Meer statt Kühlkeller - Umweltfreundlichere Weingüter

Vor zwölf Jahren entschied sich Borja Saracho dafür, seine Weine unter dem Meerwasser reifen zu lassen - ein natürlicher Kühlkeller, der keinen Strom benötigt. Nun haben sich verschiedene Arten zwischen den Flaschen angesiedelt, wie in einem Korallen-Riff. Die Bucht von Plentzia in Nordspanien ist zu einem Zufluchtsort für mehr als hundert Arten der Meeresflora und -fauna geworden.

Winzer in ganz Europa denken darüber nach, wie sie den Weinanbau umweltfreundlicher gestalten können, denn der Weinanbau kann sich wirklich stark auf den Boden auswirken. Der Einsatz von Pferden anstelle von Traktoren kann bereits einen großen Beitrag leisten, wie auch in der Nähe von Brotteaux.

Laurent Cisneros ist der Besitzer des Château Rouillac. Seitdem er und sein Weingut von Traktoren auf Pferde umgestellt haben konnte das Landgut seinen CO2 Fußabdruck stark reduzieren. "Wir haben mit einem Anteil von fast 60% an Shire Horses auf unserem Landgut unseren Fußabdruk im Vergleich zu Traktoren um 15% reduziert", erklärt der Winzer. Das entspricht etwa vier Tonnen CO2.

Präziser und umweltfreundlicher als Traktoren, setzen die Winzer in Frankreich in ihren Weinbergen auf Zugpferde. Die Nachfrage nach diesem traditionellen Verfahren war so groß, dass 2019 eine Schule für die Ausbildung von Mensch und Tier gegründet wurde.

Ein Ausbilder an der Schule für Pferde, Franck Favereaux, im Weinbau erklärt, dass man in der Schule zuerst lernt, wie man sich dem Pferd nähert und wie man das Pferd kennenelernt. Die Pferde müssen ebenfalls erstmal mit dem Geschirr vertraut gemacht werden. Ziel ist es, so Favereaux, dass man am ende völlig selbstständig mit den Pferden umgehen kann.

Sophie Parel ist Ausbildungsspezialisten an der Schule. Sie ist überzeugt, dass Pferde eine echt Alternative zu fossilen Brennstoffen seien. Pfere könnten zum Beispiel leichter auf den Flächen gehen, die für Traktoren unzugänglich sind, so Parel. Außerdem verdichten sie den Boden weniger und es gibt weniger Lärmbelästigung. Pferde können eine Alternative oder eine Ergänzung zum Traktor sein. Das sei das Zeil der 2019 gegründeten Schule gewesen, erklärt sie. Im Jahr 2021 wurden dort 41 Personen ausgebildet.

Die italienische Stadt Alba liegt im Süden des Piemonts un d ist Heimat vieler bekannter Lebensmittel - aber es ist vor allem für seine intensive Weinproduktion bekannt: In Barbaresco und Barolo findet der Hauptteil der Produktion statt - und zwar auf den 70 Hektar im Besitz der Familie Piazzo, die in dritter Generation daran arbeitet, das Weingut umweltfreundlicher zu machen.

Die Gründer des Weinguts waren die Eheleute Armando Piazzo und Gemma Veglia, die ihre Energie und ihre Ressourcen in die Hauptrebsorte dieser Gegend, den Nebbiolo, investierten, der heute die Grundlage für zwei der meistgeschätzten Weine der Welt ist: Barbaresco und Barolo. Im Jahr 1979 begannen sie mit der Herstellung des zukünftigen Barbaresco. In denselben Jahren trat ihre Tochter Marina mit ihrem Mann Franco in das Unternehmen ein und entwickelte und modernisierte die Winzerei. Durch weitere Zukäufe und Installationen vergrößert sich das Weingut Piazzo auf 70 Hektar, die sich auf die Gemeinden Alba, Treiso, Novello, Mango und Guarene verteilen. 60 % der Rebfläche sind mit Nebbiolo bestockt, der hauptsächlich für Barbaresco und Barolo bestimmt ist.

Heute werden allein aus den Trauben des Weinguts jährlich 300.000 Flaschen mit sechzehn Etiketten hergestellt. Davon sind 95% für den ausländischen Markt und die restlichen 5% für den inländischen Markt bestimmt. Spitzenreiter der Produktion ist der Barbaresco mit 55.000 Flaschen. Die Herausforderungen der letzten Jahre sind die Umstellung auf Grün durch die dritte Generation mit Simone und Marco Allario

"Bei der Schädlingsbekämpfung setzen wir auf Nützlinge wie Vögel oder Fledermäuse", erklärt Simone Allario Piazzo. Und sie verwenden  verschiedene mechanische Techniken, die anstelle von chemischen Produkten bei der Unkrautbekämpfung eingesetzt werden können. Außerdem werden die Grünflächen im Weinberg kontrolliert. Dadurch gebe es einen Wettbewerb mit gesäten Sorten , die einen guten Wasserstand halten, so dass die Pflanzen weniger unter der Trockenheit leiden, erklärt er. "In den letzten Jahrzehnten haben wir gesehen, wie wichtig es ist, den Boden vor übermäßiger Verdunstung zu schützen", so Simone. Ein Teil der Reben wurde durch Obstbäumen ersetzt. Diese beherbergen Vögel und ermöglichen eine korrekte Hydratation des Bodens. So wird der gesamte Anbau nach und nach umweltfreundlicher gestaltet.

Die für dieses umweltfreundlichere Verhalten auf dem Weingut seien nicht so hoch, sagt er, aber es erfordere mehr Arbeit und Personal vor Ort. Sie tun es trotzdem.

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