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Ukraine-Krieg: Die aktuellen Entwicklungen

Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar 2022 herrscht in dem Land Krieg. Die aktuellen Entwicklungen im Überblick.

Dieser Ticker ist für heute beendet. Sie können hier die wichtigsten News des Tages nachlesen.

  • Ukraine und Russland tauschen Soldatenleichen aus

  • Ukraine berichtet von zahlreichen Gefechten an der Front

  • London: Kritik in Russland an langen Einsätzen in Ukraine

  • «Corriere della Sera»: Selenskyj in schwieriger Phase

  • US-Verteidigungsminister Austin besucht Kiew

Die aktuelle Newslage:

+++ Ukraine und Russland tauschen Soldatenleichen aus +++

Die Ukraine und Russland haben erneut die sterblichen Überreste von Soldaten ausgetauscht. Der ukrainischen Seite seien die Leichen von 94 ukrainischen Soldaten übergeben worden, teilte der Kiewer Koordinationsstab für die Belange von Kriegsgefangenen am Montag bei Telegram mit.

Der Austausch sei unter Vermittlung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz zustande gekommen. Wie viele Leichen die russische Seite erhielt und wo der Austausch stattfand, wurde nicht mitgeteilt.

+++ Ukraine berichtet von zahlreichen Gefechten an der Front +++

Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben an der etwa 1000 Kilometer langen Front im Osten und Süden erneut Dutzende russischer Angriffe abgewehrt. Der Lagebericht des Generalstabs in Kiew von Montagmorgen verzeichnete für Sonntag 46 russische Sturmangriffe. Sie seien alle zurückgeschlagen worden, hieß es. Schwerpunkte seien die Städte Marjinka (16 russische Angriffe) und Awdijiwka (12 Angriffe) nahe der russisch kontrollierten Donbass-Hauptstadt Donezk gewesen.

Symbolbild: dpa
Symbolbild: dpa (Libkos/AP/dpa)

Diese Militärangaben sind nicht sofort unabhängig überprüfbar. Allerdings lassen die genannten Zahlen der Einzelgefechte jeweils auf die Intensität der Kämpfe schließen. Internationale Beobachter wie das Institut für Kriegssstudien in den USA (ISW) bestätigten die heftigen Kämpfe um Awdijiwka. Russische Truppen versuchen seit Wochen, die ukrainischen Verteidiger in der Stadt einzukesseln. Derzeit mache das nasse Herbstwetter beiden Seiten das Kämpfen schwer, hieß es aus dem britischen Verteidigungsministerium.

+++ London: Kritik in Russland an langen Einsätzen in Ukraine +++

Bei russischen Soldaten und ihren Angehörigen wächst nach Einschätzung britischer Experten die Kritik an langen Einsätzen in der Ukraine. Das geht aus dem täglichen Geheimdienstbericht des Verteidigungsministeriums in London zum russischen Angriffskrieg in der Ukraine hervor. Demnach gingen am 7. November wohl zum ersten Mal seit dem Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 Frauen russischer Soldaten in Moskau aus Protest auf die Straße und forderten die Rotation ihrer Männer vom Einsatz an der Front.

Zwar sei die Demonstration innerhalb weniger Minuten von der Polizei beendet worden, doch die Forderung sei bemerkenswert, hieß es in der Mitteilung der Briten. «Der anscheinend unbegrenzte Kampfeinsatz von Personal ohne Rotation wird zunehmend von den Soldaten selbst als auch deren Angehörigen als nicht nachhaltig betrachtet», so die Mitteilung.

+++ Ukraine meldet Erfolge auf linkem Dnipro-Ufer +++

Das ukrainische Militär setzt sich eigenen Angaben zufolge in der umkämpften Region Cherson südöstlich des Flusses Dnipro fest. «Die Verteidigungskräfte halten weiterhin Stellungen am linken Ufer des Dnipro in der Region Cherson», teilte der Generalstab am Sonntagabend auf Facebook mit. Zuvor hatte die Sprecherin der Kommandostelle Süd, Natalja Humenjuk, gesagt, die ukrainischen Armee habe die Russen am bis vor kurzem noch vollständig besetzten linken Ufer nun schon drei bis acht Kilometer vom Fluss weggedrängt. Auch internationale Beobachter hatten zuletzt von Vorstößen der Ukrainer in dem Gebiet berichtet.

Cherson in der Südukraine war kurz nach dem russischen Einmarsch am 24. Februar 2022 größtenteils besetzt worden. Im November vergangenen Jahres dann gelang es der ukrainischen Armee, die auf der rechten Flussseite gelegenen Teile des Gebiets zu befreien - darunter auch die gleichnamige Gebietshauptstadt Cherson. Die Orte auf der linken Flussseite aber hielten die Russen weiterhin besetzt.

+++ «Corriere della Sera»: Selenskyj in schwieriger Phase +++

Die italienische Zeitung «Corriere della Sera» beschäftigt sich am Montag mit der Lage des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj:

«In unserer Verzweiflung über Israels Krieg werden wir von dem Krieg in der Ukraine abgelenkt. Unsere Schuld. Wolodymyr Selenskyj durchlebt eine der schwierigsten Phasen seines politischen Lebens: Die Munition geht zur Neige. Die Verbündeten unterhalten sich angesichts der überlangen Dauer des Konflikts gern über das Thema "Ermüdung".

Wolodymyr Selenskyj (Bild: dpa)
Wolodymyr Selenskyj (Bild: dpa) (Michael Kappeler/dpa)

Der Chef der ukrainischen Streitkräfte prangert die "Patt-Situation" der Kontrahenten an. Die internationalen Sanktionen gegen Russland haben bisher keine spürbaren Auswirkungen. In Kiew werden hochrangige Offiziere ohne überzeugende Erklärungen entfernt. Zahlreiche Fälle von Korruption kommen ans Licht. Einige Tausend junge Ukrainer im wehrpflichtigen Alter versuchen jeden Tag auszuwandern (und oft gelingt es ihnen). Wenn es in diesen Tagen jemanden gibt, der zufrieden sein kann, ist es Wladimir Putin.»

+++ US-Verteidigungsminister Austin besucht Kiew +++

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin ist zu einem unangekündigten Besuch in der ukrainischen Hauptstadt Kiew eingetroffen. Geplant seien Gespräche mit der ukrainischen Führung, schrieb Austin am Montag im sozialen Netzwerk X (früher Twitter). Er bringe eine wichtige Botschaft: «Die USA werden der Ukraine weiter beistehen in ihrem Kampf für Freiheit von der russischen Aggression, sowohl jetzt wie in Zukunft.»

Lloyd Austin (Bild: Reuters)
Lloyd Austin (Bild: Reuters) (Willy Kurniawan / reuters)

Schon am Vortag hatte Austin nach Pentagon-Angaben mit dem ukrainischen Verteidigungsminister Rustem Umjerow telefoniert. Sie bereiteten die kommenden Beratungen der Länder vor, die die Ukraine militärisch unterstützen. Das sogenannte Ramstein-Format tagt am kommenden Mittwoch (22. November) als Video-Konferenz. Mit Austin kam der Oberbefehlshaber der US-Truppen in Europa, General Christopher Cavoli, nach Kiew, wie Botschafterin Bridget Brink mitteilte.

+++ Selenskyj entlässt Leiterin von medizinischer Abteilung der Armee +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj entließ in der Armee derweil die bisherige Leiterin der medizinischen Abteilung. Die Position von Generalmajorin Tetjana Ostaschtschenko werde künftig Anatolij Kasmirtschuk übernehmen, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Kasmirtschuk leitete bislang das nationale Militärkrankenhaus in Kiew. «Es bedarf eines fundamental neuen Levels von medizinischer Unterstützung für unser Militär», fügte der Staatschef hinzu. Genauer erläuterte er die Entscheidung zunächst nicht.

Ostaschtschenko war im Jahr 2021 - also noch vor Kriegsbeginn - zur Befehlshaberin des Kommandos Medizinische Kräfte der ukrainischen Armee ernannt worden. Sie war die erste Frau in dieser Position. Zuletzt aber häuften sich offenbar Beschwerden von Militärärzten und Sanitätern an ihrer Arbeit.

+++ Putin nimmt an virtuellem G20-Gipfel am Mittwoch teil +++

Der russische Präsident Wladimir Putin nimmt nach Angaben des Moskauer Staatsfernsehens an diesem Mittwoch (22. November) an einem virtuellen G20-Gipfel teil.

Bild: dpa
Bild: dpa (Sergei Guneyev/Pool Sputnik Krem)

Putin werde dort womöglich erstmals seit langer Zeit im Online-Format wieder live auch westliche Staatenführer sehen, berichtete das russische Staatsfernsehen. Beim G20-Gipfel der Staatengruppe der führenden Wirtschaftsmächte Anfang September in Neu Delhi hatte sich Putin noch von Außenminister Sergej Lawrow vertreten lassen.