismus als die Führung in Moskau, sagte er in einer Videobotschaft. Russland solle deshalb als «staatlicher Sponsor des Terrorismus» anerkannt werden.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. (Bild: Alexey Furman/Getty Images)
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. (Bild: Alexey Furman/Getty Images)

In den USA haben US-Senatoren bereits eine entsprechende Resolution auf den Weg gebracht. Die Entscheidung darüber liegt aber beim US-Außenministerium, das auch die offizielle Liste der Terrorismus unterstützenden Staaten führt. Sie umfasst derzeit die Länder Syrien, Iran, Kuba und Nordkorea, die von den USA mit strikten Sanktionen belegt worden sind.

Selenskyj zufolge setzten die russischen Streitkräfte auch am Donnerstag «eine Reihe strategisch sinnloser und brutaler Angriffe» auf den Donbass im Osten der Ukraine fort. Ukrainische Quellen berichteten von mehreren getöteten Zivilisten in verschiedenen Teilen des Landes. Die Angaben der Kriegsparteien lassen sich in der Regel kaum unabhängig überprüfen. Seit inzwischen mehr als fünf Monaten erwehrt sich die Ukraine einer russischen Invasion.

UN: Getreide-Exporte aus ukrainischen Häfen stehen bevor

Zuletzt weckte ein Vermittlungserfolg der Vereinten Nationen die Hoffnung auf mögliche weitere Kompromisse zwischen den Kriegsparteien. Nach dem Abkommen zwischen Kiew und Moskau sollen Schiffe mit Getreide an Bord laut UN-Angaben schon bald die ukrainischen Gewässer verlassen. Es lägen einige schon beladene Frachter in den Häfen am Schwarzen Meer zur Abfahrt bereit, sagte UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths.

Vor einer Woche hatten die Ukraine und Russland mit den Vereinten Nationen und der Türkei das Abkommen unterzeichnet, um von drei Schwarzmeerhäfen aus Getreideausfuhren aus der Ukraine zu ermöglichen. Der Hafenbetrieb war nach Beginn des Krieges aus Sicherheitsgründen eingestellt worden - Moskau wurde eine Blockade des Getreideexports als Rache für westliche Sanktionen vorgeworfen. Gerade in afrikanischen Ländern hatte die Getreideblockade die teils ohnehin schon akute Nahrungsmittelknappheit weiter verschärft.

Lawrow will mit Blinken sprechen, «wenn es die Zeit erlaubt»

Die Außenminister Russlands und der USA haben seit Kriegsbeginn am 24. Februar nicht mehr miteinander gesprochen. Russlands Chefdiplomat Sergej Lawrow ließ nun wissen, er werde der Bitte seines US-Kollegen Antony Blinken um ein Telefonat nachkommen, «wenn es die Zeit erlaubt». Derzeit habe er schlicht einen vollen Terminkalender mit internationalen Kontakten, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, der Agentur Tass zufolge.

Blinken hatte am Mittwoch mitgeteilt, bei einem Telefonat «in den kommenden Tagen» mit Lawrow solle es um die Freilassung der in Moskau inhaftierten US-Basketballerin Brittney Griner und ihres Landsmanns Paul Whelan gehen. Auch die Einhaltung des Abkommens zum Export von Getreide aus der Ukraine will der US-Außenminister ansprechen.

Ukraine berichtet von tödlichen Raketenangriffen

Durch russische Angriffe kamen laut Medienberichten am Donnerstag mehrere Menschen in der Ukraine ums Leben. Bei einem Raketenangriff auf die zentralukrainische Stadt Kropwnizkyj seien mindestens fünf Menschen getötet und 26 weitere verletzt worden, berichteten ukrainische Medien unter Berufung auf die dortige Militäradministration. Unter den Verletzten seien auch Zivilisten.

Bei weiteren Raketenangriffen in der Region Kiew wurden nach Angaben der Online-Zeitung «Ukrajinska Prawda» mindestens 15 Menschen verletzt. Auch hier seien Zivilisten unter den Opfern. In der Region Donezk wurden laut Medienberichten mindestens vier Menschen durch russischen Beschuss getötet.

Medwedew kündigt Reaktion auf Nato-Beitritt Finnlands an

Ein Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands wird nach Worten des früheren Kremlchefs Dmitri Medwedew eine militärische Gegenreaktion Russlands nach sich ziehen. Sollten Nato-Stützpunkte auf dem Territorium der beiden Länder errichtet und Waffen stationiert werden, dann würden «unsere Reaktionsschritte symmetrisch dazu erfolgen», sagte der Vizechef des russischen Sicherheitsrats der Agentur Interfax zufolge.

Schweden und Finnland hatten nach dem russischen Angriff auf die Ukraine aus Sorge um die eigene Sicherheit den Beitritt zur Nato beantragt. Davor waren sie formal neutral gewesen. Die Nato stimmte den Beitrittsgesuchen Ende Juni zu, seitdem läuft die Ratifizierung durch die einzelnen Mitgliedsstaaten. Russland teilt sich im Norden eine mehr als 1300 Kilometer lange Grenze mit Finnland.

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