7. Welle: Wie schlimm wird Covid-19 in diesem Sommer in Europa?

7. Welle: Wie schlimm wird Covid-19 in diesem Sommer in Europa?

In Frankreich wird die Tour de France von der Corona-Pandemie überschattet. So ist der Franzose Guillaume Martin vom Team Cofidis bei der 9. Etappe nicht mehr dabei, weil er positiv getestet wurde. Dabei hat der 29-Jährige eigentlich gar keine Symptome - nur leichte Halsschmerzen "wie vielleicht 25 Mal im Jahr". Martins Teamkollegen werden jetzt noch engmaschiger getestet.

Die französischen Gesundheitsbehörden haben allein am Samstag mehr als 140.000 neue Fälle von Covid-19 registriert. Es herrscht Uneinigkeit darüber, wie lange die sogenannten 7. Welle noch dauern wird. Gerade wurde die symbolische Marke der insgesamt mehr als 150.000 Coronatoten in Frankreich überschritten. Zum Vergleich: In Deutschland sind es derzeit fast registrierte 142.000 Todesfälle durch Covid-19.

Viele Expertinnen und Experten machen sich Sorgen, weil die Sommerferien gerade erst begonnen haben. Es kommen nicht nur viele Touristinnen und Touristen aus dem Ausland, sondern die allermeisten Französinnen und Franzosen machen Ferien im eigenen Land - beispielsweise am Mittelmeer, in den Bergen oder bei Verwandten an der Atlantikküste. Umfragen zufolge wollten 2022 mehr Menschen in Frankreich im Sommer verreisen als in den vergangenen beiden Corona-Jahren.

Höhepunkt der Hospitalisierungen am 18. Juli?

Wie der Mediziner Damien Mascret auf France Info erklärte, rechnet das Institut Pasteur in einer Modellisierung damit, dass der Höhepunkt der Krankenhauseinweisungen mit etwa 1.700 pro Tag wegen Covid-19 in Frankreich am 18. Juli erreicht wird. Allerdings gilt das Vorausberechnen der Entwicklung der Corona-Pandemie als besonders herausfordernd, durch ständig neue Varianten sind die Zahlen nur schwer vorhersehbar.

Der neue Gesundheitsminister Francois Braun empfiehlt wieder das Tragen von Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln und an Orten, an denen viele Menschen aufeinandertreffen. Verpflichtend ist das aber in Frankreich nicht - bei grenzüberschreitenen Zügen aus Deutschland setzen die meisten Reisenden nach dem Überqueren der Grenze nach Frankreich die Masken ab.

Laut Santé Publique France sind derzeit 12 Prozent aller Fälle erneute Ansteckungen von Personen, die bereits zuvor Covid-19 hatten.

Maskentragen empfohlen angesichts steigender Corona-Zahlen in Italien

In Italien steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus und die Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen Covid-19 zu Beginn der Hauptsaison wieder an. Die 7-Tage-Inzidenz liegt über 1.000 pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner.

Wie Corriere della Sera berichtet, empfiehlt Franco Locatelli, der Präsident des Consiglio Superiore di Sanità weiterhin das Tragen von Masken. Er sagt: "Maßgebliche Studien zeigen, dass auch asymptomatische Personen zur Ausbreitung der Krankheit beitragen".

Zur Situation in den italienischen Krankenhäusern sagt Locatelli: "Die Zahl der stationären Patienten in den medizinischen Bereichen ist vergleichbar mit Spanien und Portugal, aber niedriger als in Frankreich und dem Vereinigten Königreich. In vielen Krankenhäusern wurden Krisenstationen reaktiviert oder werden derzeit reaktiviert, um den Anstieg der Patientenzahlen zu bewältigen und eine Aufstockung der Betten in den Covid-Stationen zu ermöglichen".

Griechenland noch nicht aus der Pandemie heraus

In Griechenland erklärt Pulmologe Nikos Tzanakis in Ekatherimini, die aktuelle Infektionswelle sei die bisher ansteckendste seit Beginn der Pandemie. "Wir sind besorgt über die Reinfektionen, die bei einigen Patienten auftreten, da sie unsere Abwehrsysteme gegen andere Viren verändern." Nicht nur griechische Ärztinnen und Ärzte warnen angesichts vieler Ansteckungen von mehr Fällen vor Folgeschäden und Long Covid.

Tzanakis erwartet den Höhepunkt der aktuellen Welle Ende Juli.

Die 7-Tage-Inzidenz in Griechenland liegt an diesem 10. Juli bei 1.172 pro 100.000.

"Wir sind noch nicht über den Berg", sagt Giorgos Pappas, Spezialist für Infektionskrankheiten an der Medizinischen Fakultät der Universität Ioannina. "SARS-CoV-2 entwickelt sich weiter, und das ist leider etwas, was wir nicht vorhersagen und kontrollieren können."

Inzidenz in Portugal etwa wie in Deutschland

Nachdem es in den vergangenen Monaten sehr viele Ansteckungen mit den Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 gegeben hatte, liegt die 7-Tage-Inzidenz jetzt mit fast 700 etwa so hoch wie in Deutschland.

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